Kreativtechniken für Blogger – Wie Schreibblockade überwinden?

Schreibblockade! Fies! Schon mal gehabt? Echt fies! Man sitzt, hat eventuell sogar ein Thema doch es fallen einem einfach keine Sätze ein. Wenn man nur “privat” oder aus “Spaß an der Freude” einen Blog führt, dann ist das egal. Schreibt man aber im Auftrag oder hat gar Abgabefristen, dann kann man sowas wie eine Schreibblockade gar nicht gebrauchen.

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Mit diesem Beitrag möchte ich euch einfach mal berichten, wie ich meine Schreibblockade überwunden habe, eventuell ist das ja für euch ganz nützlich und falls nicht, hilft es mir vermutlich bei meiner nächsten Blockade.

An guten Tagen schreibe ich ca. 10-12 Beiträge pro Tag, an schlechten sind es in der Regel 3-4. Das heißt in der Regel werden zwischen 2000 und 15000 Wörter pro Tag “verbraten” das können gut und gerne mal 100.000-150.000 Zeichen sein die dann getippt werden müssen. Wenn man Lust und Laune hat ist das kein Problem, doch wenn “Mr. Blockade” zu Gast ist, dann kann der einen schon den Tag versauen.

Wichtig ist: Ziel im Blick behalten! Stellt euch einfach den Tag wie ein Ladebalken vor, mal lädt es schneller und dann wieder etwas langsamer, das Ziel liegt bei 100% und das eigene Ziel muss man erreichen. Wer feste Ziele und Vorgaben hat, muss diese natürlich auch erreichen, wer sich selber Ziele stecken darf, sollte diese nicht zu hoch setzen, denn man enttäuscht sich selber doch so ungern, oder?

Wie habe ich meine Schreibblockade überwunden? Ich habe festgestellt, dass ich immer die gleichen Wege gehe. Ich bearbeite die Fotos, lade diese hoch und fange an zu schreiben. In der Regel unterscheidet man sowieso zwischen zwei Denkmodellen. Linear = bekannte, gleichbleibende Muster, man kommst schnell zum Ziel und hat eine gleichbleibende Leistung. Man könnte diese Strukturen auch als “fest” bezeichnen, die “feste Konstante” ist auch wichtig, denn man möchte ja schließlich sein Ziel erreichen. Die Schreibblockade habe ich überwunden in dem ich alte Gewohnheiten mal links liegen gelassen habe und mich nicht mehr gegen neue Wege / Themengebiete gesperrt habe. Klingt fast so wie aus einem Handbuch einer Sekte, aber ist durchaus Ernst gemeint. Gewohnheit nervt – nicht nur in einer Beziehung – sondern auch bei der Arbeit / beim bloggen!

Denkt mal an eure Gewohnheiten, wann und wie bloggt ihr? Wo bloggt ihr? Wie geht ihr dabei vor, in der Regel dürfte nun auffallen, dass da viele rezidierende Punkte sich überschneiden.

Der erste Weg aus der Schreibblockade: Gewohnheiten verändern! Das Lineare Modell zum Lateralen Denkmodell umstruktieren. Damit erreicht man nicht immer sofort, also auf den ersten Schritten, direkt das Ziel. Beim Lateralen Denkmodell versucht man nicht direkt zum Ziel zu kommen, sondern möglichst kreative Wege zu gehen. Beim Brainstorming überlegt man einfach mal andere Wege. Klingt kompliziert? Ist es aber eigentlich gar nicht, hier mal ein aktuelles Beispiel aus meinem Alltag:

Aufgabe: Schreibe über Auto XY

Linear würde ich nun Fotos vom Auto XY machen, die Bilder etwas nachbearbeiten, einen Beitrag schreiben mit den wichtigsten Fakten und diese durch meine persönlichen Eindrücke und Highlights ergänzen. Der Beiträge hätte vermutlich 400-600 Wörter, 3-4 Fotos und würde seinen Sinn und Zweck vermutlich auch erreichen. Der Mehrwert für den Leser dürfte da sein, doch wenn man in der Art und Weise 10-12 Beiträge pro Tag schreibt, dann gehen einem am Abend die Floskeln aus.

