Ich bin ein guter Mensch… …du auch?

jens…wirklich! Denn heute morgen als ich ins Büro gefahren bin stand in der Autobahnausfahrt ein Kleinwagen aus Ochtrup mit einem Stern hinten drauf 😉 – der Fahrer hatte sichtlich eine Panne bzw. ein Problem und war schon etwas älter (um es mal nett zu sagen), die vorherigen Fahrer sind alle vorbeigefahren – ich weiß ja nicht wie es gewesen wäre wenn ein junges Mädel mit Minirock liegengeblieben wäre – in diesem Fall war es aber ein älterer Herr…

Ich hielt also an und der Fahrer war recht verzweifelt, sein recht junger Gebrauchtwagen ist wohl einfach liegen geblieben, auf einmal wurde er immer langsamer – Sprit war noch drin, das habe ich schnell kontrolliert. Der Fahrer hatte sein Handy vergessen und wollte zunächst seine Frau informieren, also gab ich ihm mein Handy und er rief seine Frau an und teilte ihr mit folgenden Worten die Situation mit: „Ich hab den Wagen kaputt gefahren!“ … okay, da ist dann wohl noch eine 2. Person nun etwas verunsichert… in der Zeit habe ich ihm mal sein Warndreieck richtig hingestellt. (und mir Gedanken gemacht, was die Frau nun wohl denkt)

Ich habe dann für Ihn den ADAC angerufen, er ist da wohl (wahrscheinlich seit über 40 Jahren) Mitglied, hatte aber wie gesagt, weder Karte noch Handy dabei…  also schnell den „Notruf“ abgesetzt, kurze Schilderung der Sachlage und schon war Hilfe unterwegs, seine Mitgliedsnummer konnte die Dame am Telefon mithilfe des Namens und der Adresse ausfindig machen.

Der nette älterere Herr hat sich zehntausend mal bedankt, dass es noch Menschen gibt die helfen und wollte mir unbedingt Geld geben, ich habe ihm gesagt das ich es nicht wollte, denn ich hoffe, das wenn ich eine Panne habe auch mal jemand anhält – aber das hat ihn nicht davon abgehalten mir etwas Kleingeld zu geben: „Für ein Bier oder so!“

Schade, dass ich der erste war der anhielt, ich würde mir wünschen, dass mehrere Autofahrer schneller anhalten, denn der Fahrer sah wirklich mitgenommen / aufgelöst und verunsichert aus, sowas kann ja gerade bei älteren Menschen auch etwas anderes sein.

Wie macht ihr es? Haltet ihr an? Fahrt ihr weiter? Was sind eure Beweggründe? Fragen über Fragen, Antworten bitte als Kommentar…

7 Kommentare zu „Ich bin ein guter Mensch… …du auch?“

  1. davivo sagt:

    Ich finde es sehr gut, wie Du reagiert hast.

    In solchen Fällen halte ich auch an,
    ich bin immer bereit,
    Menschen in Notsituationen zu helfen.
    Leider sieht das in unserer Gesellschaft schon etwas anders aus,
    hier denkt doch fast jeder zunächst nur an sich
    und seinen eigenen Vorteil.

    Es ist schade, dass wir so egoistisch sind / geworden sind.

  2. Thomas sagt:

    In der von Dir geschilderten Situation (morgens, BAB-Auffahrt, Verkehrsaufkommen) würde ich auch helfen, keine Frage. Gleiche Situation nachts, mit wenig bis kein Verkehr etc. würde ich definitiv nicht anhalten. Denn ob es ein „vertrauenserweckender“ alter Mann ist oder nicht – mit solchen Tricks sind schon manche „gute Menschen“ ausgeraubt worden, weil die Panne keine Panne war.

    Mag sein, dass es auch wirklich hilfebedürftige Autofahrer treffen wird. Doch sich in eine derartige Gefahrensituation freiwillig zu begeben wäre fahrlässig. Hinterher nützt die Erkenntnis bekanntlich wenig. Und blindes Vertrauen in der heutigen Zeit… ne nicht wirklich.

    Du hast Dir hierfür aber ein Sternchen verdient 😉 .

  3. Nadinechen sagt:

    Jeden Tag eine gute Tat… das freut mich für den Herren, dass gerade du angehalten hast! Ich hätte mich übrigens auch darüber gefreut – ich habe aber von meinen Eltern eingetrichtert bekommen nie und niemals anzuhalten und irgendwenn mitzunehmen oder zu helfen. Selbst wenn mein Herz danach schreit!!!

    Aber in solch einer Situation hätte ich auch geholfen, denn der Mann hätte mir bestimmt nichts angetan… 😉

    Toll, dass es auch noch solche Menschen gibt!

