Habt ihr schon mal einen Beipackzettel gelesen?

Ich habe es heute mal getan, gestern musste ich mir ja neue Halsschmerztabletten besorgen, denn die Tabletten die ich noch in meiner Schublade hatte waren schon „etwas“ über das „Verwendbar bis:“ Datum hinaus:

Da wollte ich mal nichts riskieren und habe mir neue besorgt, auf der Verpackung steht: „Wirkt bis zu 3 Stunden“ – und das stimmt tatsächlich. Die Halsschmerzen sind weg – für 3-4 Stunden und dann kommen die wieder, als ob eine Art Zeitschaltuhr in den Lutschtabletten eingebaut ist.

Aber darum ging es mir jetzt gar  nicht. Ich habe mir mal die Verpackungsbeilage durchgelesen, das hätte ich mal besser nicht tun sollen, denn die „Risiken und Nebenwirkungen“ nach denen man ja eigentlich schon den Apotheker fragen soll (wenn man der Fernsehwerbung glauben darf) lesen sich echt fies.

Also nachfolgende Nebenwirkungen sind bei den Dobendan Strepsils Direkt Lutschtabletten möglich:

  • Asthma, Schwellungen im Gesicht, der Lippe oder der Zunge, Haureaktionen, Ohnmacht

Andere mögliche Nebenwirkungen:

  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verdauungsstörungen, Blähungen
  • ein warmes oder brennendes Gefühl oder ein Kribbeln im Mund
  • Geschwüre im Mund, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Schlaflosigkeit

Na? Noch nicht schlimm genug? Bei einer höheren Dosis können auch nachfolgende Nebenwirkungen auftreten:

  • schwere allergische Reaktionen
  • Magenblutungen, Magengeschwüre
  • Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht, Nierenfunktionsstörungen
  • erhöhtes Risiko für einen Herzinfakt oder Schlaganfall
  • Veränderungen des Blutes

Krass, oder? Also, wenn ich in ein paar Tagen nicht mehr blogge, wisst ihr Bescheid. Na, mal Scherz beiseite, diese Nebenwirkungen stehen natürlich in fast jedem Beipackzettel, wenn es danach geht dürfte man ja gar keine Medikamente einnehmen, aber was mich interessieren würde: Lest Ihr diese Hinweise oder habt ihr auch überlebt ohne diese Hinweise zu wissen?

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13 Kommentare zu „Habt ihr schon mal einen Beipackzettel gelesen?“

  1. Uwe sagt:

    Solange als Nebenwirkung nicht ‚Wutanfall‘ drin steht, ist alles gut. 😉

  2. Jens sagt:

    Gibt es die auch? Die würde ich mir dann kaufen, dann hätte ich ne Ausrede!

  3. Vorstadtprinzessin sagt:

    Kribbeln im Mund ist doch garnicht so schlimm… 😉

  4. Jens sagt:

    @Vorstadtprinzessin: Kribbeln im Bauch ist auch toll!

  5. Sascha sagt:

    Klar gibt es „wut-fördernde“ Nebenwirkungen. Meist dann, wenn Medikamente direkt oder indirekt auf den Hormonhaushalt, insbesondere Adrenalin Einfluss nehmen 😉

    Bei „normalen“ Medikamenten wie Kopfschmerztabletten oder Hustensaft lese ich mir die Packungsbeilagen nie durch, sondern orientiere mich an den Hinweisen, die mir der Arzt gegeben hat… oder die man eben selbst kennt (zB. bei Kopfschmerztabletten). Wenn ich dann aber mal ein Mittelchen nehmen muss, mit welchem ich vorher noch nie in Berührung gekommen bin, weil es etwas ist, womit ich vorher nie zu tun hatte, dann werfe ich schon gerne einen Blick auf die Packungsbeilage. Zum einen, damit ich nicht versehentlich zu viel einnehme, zum anderen auch, weil ich nicht weiß, wie ich darauf reagiere.

