Interview: Frank Haverbeck von www.beckgroundfoto.de

Mit Frank Haverbeck von www.beckgroundfoto.de konnte ich dieses „kurze“ Interview führen, ich denke es ist recht interessant vor allem für Leser die sich für das Thema Fotografie interessieren, ich danke Frank für das „Rede und Antwort“ stehen, für die Tipps und natürlich auch für die Zusendung der Bilder die ich hier in diesem Beitrag nun veröffentlichen darf. Dieser Beitrag liegt mir sehr am Herzen, denn es ist eine neue Sparte in meinem Blog, bis dato gab es nur Blogvorstellungen – jetzt gehe ich auch in andere Bereiche, also bitte ich um zahlreiche Meinungen und Kommentare:

Das Interview:

Hallo Frank, deiner Webseite konnte man entnehmen, dass du mittlerweile 30 Jahre alt bist, gebürtig aus dem Ruhrgebiet kommst und derzeitig in Köln lebst. Was du deinen Besuchern noch schuldig bist ist die Antwort auf die Frage wie du auf den Namen BeckgroundFoto.de gekommen bist, wie lange du schon fotografierst und vor allem wie du dazu gekommen bist.

Hmm…wie es zu Beckground Foto gekommen ist? Also simpler Weise ist das ganze eine Spielerei mit meinem Nachnamen. Ich heiße mit Nachnamen ja Haverbeck und der Austausch des „A“ mit dem „E“ im Begriff „backgroundfoto“ spiegelt eine Verbindung von meiner Leidenschaft der Fotografie und meinem Namen wieder. Natürlich habe ich mir auch Gedanken um ein Logo gemacht, konnte mich dahingehend aber nicht wirklich entscheiden, da man sich ja auch für lange Zeit damit identifizieren muss. Und an meinen Namen bin ich ja nun schon gewöhnt 😉

Mit der Fotografie beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren. Intensiver ist es in den letzten zwei Jahren geworden und beruflich mache ich das ganze erst seit kurzem. An der Fotografie gefällt mir vor allem das breite Spektrum an Möglichkeiten, das sich hier anbietet. Aufnahmen von ein und demselben Motiv sehen durch ein Weitwinkelobjektiv komplett anders aus, als eine Detailaufnahme mit einem Teleobjektiv geschossen. Der Winkel, das Licht, der Standort, der Blickwinkel, all diese Dinge beeinflussen das Ergebnis und gerade das macht den Reiz für mich aus.

Viele Fotografen geizen nicht mit der Angabe der Kameratypen und Marken – bei dir ist das anders, du hast dich nicht speziell auf eine Kameramarke festgelegt – das finde ich persönlich sehr gut , denn nur so kann man mit der Zeit gehen – und wir wissen ja alle: wer nicht mit der Zeit geht , der geht mit der Zeit! Dennoch sei mal die Frage erlaubt welche Kamera du aktuell am häufigsten in der Hand hast und vor allem warum?

Natürlich ist es so, dass ich hier und da einen Hersteller bevorzuge. Allerdings würde ich niemals sagen ALLE Produkte von Canon, Nikon und wie sie alle heißen sind super oder schlecht. Gerne lasse ich mich von den jeweiligen Vorzügen überzeugen und genau dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn man die Qualität als oberste Priorität setzt man eben nicht nur durchweg bei einem Hersteller landet.
Welchen Hersteller ich derzeit benutze würde ich gerne splitten: im Bereich der Kameras benutze ich derzeit Canon am häufigsten. Gar nicht mal weil ich die Bedienung am intuitivsten finde, sondern weil mich die Qualität und die Lebensdauer bislang fast immer überzeugt hat. Im Bereich der Objektive teilt sich meine Begeisterung derzeit auf Canon & Sigma auf. Ich möchte nochmal betonen das dies aber lediglich aufgrund der Summe meiner Erfahrungen so ist und nicht weil alle anderen Hersteller schlecht sind!

Auf BeckgroundFoto.de sieht man ja schon einige beindruckende Bilder, vor allem die Nachtaufnahmen haben es mir angetan, magst du kurz was für die Hobbyfotografen etwas über die Fotoaufnahmen bei Nacht sagen? Worauf muss man achten?

Es freut mich sehr, dass Dir die Nachtaufnahmen so gut gefallen, gerne fasse ich hier die wichtigsten Dinge, welche man beachten sollte zusammen.