  4. sara sagt:

    Mir gehts ähnlich wie Nadinechen – auch mir wurde eingetrichtert, bei Liegenbleibern oder Anhaltern vorsichtig zu sein. Man weiß ja nie, ob es nur eine Falle ist. o_O

    Trotzdem bin ich nur zu gern hilfsbereit und in der von dir geschilderten Situation hätte ich auch angehalten und zumindest gefragt, ob er vielleicht mein Handy benutzen möchte, um den Abschleppdienst o.ä. zu informieren. Schließlich haben gerade ältere Leute oftmals überhaupt kein Handy („Wat soll ich mit diesem neumodischen Kram??“ sagt mein Großvater immer… *g*) Technisch hätte ich ihm übrigens eh nicht weiter helfen können, weil mein Fachwissen über Autos gerade mal reicht, um zu tanken, den Ölstand zu kontrollieren und ggf. Öl nachzufüllen und die Scheinwerferlampen zu wechseln. Aber manchmal ist es ja schon eine Hilfe, wenn man das Gefühl mit der Situation nicht allein zu sein. 🙂

  5. Roberto sagt:

    Leider ist es nicht selbstverständlich das man anderen hilft. In unserer schnellen Zeit lebt jeder nur für sich. Auf jedenfall hast du meinen Respekt das du trotzdem angehalten hast. Würde nicht jeder machen.

    Ich selbst fahre noch nicht Auto, wäre aber jeder Zeit bereit zu helfen. Natürlich würd ich mir vorher die Person anschaun. Denn vorsichtig sollte man immer sein. Man weiß nie was das für einer ist, immerhin leben wir in einer kaputten Welt 🙁

    Ich mach immer älteren Damen in Bus und Bahn einen Platz frei wenn sie sich setzen wollen. Somit trage ich einen kleinen Teil zur Menschlichkeit bei.

  6. Ralf sagt:

    Anhalten ist eigentlich pflicht. Geht es dem Menschen nicht gut, hat er z.B. einen Schwächeanfall, wäre vorbeifahren unterlassene Hilfeleistung. es muss ja nicht immer etwas am Auto sein.

    Sofern möglich, halte ich immer an und helfe soweit ich kann. In Hagen stand mal ein junges Pärchen mit liegen gebliebenem Auto in der Ausfahrt. Dahinter mindestens 20-30 weitere Autos. Nun geht die Ausfahrt leicht Berg auf, der junge Mann schob sich an dem Kleinwagen mit lenkender Freundin drin einen Wolf. Ausgestiegen, angepackt, keine 80 Sekunden später war der Weg wieder frei. Bis… ja bis einer der Idioten meinte er müsste Hupen, sich aufregen und mit Schimpfworten bedanken. Ups. Da stand mein LKW quer und wollte nicht mehr anspringen. So ein Pech aber auch. Gut das er wenige Minuten später dann doch wieder ansprang 😉

    Oft genug erlebe ich auch Unfälle quasi live mit. Morgens gegen 5 Uhr auf der A40, Winter es war noch sehr dunkel. plötzlich steht da ne Palette Laminat quer auf der mittleren Spur. zum Glück war ich nur mit dem PKW unterwegs und konnte gerade eben noch so ausweichen. 50 Meter weiter stand ich dann auf dem Standstreifen, stieg aus und wollte das Warndreieck raus holen, da hörte ich schon das nächste Auto ne Vollbremsung hinlegen.
    Die Insassen des Autos und ich waren schon recht verdutzt, selten steht da einfach so ne Palette auf der Autobahn. Schnell die Autobahn abgesichert, dann fiel es uns erst auf: Nochmal 50m vor meinem Auto lag ein LKW quer auf der Autobahn. 2,5 von 3 Spuren blockiert. LKW komplett unbeleuchtet.
    Die Polizei war schnell benachrichtigt und ebenso schnell vor Ort. Allerdings wäre ich in den wenigen Minuten bis die Polizei kam beinahe zum Serienmörder geworden. Die einen Vollhonks knallen mit 60-80 Sachen an der Unfallstelle vorbei (Winter!! Dunkel! Glatt!!). Die anderen Vollhonks nehmen sich wenigstens noch die zeit das Fenster runter zu kurbeln und einen ein paar nette Beschimpfungen an den Kopf zu werfen. bei einem habe ich dann mal eben durchs Fenster gegriffen und ihm den Anschnallgurt zurecht gerückt. Fand der gar nicht witzig, er ergriff allerdings die Flucht als ein Polizist in unsere Richtung kam.

    Also mir würde es irgendwie gar nicht in den Sinn kommen nicht anzuhalten sofern ich es möglich ist. Vor allem vor dem Hintergrund das ich schon Menschen aus dem Auto geholt hatte und froh war das ich mehrfach einen Erste-Hilfe-Kurs besucht hatte. Da sollte sich vielleicht der eine oder andere auch nochmal überlegen wie fit er/sie in Sachen Erste-Hilfe ist.

  7. Simon sagt:

    Ich finde es klasse wie du reagiert hast. Sehr vorbildlich.

    Mit dem Auto hab ich noch selten jemand mit einer Panne stehen sehen, höchstens auf der Autobahn und dort habe ich nicht angehalten.

    Ich bin aber viel mit dem Rad unterwegs und seh daher oft einen mit einem Platten dastehn. Da frage ich dann auch immer ob ich helfen kann, denn ich habe immer Flickzeug und Ersatzschlauch dabei.