Ein Blogger ist ein arbeitsloser Publizist.

…schrieb Richard Wagner – nein nicht der großartige Komponist – sondern ein Schreiberling der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS nicht FAZ)  – und er geht noch weiter! „Der Blogger bleibt der arbeitsweltliche Assoziale, mit dem draussen keiner spielen wollte.“

Ich zitiere weiter: „Die Anonymität, das Ungefilterte und von keiner Instanz Geprüfte wird nur von den Netz-Aficionados als Freiheit gefeiert – in Wahrheit hat es dem Blockwart die Hecke bereitet, wo er seine Lust an Denunziation und Diebstahl ausleben kann.“ Respekt! Den Satz merke ich mir…

Hier mein offener Brief an Richard Wagner…

Sehr geehrter Herr Richard Wagner,

sie promovierten mit einer Arbeit über Ralph Waldo Emerson und die Geburt des Pragmatismus aus dem Geiste des Transzendentalismus, ich verneige mich vor Ihnen.

Ich möchte mutmaßen, dass Sie früher bestimmt oft draussen gespielt haben, bzw. dass Sie früher mit den gegeben Umständen zurechtgekommen sind (pragmatisch) – sicherlich wurden Sie oft von dem Assozialen Pack abgestraft und als Streber tituliert. Das tut mir leid, aber nun sind Sie wer – Sie schreiben für die FAZ / FAS und können es allen zurück geben, allen die früher über Sie gelacht haben und auch allen die früher über Ihre Brille gelästert haben.

Herr Richard Wagner – Sie tragen einen großen Namen – meiner Meinung leider nicht zu Recht.

Sie wissen sicherlich, dass der Transzendentalismus einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung einer eigenständigen amerikanischen Nationalliteratur hatte, sicherlich wollen Sie sich nicht dem Fortschritt verwehren. Die Literatur von gestern = der Blog von morgen?!

Der Schreiberling im interaktiven Austausch mit dem Leser – früher nur ein Traum – heute Realität. Ralph Waldo Emerson lebte im 18. Jahrhundert – ich habe das Gefühl, dass Sie sich ebenso in diesem Jahrhundert befinden und mit Scheuklappen sämtlichen neuen Entwicklungen begegnen.

Mit vorzüglicher Hochachtung,

Jens Stratmann

Ihr wisst gar nich wovon ich schreibe?

Quelle: Polemik von Richard Wagner in der FAS vom 02.11.2008 , Flickr-Surfguard

via: Bubbleboy , Kasn , Tutsi

4 Kommentare zu „Ein Blogger ist ein arbeitsloser Publizist.“

  1. www.jens-stratmann.de » Blog Archive » Blog-Leserservice vom feinsten… sagt:

    […] meine nicht den Leserservice einer Tageszeitung. (Die Hoffnung das ich noch eine Antwort von dem FAZ-Schreiberling bekomme habe ich ja aufgegeben). Ich meine eine Mail die ich heute von einem eifrigen Blog-Leser […]

  2. Daniel M. sagt:

    Hallo Herr Stratmann,

    es handelt sich bei Herrn Richard Wagner nicht etwa um den Blogger der bei der Achse-des-Guten mitbloggt oder? Das würde mich zumindest sehr wundern.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/authors/

  3. Jens sagt:

    Hallo Herr M. , oder darf ich Daniel sagen?

    Nein, um den Blogger handelt es sich nach Bildansicht nicht, aber vergleiche doch selbst die Bilder…

  4. Uih Kai Diekmann schreibt nun einen (Bild) Blog... - www.jens-stratmann.de sagt:

    […] muss man ihm zugestehen, ich denke viele Publizisten hätten gerne seinen Job (bzw. wenn es nach Richard Wagner geht – überhaupt einen Job […]