Kindererziehung 2009 – Tipps für die Supernanny…

…kein Wunder das wir die Supernanny brauchen, die Kinder verstehen uns doch gar nicht mehr.

Hat man früher noch brav und artig „Guten Abend, gut‘ Nacht, mit Rosen bedacht, mit Nelklein besteckt, schlüpf unter die Deck…“ gesungen um das Kind schlafen zu legen, muss man doch heute wohl eher ein „GN8“ oder ein „GO2BED“ per SMS an die Kleinen schicken.

Früher wurden die Kinder noch sanft geweckt, heute sollte man eher ein „Aufstehen du NOOB“ ins Kinderzimmer brüllen, gefolgt von der Online-Spiel-Verlust-Statistik der vergangenen / verschlafenen Nacht.

Damals hat man den Kindern Märchen vorgelesen, von den Gebrüdern Grimm … heute muss man die schonend auf das RL – auf das Real Life – das wirkliche Leben vorbereiten, denn draussen – (ja es gibt ausserhalb der Wohnung auch noch Lebensraum) sieht es ganz anders aus als bei Sims, Counter Strike oder dem Second Life (gibt es das überhaupt noch?).

Hat man früher noch Geburtstagsfeste veranstaltet – so Kindergeburtstage muss man den Heranwachsenden heute erklären, dass es keinen Termin für das Spülmaschinenfest gibt, dass man ein Schwangerschaftstest nicht mit irgendwelchen Fragen beantworten kann und das man mit dem Pizzataxi nicht mitfahren kann.

Apropo Pizzataxi, früher gab es Frühstück, Mittagessen & Abendbrot – heute gibt es Mc Donalds, Burgerking, Kentucky Fried Chicken, Pizza Taxi und Chinesische Lieferdienste – um sich eine DVD auszuleihen kommt das Video-Taxi ins Haus – nur essen und fernsehen muss man (noch) selber!

Hat früher Peter Lustig uns die Welt erklärt, buddelt heute ein Bob der Baumeister sich durch die Kleinkindgruppen , haben wir früher noch Fussballbilder gesammelt sind es heute Yugioh-Karten dessen Sinn ich bis dato noch nicht verstanden habe. Hat man früher noch Mensch ärger dich nicht, Monopoly oder Mau Mau gespielt – findet man heute eher ein komplettes Waffenarsenal im Kinderzimmer, da muss man ja schon fast Angst haben seine freie Meinung zu äussern.

Hatten die Kinder früher noch Spaß beim Geschenke auspacken, kommen diese doch heute echt in Schwierigkeiten und suchen Entpackprogramme wie „WinRAR“ oder „Unzip“ um das Geschenkpapier zu lösen und fragen noch vorher nach irgendwelchen Passwörtern, hat man früher noch TKKG Hörspiele vom Kassettenrekorder gehört (der dann irgendwann mal geleiert hat) – werden die kleinen Racker heute schon im Kinderwagen mit dem IPod beschallt – würde mich nicht wundern wenn TKKG heutzutage von Feuchtgebiete abgelöst wurde – man kann mit der Aufklärung ja nicht früh genug anfangen. (wobei – ist Feuchtgebiete ein Aufklärungsbuch oder eher ein Abschreckendes Beispiel ??)

Früher wurde noch schön ausformuliert und argumentativ gearbeitet: „Nein, das darfst du nun nicht, da…“ – heute reicht ein „403:forbidden“ , wenn das Kind irgendetwas nicht findet kommt ein „404: not found“ und wenn die Eltern mal ungestört sein wollen reicht wohl ein „Access denied“

Schöne Web 2.0 Welt – und ich sag noch, früher war alles besser… Twix hieß noch Raider, Peter war noch lustig, man konnte sich an den abgerissenen Cola-Dosenverschlüssen verletzen, rumheulen und bekam dann noch ein Eis, solche Sachen wie Hühnergrippe, Schweinepest, Schweinegrippe, Rinderwahnsinn – gab es einfach nicht – bzw. wurde es einem nicht so bewusst.

So, das war dann mal mein alltäglicher Senf zu diesem Thema…

4 Kommentare zu „Kindererziehung 2009 – Tipps für die Supernanny…“

  1. Kindergarten-Zivi Nils sagt:

    Naja, ganz so schlimm ist es dann doch noch nicht. Es ist schon erschreckend, wenn einige Kinder das komplette Nachmittagsprogramm aller Sender auswendig können. Aber bei den meisten Familien läuft das alles sehr normal. Die Fernsehzeit ist fest geregelt und auch die Sendungen. Auch die Computerspielzeit ist bei den meisten beschränkt und es wird nur zusammen mit den Eltern gespielt.

    Allerdings ist das auch hier auf dem Dorf und die Leute haben keinen schlechten Bildungsstand, sorgen & kümmern sich (wirklich) gut um die Kinder. Wie das in Berlin Kreuzberg oder Hamburg Mümmelsmannberg aussieht, dazu kann ich nichts sagen. Ich vermute allerdings einmal, dass es dort schon anders ausschaut.

    Liebe Grüße

  2. In-Grid sagt:

    also, ich muß jawoll mal dazu sagen, das bob der baumeister im gegensatz zu dem kotzbrocken sponge bob die absolut bessere wahl ist!!! lieber einen buddelnden bob als so ne hohlnudel die unter wasser lebt und nur müll von sich gibt…. ;-P

  3. Jens sagt:

    @Nils: Wo lebst du denn? Das klingt ja fast nach „Neues von Uhlenbusch“ (wer das nicht kennt: googeln)
    @In-Grid: Sponge-Bob = Hohlnudel??? Kann ich ja nun gar nicht nachvollziehen… aber du hast Recht, schlimmer als Bob und Spongebob sind dann wohl eher diese Anime-Filme auf RTL2 , Pokito, Takito, Nanito, Brechito, Kotzito…

  4. Kindergarten-Zivi Nils sagt:

    Joa, kommt hin. Nennt sich hier Quickborn, Ortsteil Quickborn-Heide. Da ist die Welt noch in Ordnung 🙂