    Es ist aber nicht so, als hätte ich schlaflose Nächte, wenn ich ein Medikament mit vielen Nebenwirkungen zu mir nehme. Das bereitet mir dann weder Angst noch Sorge, denn passiere KANN immer viel und die Nebenwirkungen müssen halt rechtlich zur Absicherung mit auf den Zettel. Für mich ist einfach nur die Kenntis wichtig, damit ich im Fall der Fälle -der zum Glück noch nie eingetreten ist- eine aufkommende Nebenwirkung rechtzeitig erkenne.

  6. Jens sagt:

    @Sascha: Jou, das macht Sinn!

  7. Aleksandrah sagt:

    Ich lese die vorsichtshalber meist gar nicht…hab ich mal gemacht, als ich ’ne dicke Erkältung hatte und den BPZ von Wick MediNight gelesen hab. Fazit: Ich hab das Zeug partout nicht runterbekommen B-)

  8. Jens sagt:

    @Aleksandrah: Jaja, Wick MediNight – da steht eine ganze Menge drin, aber das Zeug hilft ja auch sehr sehr gut 😉 also bei mir zumindestens …

  9. Horst Schulte sagt:

    Ich muss leider täglich mehrere Tabletten einnehmen. Wenn man bestimmte Erkrankungen hat und deshalb darauf angewiesen ist, liest man zwar auch die Beipackzettel und das darauf folgende „Unwohlsein“ packt wohl die meisten. Aber dann muss man sich fragen, wie die Alternativen sind.

    Mein Freund musste einige Chemotherapien durchleiden und eine Reihe von Bluttransfusionen. Trotzdem hat es nicht geschafft. Die Nebenwirkungen sind unterschiedlich stark. In seinem Fall war es so, dass er sie klaglos ertragen hat.

    Es ist gut, wenn sich Patienten hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen kundig machen und wenigstens die Beispackzettel lesen. Man kann, wenn die Erkrankung nicht so schlimm ist, ja dann auch frei entscheiden, ob man die Risiken eingeht oder nicht.

    Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem älteren Herrn, der aufgrund einer weiteren Erkrankung ein Medikament verschrieben bekam, das ihm unheimlich war. Er sagte: „Ich kann mir jetzt aussuchen, ob ich an einem Herzinfarkt oder an Krebs sterben will“. Darin steckt wohl ein Stück Wahrheit. Aber wir werden im Durchschnitt heute so alt, dass man wohl feststellen muss, dass die Qualität der uns zur Verfügung stehenden Medikamente doch sehr hoch sein muss. In anderen Gegenden der Erde ist die medizinische Versorgung schlecht und die Menschen sterben im Durchschnitt viel früher.

    Sorry, ist ein bisschen lang geworden. Aber das ist schon ein wichtiges Thema.

  10. Jens sagt:

    @Horst Danke für deinen Kommentar, du hast vollkommen Recht, es ist ein wichtiges Thema und deswegen habe ich es auch mal angesprochen! Dir danke ich auf jeden Fall für deinen Kommentar und nun stöbere ich einwenig auf deinem Blog!

  11. stang2k sagt:

    Ich lese keinen dieser Hinweise. Ich glaube, wenn man das ernsthaft macht, geht es einem hinterher schlechte wie vorher.

  12. In-Grid sagt:

    ich lese auch nie die beipackzettel, zumindest nicht die nebenwirkungen! sollte ich feststellen, das ich irgendwie auf irgendwas reagiere was nicht mit der aktuellen krankheit zusammenhängt, dann kann ich ja immer noch gucken obs an der nebenwirkung liegt. vorher macht man sich nämlich sonst viel zu viele gedanken und bekommt dann „pseudo-nebenwirkungen“ zumindest wäre das bei mir so.

  13. ulf_der_freak sagt:

    Ich schmeiße Beipackzettel sofort weg. Die stören mich beim Zurückstecken des Blisters in den Karton.

    Ich beschaffe mir via DocCheck die Fachinformationen, die sind viel ergiebiger und größer auszudrucken.