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Zum Handwerkszeug gehört für solche Aufnahmen zusätzlich zur Kamera auf jeden Fall folgendes:
1.Das Stativ. Es sollte ausreichend stabil sein, damit bei den langen Belichtungszeiten keine Erschütterungen das Ergebnis verfälschen.
2.Ein Kabel- oder Funkauslöser für die Kamera. Durch die lange Belichtungszeit reicht die Erschütterung durch das Drücken des Auslösers schon aus, um das Bild zu verfälschen. Durch die Verwendung einer „Fernbedienung“ kann man dies verhindern.
3.Zeit! Bei Langzeitbelichtungen stehen die Lichtquellen im Vordergrund, ob beweglich oder nicht, darauf kommt es an! Je nach Motiv kann man mit unterschiedlichen Belichtungszeiten die verschiedensten Effekte erzielen. Selbstverständlich spielen weitere Dinge eine Rolle: zum Beispiel das Wetter mitspielen. Also, am besten möglichst windstill und natürlich trocken. 😉 Wenn man diese Punkte beachtet hat man das wichtigste schon mal erfüllt! Die Kamera dann noch entsprechend einstellen und es kann los gehen! Viel Spaß beim ausprobieren!

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Hochzeitsfotografie, Produktfotografie, Portrait – du lässt ja fast keine Sparte aus, welche Sparte fotografierst du denn am liebsten? Kann man diese Frage überhaupt so pauschal beantworten? Worauf hat ein Fotograf am wenigsten Lust?

Also mir sind Detailaufnahmen und Sportaufnahmen am liebsten, in meiner Galerie finden sich unter anderem Bilder welche ich beim Red Bull Wakeboard Event geschossen habe, diese gehören definitiv zu meinen Lieblingsbildern. Worauf man als Fotograf am wenigsten Lust hat kommt meiner Meinung nach individuell auf den Fotografen an. Jeder hat Motive oder Sparten die er bevorzugt oder weniger gerne fotografiert.

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In deiner Galerie sieht man unter anderem auch ein paar Sportaufnahmen. Schon mal versucht einen Mountainbiker bei einer Abfahrt zu fotografieren? Ich stoße da schon an meine Grenzen, aber ich bin ja auch nur ein Laie der mit seiner Canon EOS 450D hin und wieder mal knipst.

Mountainbikefotos habe ich in der Tat noch nicht gemacht, stelle mir dies aber aufgrund der interessanten Lichtverhältnisse z.B. im Wald sehr spannend vor, kommt also auf meine To Do List!

Tiere sind ja oft sehr schöne Motive, das sieht man ja auch in deiner Galerie – nun werden wir doch mal persönlich. Welches Tier fotografierst du am liebsten? Welches Tier würdest du gerne mal fotografieren?

Die Tierfotografie mag ich persönlich auch sehr gern. Man muss allerdings viel Geduld mitbringen, da man Tieren (Hunde jetzt mal ausgenommen) schlecht sagen kann was sie machen sollen. Generell denke ich, dass Tiere aber sehr dankbare Motive sind, da mit wenig Mitteln bereits super Aufnahmen entstehen können!

Ich habe letztens ja zufällig ein Foto von einer „Rettungsaktion“ machen können und habe dieses einfach mal der Presse angeboten, dieses Bild hat die lokale Presse verwendet und mir dafür ein Anerkennungshonorar bezahlt, wie sieht das bei dir aus? Hält man als Fotograf immer die Augen offen? Sieht man solche Situationen eher da man diese ggf. monetariesieren kann oder verkaufst du grundsätzlich keine Bilder an die Presse?

Ich denke das kommt auf die Situation an. Wenn ich gerade zufällig bei einem Ereignis dabei wäre würde ich wahrscheinlich wie Du auch, den einen oder anderen Schnappschuss riskieren. Solange man gerade bei solchen Aktionen niemanden von seiner Arbeit abhält finde ich das in Ordnung. Zu der Gruppe sensationslustiger Fotografen, die bei einem Unglück versuchen möglichst spektakuläre Bilder zu schießen, in der Hoffnung diese dann für viel Geld an die Presse verkaufen zu können, würde ich mich nicht zählen, so etwas sollte der Nachrichtenpresse vorbehalten bleiben.

