Ich war heute bei der Polizei / Kriminalpolizei …

…und wurde tatsächlich für einen Praktikanten gehalten! Aber ich fang direkt mal von Anfang an, ich hatte ja hier schon meinen Unmut über das Fernabsatzgesetz bekundet und hier noch schnell geschrieben wie man einen Onlinehändler so richtig auf die Palme bringen kann… richtig ärgern kann man einen Onlinehändler aber wenn man zur Polizei geht und eine Anzeige aufgibt.

Ich könnte nun viele Worte verlieren, aber ich mach es kurz, warum? Weil ich mir Luft verschaffen möchte, weil ich mich ungerecht behandelt fühle und zwar von einem Kunden – der jetzt kein Kunde mehr ist und auch nie wieder einer werden wird und auch gar nicht mehr werden soll, denn auch wenn ich mich ansonsten immer sehr über meine unkomplizierten Kunden freue, dieser hat mir gehörig die Suppe versalzen:

Ein potenzieller Kunde hat bei mir etwas bestellt, dann sich umentschieden und wollte dann eine Spezialanfertigung, die ich so nicht im Shop gelistet habe. Das ist für mich kein Problem, kann aber mal etwas länger dauern. Der Kunde wollte warten. (hat aber alle 2 Tage gemailt und sich über den Stand der Dinge informiert, auch in einem Zeitraum wo er noch gar nicht überwiesen hatte). Als ich herausbekommen habe, dass es länger dauert habe ich den Kunden informiert. Er wollte länger warten, wir haben uns darauf geeinigt, dass wenn der Artikel nicht lieferbar ist, dass ich ihm dann einen gleichwertigen Ersatzartikel sende den er dann umtauschen kann sobald der andere (von ihm bestellte) Artikel verfügbar ist. Von Anfang an habe ich mit offenen Karten gespielt und ihm auch mehrfach angeboten ihm sein Geld zurück zu überweisen.

So, habe also dann irgendwann den Anruf von meinem Lieferanten bekommen, dass der Artikel aktuell nicht greifbar ist, kann ja mal passieren, also habe ich dem Kunden mit einem netten Anschreiben einen anderen Artikel vorab geschickt – per Post – im Luftpolsterumschlag und jetzt kommt mein Fehler – unversichert. Denn die Kosten für solche Sendungen muss ich ja tragen und da habe ich am falschen Ende gespart, beim nächsten mal bin ich schlauer, denn ich weiß nun nicht ob der Kunde die Ware bekommen hat oder nicht. Seinen Aussagen hat er dieses wohl nicht, doch das erfuhr ich nicht per Mail oder per Anruf, dann hätte man die Sache ja schnell „aus dem Weg“ räumen können…

…nein, ich bekam etwas schriftlich, nämlich eine Vorladung zur Vernehmung als Beschuldigter. Tja, und da war ich heute, knapp 90 Minuten saß ich bei der Polizei / Kriminalpolizei und legte meine Unterlagen vor, ich hatte natürlich sämtliche e-Mails, sogar den Beleg über die Briefmarken die ich an dem Tag gekauft habe, eine Kopie vom Anschreiben und vor allem mein reines Gewissen und das kann mir ja keiner nehmen. Dem Kunden habe ich übrigens seinen Kaufbetrag zurückerstattet, nicht als Schuldanerkenntnis, nein, aus 100% Kulanz, denn ich bin in der Beweislast über den Verbleib der Ware, d.h. zukünftig geht hier keine Ware mehr unversichert raus und sei der Wert noch so gering.

