Abstand halten von “ Orte der Sehnsucht „

Orte der Sehnsucht – mit Künstlern auf Reisen – eine Jubiliäumsausstellung in Münster – noch bis zum 11.01.2009 geöffnet.

ausstellung

domDie Ausstellung im LWL – Landesmuseum (gegenüber vom Domplatz in Münster)  hatte eine gute Marketingstrategie, durch Werbung wie: I love Rom in Münster, I love Thaiti in Münster, I love Whatever in Münster machte sie auch uns neugierig, was da wohl hinterstecken mag.

Heute war der Tag x , heute musste durfte ich mir die Ausstellung mit über 250 Meisterwerken von Albrecht Dürer, Paul Gauguin, Sergio Vega und sogar Vincent van Gogh ansehen. Die Ausstellung selber startet im 2. Stock und ist in zehn „Sehnsuchtsorte“ unterteilt: Italien, Griechenland, Orient, Südamerika, Norden, Südsee, Alpen, Asien, Nordamerika sowie die Städte New York & Paris.

Soweit so gut, ich schaute mir also brav die Bilder an, fand das ein oder andere sogar sehr schön und wagte es näher heranzutreten um mir die Bilder und die Details auch mal aus der Nähe anzuschauen.

ABSTAND HALTEN “ kam es aus der Ecke, ein älterer Aufseher schaute mich böse an als hätte ich die Bilder schon in der Tasche, ich fragte: „Wie bitte?“ – „20 cm Abstand halten, sonst geht der Alarm an und wir werden alle wach!“ – „Ja, dann will ich sie mal nicht beim schlafen stören“ antwortete ich und zog weiter gen Orient.

Lena kam dem einen oder anderen Bild auch näher, so hat uns ein anderer Wächter der Kunst mit einem freundlichen „Hinterm Lichtbalken bleiben“ wieder zurück geholt. Was der Lichtbalken ist wissen wir aber nun aber immer noch nicht ;-).

Wahrscheinlich soll man nicht sehen, dass es viele Reproduktionen sind – dieses wird auf den kleinen Schildern nämlich erklärt, viele Gemälde hängen nur als Reproduktion in Münster, da die Originale nur kurze Zeit ausgestellt werden dürfen (Erhaltungstechnisch) – event. soll aber auch ein Berühren der Bilder verhindert werden, mag sein – ich kann mir eine derartige schroffe Ermahnung nicht erklären, bei den „wichtigen Bildern“ waren nämlich Absperrungen davor.

Zufällig konnte ich auch einer Führung etwas beiwohnen, der Kunsthistoriker erklärte gerade etwas von dem wichtigen Einfluss von Alexander von Humboldt, der sorgte nämlich für die Realität in den Bildern gleichzeitig lästerte der junge Kunsthistoriker über Fotokünstler , er sagte: „Das ist keine Kunst, sondern nur die Dokumentation von Kunst, der Fotograf selber nimmt nur eine 2-Dimensionale Replikation auf.“ – komisch, hängen doch auch viele alte (und teilweise echt schöne) Fotografien in der Kunstausstellung (Merkste watt? War blöd – Merkste selber!).

Wenn ich einige der Fotografien heute so machen würde und z.B. im Forum zur Bewertung online stellen würde, die anderen User würden diese in der Luft zereissen, ich sag nur „kippt“ „Tiefenschärfe“ „unscharf“ „falscher Schnitt“ usw. , aber wir reden hier ja über Kunst.

Fotografieren durfte man natürlich nicht,der Eintritt liegt bei 9 Euro , Schüler zahlen nur 2,80 Euro, Studenten und „Bezieher von Leistungen der Hilfe zum Lebensunterhalt oder der Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung nach dem XII. Buch Sozialgesetzbuch“ (was für ein schwerer Satz) sowie Zivis und Wehrpflichtige zahlen 4,50 Euro.

Ob sich das lohnt darf bis zum 11.01.2009 jeder für sich selbst entscheiden, ganz wichtiger persönlicher Tipp von mir:

Abstand halten (von den Kunstwerken!)

Schlagworte: ,

4 Kommentare zu „Abstand halten von “ Orte der Sehnsucht „“

  1. Martin sagt:

    und wieder einmal zeigt sich, wieviele Männer ein völlig falsches Bild davon haben, was genau 20cm sind…
    😉

  2. Jens sagt:

    tze tze tze …

  3. bierskoda sagt:

    Die Fotografen von heute sind die Maler von gestern. Oder umgedreht. Man versuchte in der alten Zeit, so genau, so wirklichkeitstreu wie möglich etwas aufs Papier oder auf die Leinwand zu bringen.
    Es gibt Bilder von alten Meistern, die sind so was von genau gemalt, dass man im ersten Moment glaubt, es sei eine Fotografie. Umgedreht habe ich gerade in den letzten Monaten einige Farb-Fotografien in der Tageszeitung gesehen, die waren so toll gemacht,dass man zuerst an ein Gemälde glaubte.
    Kunst ist ein weiter Begriff, von Michelangelo über Rembrandt und Piccasso zu August Sander über Hamilton und Helmut Newton. Da dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Auch Kunsthistoriker kommen daran nicht vorbei.

  4. Jens sagt:

    Hey Udo,

    danke für deinen Kommentar. Die fotorealistischen Bilder haben wir heute auch gesehen, Wahnsinn wieviele Details man darauf erkennen könnte, wenn man nah genug ans Bild käme 😉 .

    Gruß,
    Jens