Da du derzeitig in Köln wohnst hast du natürlich auch das typische Kölner Dom Bild (Brücke rechts) in deiner Galerie (siehe oben), ich glaube solche Bilder kennt mittlerweile jeder und jeder der Köln besucht (mit der Absicht ein paar Fotos von Köln zu machen) versucht sich an dieser Komposition, du hast aber auch noch weitere Gebäude und Sehenswürdigkeiten von Köln bei Nacht. Wie kommen dir solche Ideen? Planst du voraus oder kommen dir die Ideen beim fotografieren?

Gerade bei den Nachtaufnahmen habe ich mir die Motive bereits vorher ausgesucht, da wie oben ja bereits geschrieben hier der Aufwand etwas größer ist als nur das Motiv vor Ort abzulichten. Dennoch sollte man bereit sein zu improvisieren, wenn sich ein gutes Motiv spontan ergibt.Je länger man sich mit der Fotografie beschäftigt, so ging es mir zumindest, desto eher bekommt man ein Auge dafür, wie Dinge oder Orte wirken können, wenn man sie richtig in Scene setzt. So kann auch aus einem langweiligen Motiv bei Tag ein spektakuläres Motiv bei Nacht werden. Nur durch eine geänderte Beleuchtung.

Durch Reportagen und Medienberichte wissen wir ja inzwischen das zahlreiche Fotografen nicht mehr ohne Photoshop (o.ä.) auskommen bzw. erst durch Photoshop (o.ä.) das „perfekte Bild“ hinbekommen, das ganze ist ja nicht verwerflich – gehört die nachträgliche Bildbearbeitung ja inzwischen zum Fotografen Handwerk. Wie sieht das bei dir aus? Bearbeitest du viele Bilder nach? Wenn ja, was machst du in der Regel?

Wie Du schon ganz richtig schreibst gehört die Nachbearbeitung heutzutage auf jeden Fall dazu. Mehr noch, um bestimmte Ergebnisse zu erzielen ist die digitale Nachbearbeitung unverzichtbar! Natürlich hat auch die analoge Fotografie Ihren Reiz, die Digitale Fotografie macht einem in vielen Dingen aber die Arbeit leichter. Diese Vorzüge möchte ich nicht mehr missen!
Die häufigste Art der Nachbearbeitung ist die Retusche. Man entfernt Dinge auf den Bildern, welche für den eigentlichen Zweck kontraproduktiv sind oder einfach vom eigentlichen Motiv ablenken würden. Davon abgesehen gibt es allerdings noch die Möglichkeit einem Bild durch die Nachbearbeitung einen komplett anderen Look zu verschaffen oder auf ganz spezielle Dinge hinzuweisen. Gern genutzt hier zum Beispiel der Colour Key bei dem im Bild nur bestimmte Elemente farblich dargestellt werden. Siehe hierzu auch die beiden Beispielbilder:

unbearbeitet:

4 unbearbeitet

bearbeitet:

4 bearbeitet

Vorletzte Frage: Was würdest du gerne mal fotografieren? Ich habe mir meinen Wunsch ja schon erfüllt, ich wollte immer mal die Skyline von New York, die Freiheitsstatue „Miss Liberty“ und generell die Straßen von New York selber erleben und fotografieren. Bei einem Kurztrip nach New York konnte ich mir diesen Wunsch erfüllen und meine Speicherkarten mit über 1000 Fotos füllen. Gibt es bei dir Wünsche die noch unerfüllt sind? Orte? Personen? Persönlichkeiten?

Natürlich habe ich gleich eine ganze Liste von Dingen oder Orten welche, ich gerne einmal ablichten möchte. Eigentlich ist die Kamera mein ständiger Begleiter, oftmals ergeben sich ganz spontan Möglichkeiten ein tolles Foto zu schießen! Sagen wir es mal so…ein Urlaub oder eine Reise ohne meine Kamera dabei zu haben könnte mir nicht passieren!

Wie stehst du zum Social Web / Web 2.0 ? Twitter? Facebook?

Ich selber bin kein großer Fan von Facebook, Twitter & Co was aber wohl hauptsächlich damit zusammen hängt das ich nicht die notwendige Zeit dafür habe um mich mit diesen ganzen Portalen zu beschäftigen. Ich lese schon regelmäßig in verschiedenen Foren & Blogs, sich dort überall mit einzubringen ist schon zeitaufwändig genug meiner Meinung nach! Mir ist aber durchaus bewusst, dass diese Portale einen enormen Reiz auf viele Menschen ausüben und diese sich ein Internet ohne diese ganzen Portale nicht mehr vorstellen können.

