Filmkritik: Robin Hood 2010

Gestern war ich ja (wie schon gebloggt) in der Preview (Vorpremiere) von Robin Hood.

Ich hatte mich nicht vorbereitet und dachte es würde sich wieder um eine typische Robin Hood Verfilmung handeln, doch da wurde ich eines besseren belehrt.

Große Schlachten , schöne Landschaften und zahlreiche Statisten füllten die Kinoleinwand… leider aber auch lückenfüllende Romantikszenen.

Ich möchte nicht „spoilern“ aber irgendwie scheint die Geschichte um Robin Hood bzw. besser gesagt um Richard Löwenherz etwas verändert, aber da mag ich mich natürlich auch täuschen.

Die Schlachten wurden großartig inzeniert, gar keine Frage die Landschaften hervorragend ausgesucht und auch die Schauspieler verstehen ihr Handwerk. Kamera & Schnitt waren (gerade bei den Schlachten) perfekt aufeinander abgestimmt, jedoch hätte mir persönlich etwas weniger Romantik, etwas weniger Rahmenprogramm besser gefallen.

Der Film ist sehenswert, keine Frage, wer auf das Genre steht muss den Film gesehen haben.

In diesem Sommer kommt übrigens ein neuer Film mit Werner (Eiskalt) und die Kinoverfilmumg vom A-Team ins Kino.

Die beiden Filme werde ich mir auch an tun, obwohl ich jetzt schon weiß, dass die A-Team Verfilmung nicht an das Original herankommen und der Werner Film sicherlich nicht an Beinhart rankommen wird.

5 Kommentare zu „Filmkritik: Robin Hood 2010“

  1. Spacefalcon sagt:

    Ohne den Film gesehen zu haben, ich mag ihn jetzt schon nicht!

    Es gibt nur eine Verfilmung und zwar die von 1938, schon das Costner Remake, hat da nicht ran reichen können, wie auch?!

  2. Kathy-Jo sagt:

    Robin Hood und wie er seine Marian küsst – Cate Blanchett in einem Intereview:“ Ach ja, er hat mich geküsst.“

    Natürlich kam die Szene mit dem Kuss und auch die Annäherung zwischen Robin und seiner Maid beim Tanz. Und es waren Bilder, die sehr intim wirkten und mir gefallen haben. Die Wildheit und Begierde bei diesem Kuss war schon sehr offensichtlich. Hervorgerufen durch die vorangegangene Schlacht und seine Angst, der Schönen hätte der Tod gegenübertreten können, nimmt er sie leidenschaftlich in seine Arme und reißt sie aus den Fluten. Noch schöner wäre diese Szene gewesen, wenn sein Blut nicht auf ihr Gesicht getropft wäre und sich nicht Ekel dazugesellt hätte. Nun kann ich nachvollziehen, dass Cate Blanchett in einem Interview gar nicht so begeistert über diesen Kuss gesprochen hat. Immerhin ist ihr da diese eklige Brühe aus Chemie zwischen die Lippen geflossen und ich denke, dass sie froh war diesen Kuss zu beenden statt ihn endlos fortzusetzen. Kinobesucher mit schwachem Magen was den Anblick von Blut betrifft, haben sicher diesen Kuss auch nicht gemocht. Da war dann die mit Kerzenlicht ausgeleuchtete Szene in ihrem Schlafgemach schon wesentlich erotischer, als sie sich von ihren Unterkleidern befreite und er viel zu weit entfernt auf dem Boden liegen bleiben musste – weil er ja sonst seines Gemächtes beraubt worden wäre.