Lateral würde ich überlegen: Für welche Zielgruppe schreibe ich überhaupt? Was könnte diese Zielgruppe interessieren? Gibt es spezielle Highlights an dem Fahrzeug die ich besonders beleuchten möchte. Möchte ich gar etwas ganz anderes machen? Fotografiere ich das Fahrzeug eventuell anders, mache ich ein Video? Schaue ich mir zuerst an was andere schon über das Fahrzeug geschrieben habe und mache eine Blogübergreifende Zusammenfassung und paare das mit meiner eigenen Meinung? So ein Projekt gibt es von mir auch, es nennt sich “Freude-am-Erfahren.de”. Einige erzählen Geschichten zu dem Fahrzeug, andere erleben etwas mit dem Fahrzeug und schmücken die Beiträge mit den notwendigen Fakten (die in einem Autoblog-Beitrag nicht fehlen sollten) aus. Es gibt also immer mehrere Wege, als Blogger darf man sich neu erfinden, wenn es sein muss sogar jeden Tag.

Wenn ich die Zeitung aufschlage, dann erwarte ich jedes mal die gleiche Anordnung, die gleiche Qualität und eigentlich mag ich da auch keine Experimente, genau das dürfen aber Blogger.

Das ganze funktioniert nicht nur wenn man einen Auto-Blog betreibt, es funktioniert natürlich auch bei Techblogs. Nach dem x´ten Outboxing-Video wird dieses sicherlich auch irgendwann mal zur “Pflicht” und nicht mehr zur “Kür”, dann macht das Outboxing-Video doch einfach mal an einem ganz anderen Ort. Das Gadget immer nur zuhause beschreiben? Warum nicht einfach mal woanders hinnehmen und andere Meinungen einholen? Ich z.B. hole mir viele Eindrücke inzwischen in dem ich anderen Menschen die Fahrzeuge zeige und teilweise werde ich dann selber erst auf Dinge gestoßen die ich bei meiner linearen Art zu denken vermutlich gar nicht gesehen hätte.

Macht euch frei, also zieht euch nun nicht aus, aber macht euch frei von irgendwelchen Zwängen. Experimentiert, schaut was euch am besten liegt und vor allem denkt lateral, vernetzt und über euren eigenen Mikrokosmos hinaus. Wie gesagt, bei mir hat das funktioniert, einfach mal andere, neue Wege beschreiten und somit auch eventuell etwas wieder die Vernetzung unter den Blogs stärken, denn machen wir uns da nichts vor, da ging früher schon etwas mehr.

Hier gibt es noch weitere Blogbeiträge über die Schreibblockade im Netz: Tipps und Tricks gibt es in der Karrierebibel, bei Geld-im-Netz, bei Richard Norden wird eine interessante Software vorgestellt, die für mich nichts wäre, da ich vom iPad aus blogge. Die drei Links die ich gerade gesetzt habe, hatte ich vorher übrigens nicht in meinem Feed-Reeder. Ich habe gegoogelt, nachdem ich den Beitrag geschrieben hatte. Wofür? Um nicht nur meine Meinung gelten zu lassen, sondern die Leser weiterzuführen. Das Internet ist ein Netzwerk, warum sollte hier also Schluss sein? Es geht immer weiter…

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1 Kommentar zu „Kreativtechniken für Blogger – Wie Schreibblockade überwinden?“

  1. Michael sagt:

    Hallo Jens,

    danke für die Tipps, wird mir helfen, da mir öfter die Motivation fehlt, wie man sehen kann. ;)
    Die Software bei Richard stelle ich mir fies vor ;)

    Ich wünsche Deiner Familie und Dir ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Lieben Gruß

    Michael