Vielen Dank für das kurze Interview.

Danke auch Dir für Deine Zeit, ich hoffe dass ich die Fragen umfassend beantworten konnte und jedem der meine Seite besucht viel Spaß beim Betrachten meiner Bilder!

…und das wünsche ich euch nun auch, mit über 1800 Wörtern ist dieser der längste Blogbeitrag, besucht Frank´s Webseite unter: www.beckgroundfoto.de , kleine Frage noch an die Leser: besteht grundsätzliches Interesse an weiteren Interviews auch in anderen Bereichen? Oder habt ihr diesen Blogartikel auf Grund der Länge einfach nur „überflogen“ – Ehrlich bloggt am längsten 😉 … ich stelle mir Interviews mit anderen Bloggern, Webshopbetreibern oder einfach nur anderen Personen die ich interessant finde vor – gute oder schlechte Idee? Füllt die Kommentare!

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10 Kommentare zu „Interview: Frank Haverbeck von www.beckgroundfoto.de“

  1. Nadine sagt:

    Ich kannte den Frank Haverbeck noch nicht, respektive seinen Blog noch nicht. Ich schaue mir gerne Fotos an und das sind echt klasse Bilder und toll ist auch wenn man dann noch recht viel über den Menschen erfährt, der hinter dem Projekt steht…gleich mal Bookmark setzen 😉

    Vielen Dank Jens, weiter sooo!

    LG, Nadine

  2. maik sagt:

    Interviews müssen lang und gründlich sein – von daher: Bitte mehr davon. Klar liest man nicht alles und überfliegt auch einige Passagen. Aber im Grunde finde ich das wirklich interessant.

  3. Alex Kempe sagt:

    Auch mir war der Fotograf bisher unbekannt und da ich Nachtfotografie, gerade wenn sie so perfekt umgesetzt ist wie bei Frank Haverbeck, sehr liebe, kann ich nur sagen, Respekt, klasse Arbeit. Um solche Ergebnisse selber zu erzielen werde ich vermutlich noch lange brauchen. Die Fotografie ist doch irgendwo wie ein Ventil im Alltag und gerade Leute wie Frank sind immer eine Inspiration, mal wieder neue Dinge auszuprobieren und zu experimentieren mit den Motiven und der Technik.

  4. Frank Zimper sagt:

    So ein gut geführtes Interview ist nie verkehrt.
    In diesem Fall hätte ich bei der Social Web Frage allerdings auch nach Flickr oder anderen Fotoportalen gefragt. Das gehört definitiv auch zum Social Web und hat in diesem Fall natürlich einen höheren Stellenwert als Twitter oder Facebook.

    Frank

  5. Jens sagt:

    Hallo Frank, stimmt! Ich denke diese Frage kann der andere Frank auch noch hier in den Kommentaren beantworten …

  6. beckgroundfoto sagt:

    Der „andere“ Frank beantwortet natürlich gerne auch weitere Fragen! 🙂
    Ich hatte ja bereits geschrieben das ich mich regelmäßig in verschiedenen Foren rumtreibe, dazu gehört auf jeden Fall auch das dslr-forum sowie auch das Forum der Fotocommunity! Flickr nutze ich ebenfalls ab & an.
    Gerade um auf neue Ideen zu kommen oder sich mit anderen auszutauschen finde ich die genannten Portale sehr praktisch & empfehlenswert.

  7. Jens sagt:

    Danke! Dann kann das Interview ja in den Kommentaren weitergeführt werden 😉

  8. Marco Nellessen sagt:

    Habe heute morgen sogar auf dem iPhone alles gelesen ;D Weiter so! Gerne mehr Interviews. Finde das Wakeboardfoto genial. Werde jetzt gleich mal die Website besuchen und mir noch ein paar mehr Bilder anschauen.

    *THUMBSUP*

  9. Michael sagt:

    Habe mir gerade die Hubschrauberaufnahmen auf der Website angesehen, echt Klasse! 🙂 An Nachtaufnahmen habe ich mich auch schon einmal versucht aber das wollte nicht so recht klappen, werde die Tipps beim nächsten Mal beachten!

  10. Mein Lieblingsbeitrag in diesem Monat... - www.jens-stratmann.de sagt:

    […] Interview: Frank Haverbeck von http://www.beckgroundfoto.de […]