    Somit war also kein besonderer Kuss-Genuss in diesem Film. 140 Minuten fehlende Authenzität zur wahren Geschichte, ganz zu schweigen über die Personendarstellung des Prinz John und die fast albern anmutenden musikalischen Ähnlichkeiten zum Gladiator. Auch diese Szene wie Crowe sich zum Boden kniet und die Erde berührt war eindeutig aus dem römischen Epos entliehen und gehörte ganz und gar nicht zum Matsch des mittelalterlichen Englands. Geschweige denn diese zerlumpten Gestalten aus dem Wald von Nottingham, die dann wirklich und wahrhaftig auf Ponys in die Schlacht reiten wie aus den kitschigen 60er Jahre Filmen mit Heide Brühl, wo Ferien auf dem Ponyhof stattfinden. Fehlgriff Mr. Scott. Einfach nur lachhaft und völlig daneben.
    Der Film hätte nicht mal Spielfilmlänge, wenn man all die Sequenzen entfernen würde, die ohne inhaltlichen Belang sind und die völlig aus der Luft gegriffen werden, nur um ihm 140 Minuten zu verpassen. Durfte der Cutter nicht mitreden?
    Die Bogenschüsse sind bei weitem nicht so spektakulär gefilmt wie die, die wir längst kennen und Finger eines Bogenschützen, wohlgemerkt aus dem Mittelalter, die mit Pflaster verklebt sind…..bitte welches Publikum wünscht sich dieser Regisseur eigentlich?
    Da schwingen die Adligen Englands und ihr Prinz John große Reden und die Spucke fliegt durch die Luft, dass man sich ducken möchte, um nicht vom Speichel getroffen zu werden. Wo bleibt da die Ästhetik? Die Würde des Zuschauers, der nicht unbedingt mit jedweder Körperausscheidung konfrontiert werden möchte, wenn er ins Kino geht und gerade sein Popcorn in sich reinfuttert. Und was ist mit diesem Godfrey? Nun er hat so einen ähnlichen Schmiss abbekommen wie der Sheriff im Costner-Robin-Hood. Hat ihm doch glatt ein Pfeil von Robin in den ersten 10 Minuten des Films den Mundwinkel zerrissen. Und nun muss ich mir für geschlagene 130 Minuten immer und immer wieder diese zusammengenähte Wunde ansehen und überlege mir jedes Mal mit welchem Material die Maskenbildner wohl dieses Teil da auf die Wange geklebt haben. Immerhin ist die Bildqualität so gut, dass ich sogar erkennen kann, dass sie ihm dort an der Stelle das Gesicht vorher gut rasiert haben, damit das Ding auch kleben bleibt. Und wieso geht der Mann her und brennt sich da ein heißes Eisen drauf? Persiflage auf Costners Film, in dem der Sheriff als ein sado-masochistischer Typ dargestellt wird? Einfach nur albern.
    Und dann die letzte Schlacht. Ich dachte ich spinne. Da kommen die Franzosen in Booten an die Küste die sie sich scheinbar bei den Alliierten abgeschaut haben, um an einer Steilküste zu landen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt konnten auch die Hauptdarsteller mir den Film nicht mehr versüßen. Phantasie schön und gut. Technische Spektakel sind notwendig. Aber wenn schon eine Geschichte an die Geschichte angelehnt wird, dann bitte ein bisschen mehr Genauigkeit.
    Der Robin Hood, der mit Audrey Hepburn und Sean Connery in sein Leben „Nach Sherwood Forrest“ geführt hat, war Klasse.
    Dieser hier, der zeigen sollte was „vor Sherwood Forrest“ geschehen ist, hat leider die Note „schwach“ bei mir. Das hätte man besser machen können und da lasse ich auch die Entschuldigung nicht gelten, dass er zu einer Zeit produziert wurde, als die Dramaturgen gestreikt haben. Mr. Scott hätte den Drehbuchautoren ein bisschen mehr Geld geben sollen, dann hätten sie vielleicht ihren Streik beendet und hätten ihm eine ordentliche Story abgeliefert. Die Beispiele wie man eine Geschichte, die seit 100 Jahren im Kino und im Fernsehen in gleicher Weise gesehen wird, in die Zukunft oder in die Vergangenheit transportiert haben andere besser hinbekommen. Siehe „Star Wars- Episode X“.
    Aber was erwarten wir eigentlich von jemandem, der ursprünglich alles aus dem Bauch einer Frau hopsen ließ, was Schauer über die Haut jagte? Die Schauer, die mir gestern über die Haut jagten wurden erzeugt durch dilettantisch dargestellte Filmkunst, die einzig und allein durch hervorragende Techniker getragen wurde.

    Gruß von Kathy

  3. Jens sagt:

    Wow! Danke für den Kommentar!

  4. Kathy-Jo sagt:

    🙂 gerne wieder…allerdings nehme ich mir beim nächsten kinobesuch von der strasse einen mann mit hinein, der küssen kann 🙂 nur um die langweiligen passagen zu überbrücken – denk ich.

    have a nice day boys

  5. Joaquin sagt:

    Also bei A-Team kann ich auch warten, bis das Teil zum x-ten mal im Fernsehen wiederholt wird…