Der Kunde war mir allerdings von Anfang an suspekt, ich möchte keinem etwas Böses unterstellen, aber wer von drei verschiedenen e-Mail Adressen schreibt, bereits in der 2. Mail „rechtliche Schritte“ erwähnt und seine Bankverbindung für eine Rücküberweisung (aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Präjudiz) auch zunächst nur über die Polizei bekannt geben möchte hinterlässt zumindestens bei mir einen „bleibenden Eindruck“. Dabei hätte ich dem Kunden vom Titel her „etwas mehr“ zugetraut, war er schließlich mal Oberstudienrat(*) mal Wirtschaftsprüfer(*) und mal Teufelsanbeter(*), das ergab sich zumindestens aus den e-Mail Adressen, eine musste ich aus dem Spam-Ordner fischen, denn er verwendete auch solche Wegwerf-e-Mail Adressen für seine Shop-Bestellung, das macht natürlich Sinn – vor allem wenn dort schon das Wörtchen Spam drin auftaucht und somit rausgefiltert wurde.

Ich halte euch dann mal auf dem Laufenden was dabei rausgekommen ist, absofort geht hier wie gesagt KEINE Ware mehr unversichert raus, das erhöht natürlich die Kosten – die leider wieder der Endkunde bezahlen muss, aber scheinbar geht es nur. Aktuell gibt es bei der Polizei / Kripo wohl eine Menge Praktikanten und ein Kollege der Beamtin (die mich heute sehr nett, freundlich und verständnisvoll vernommen hatte) dachte wohl auch ich wäre einer, denn er platzte gut gelaunt in die Vernehmung und ging auch erst wieder als sie ihn aufklärte. Demnächst gehts weiter…

(* Tätigkeiten leicht abgeändert)

6 Kommentare zu „Ich war heute bei der Polizei / Kriminalpolizei …“

  1. Lutz Balschuweit sagt:

    Ach Du hast immer schöne Beschäftigungen 😆

  2. Beany sagt:

    Gott wie ätzend ist das denn?

    Zum kotzen ist das! Was bildet der sich ein? Mir fehlen die Worte!

  3. Jens sagt:

    @Beany: Och, ich habe mich heute 90 Minuten sehr nett unterhalten und halt meine Sichtweise zu Protokoll gegeben und ein paar kritische Nachfragen auch nicht vergessen…

    @Lutz: Jou, hier geht es momentan ab, ich hab noch mehr in der Pipeline !

  4. NargilemPoker sagt:

    Boah…

    Da würde ich aber auch einen solchen Hals bekommen.
    Sowas geht gar nicht… Zumal, wie du sagst, vorher solche Verabredungen getroffen wurden. Schade das dann immer die anderen darunter leiden müssen.

    Hoffe das du da schnell drüber wegkommst und der nicht noch mehr Stress verursacht.

    Halte es seit einem Vorfall bei eBay immer so das ich meine Briefchen nur Versichert versende. So ist das… ist zwar dann immer etwas teurer aber SICHER.

    mfg

  5. Beckgroundfoto sagt:

    Au man Jens…was machst Du denn für sachen? Unversichert verschicken? Bei mir ist es ja auch oftmals so das ich Abzüge oder DVD’s mit Aufnahmen verschicken muss, Luftpolsterumschläge gehen dann aber IMMER per Einschreiben weg. 3,05€. Die Luftpolsterumschläge kaufe ich im Viererpack für 1,-€ beim Tedi. Viel günstiger geht es kaum (zumindest wen man nicht die zeit hat mal eben eine größere zahl online zu bestellen und drauf zu warten!) Mit der Post habe ich schon vor jahren so schlechte Erfahrungen gemacht das ich denen nicht weiter traue als ich Ihnen hinterher schauen kann! 😉 Deswegen immer mit nachweis!
    P.S. Ich hoffe bei der sache kommt für Dich nicht weiter raus, letztenendes ist der betrag ja zurückerstattet worden, und da Du ja gewissenhaft alles belegen konntest sollte das ja wohl für Dich sprechen!
    Gruß aus Köln!
    Frank

  6. Jens sagt:

    @Frank : Ich denke nicht (also das mehr dabei rauskommt), wenn doch soll sich halt ein Anwalt damit rumschlagen
    @Blogvogel : Jepp, das lustige ist, ich hätte ihm ja auch ohne den Kontakt via der Polzei das Geld zurückerstattet, es wäre der gleiche Ablauf gewesen, aber nun gut … so sollte es wohl sein.