Abzocke? Apothekennotdienst Servicerufnummer: 22833

Früher war doch echt alles besser, früher ist man zur Apotheke gefahren und es hing ein Zettel im Schaufenster, welche Apotheke Notdienst hat – und heute? Heute gibt es wenn man Pech hat nur den Hinweis auf eine kostenpflichtige Servicehotline, nämlich die 22833 ! Doch was tut man wenn der Partner / die Partnerin oder man selber Schmerzen hat? Man beißt in den sauren Apfel und ruft da an und bezahlt unverschämte 0,69 Euro pro Minute per Handy. Schön vom Festnetz ist es etwas günstiger , aber wer hat schon vor der Apotheke seinen Festnetzanschluss dabei?? Kostenlos geht es auch wenn man einen Datentarif hat, dann surft man einfach auf 22833.mobi , aber darauf wurde auf dem Zettel nicht hingewiesen. Per SMS kostet es übrigens auch mindestens 1,38 – es werden nämlich 2 SMS benötigt!

Naja, nach ca. 2 Minuten (1,38 Euro) Hinweise und Wartemusik wurde man quasi in das elektronische Unterhaltungsprogramm eingeführt – denn Hinweise habe ich nicht bekommen, denn der Sprachcomputer am anderen Ende der Leitung hat weder die PLZ noch den Ort richtig erkannt, warum muss man die „sprechen“ und kann diese nicht mit Hilfe der Tastatur eingeben? ( #fail würde man nun bei twitter schreiben )

Naja, ich hab es dann aufgegeben und bin zur nächsten Apotheke gefahren, dort hing auch noch so ein Notdienst-Plan aus und wir konnten dann doch noch eine Apotheke finden, ganz auf die alte herkömmliche Art und ohne Abzocke.

Ich meine immerhin ist doch derjenige der da anruft, ein potentieller Kunde der sowieso einen Notdienstzuschlag zu zahlen hat, oder etwa nicht? Ich meine da hat man Schmerzen, wartet nicht bis zum nächsten Tag und macht sich auf die Suche und wird direkt doppelt abkassiert – warum nicht noch Parkgebühren vor der Apotheke in der Nacht? Da kann man doch noch mehr verdienen, oder etwa nicht? Beratungsgebühr? Auskunftsgebühr? Verpackungsgebühr? Aufpreis für ne Tüte?

Demnächst muss man bei der Apotheke wahrscheinlich nicht mehr klingeln, sondern eine kostenpflichtige Servicehotline anrufen, die Bestellung aufgeben bzw. die Symtome eingeben und dann kommt das Beratungsgespräch. Anschließend kann man an einem anonymen Fach die Bestellung entgegen nehmen – das Ende der Abzocke bei den Apothekennotdiensten ist also noch nicht erreicht, aber der Anfang ist mit der 22833 ja schon da, wobei ich muss gestehen, der Anruf bei einer normalen Auskunft auch teurer hätte sein können.

3 Kommentare zu „Abzocke? Apothekennotdienst Servicerufnummer: 22833“

  1. Kalliey sagt:

    Das ist eine Sauerei!

  2. HiPPiE sagt:

    Demnächst muss man bei der Apotheke wahrscheinlich nicht mehr klingeln

    Der Trick ist Folgender: Man suche sich einen Pflasterstein oder ähnliches Wurfgeschoß, hämmere dieses in die Eingangstür, nehme Abstand und warte bis der von der Polizei oder dem System alarmierte Apotheker auftaucht und fragt den dann, ob er denn so freundlich wäre ;). Apotheker liebe ich ja auch ganz besonders.

    Schlauer ist’s aber wirklich eine kleine Hausapotheke mit dem Wichtigsten zu pflegen, und im Schmerzbereich bestenfalls Verschreibungspflichtiges, weil dieses Pille-Palle-Zeugs meistens die Nerven nicht im Geringsten beruhigt.

  3. Jens sagt:

    @HiPPiE : So kann man es natürlich auch machen… beim nächsten mal vielleicht 😉