Krebs, Krebs, Krebs … ich kann es nicht mehr hören / lesen!

Der hat Krebs, der ist an Krebs gestorben, die hatte Krebs, der Hund hatte Krebs, das ist Krebs… ich kann es nicht mehr hören. Einige von euch wissen wahrscheinlich, dass meine Mutter relativ früh an der Volkskranheit Nr. 1 gestorben ist, ich war damals 16.

Meine Mutter hat jahrelang gekämpft, aber trotzdem den Kampf verloren, ich glaube es gab zum Schluss keine Zelle ihres Körpers die nicht mit dem Dreckszeug verseucht war, als 14-16 jähriger kannte ich mich perfekt aus mit Krebs – darauf kann man nicht unbedingt stolz sein.

14 Jahre später, gibt es immer noch Krebs – klar – die Überlebenschancen sind heute etwas besser als damals – aber es gibt immer noch kein Heilmittel – warum nicht? Für so eine Schweinegrippe – an der gerade mal eine Hand voll (wegen meiner auch zwanzig Hände voll) verstorben sind – gibt es nun eine Impfung –  aber gegen Krebs? Da gibt es – nichts!

Gegen Aids kann man sich ja noch schützen, aber gegen Krebs – da gibt es keinen Schutz – es trifft Raucher, es trifft Nichtraucher – also schützt nichteinmal das Nichtrauchen …

Letzte Woche gab es eine neue Hiobsbotschaft – ein mir sehr eng stehender Verwandter – hat sich ein Muttermal entfernen lassen – und nun könnt ihr mal raten – klar – Krebs.

Nun ist zwar alles entfernt und es gibt auch keine Metastasenbildungen – aber ganz ehrlich – es macht mich verrückt, nun schaue ich mir beim Duschen jeden Fleck an meinem Körper ganz genau an und habe auch ehrlich gesagt Angst um meinen Verwandten – denn jemanden der sonst gerne tagelang in der Sonne gebrutzelt hat zu sagen: meiden sie die Sonne, ist das gleiche wie einem hungrigen Löwen das letzte Steak wegzunehmen.

Sollte man das tun? Sollte man sich der Krankheit beugen und deswegen auf Lebensqualität (oder was man dafür bezeichnet) aufgeben? Mein Verwandter ist Raucher und Sonnenanbeter – er wird nächstes Jahr 60, sollte er nun noch aufhören? Aufhören mit dem Rauchen, aufhören mit dem Sonnenbaden? Ich meine, das Leben ist sowieso kurz genug, also sollte man doch jeden Tag so leben als wäre er der letzte – auch wenn ich persönlich rauchen scheisse finde – wenn er rauchen will – soll er rauchen, wenn er in die Sonne will – soll er in die Sonne , denn jeder Tag könnte der letzte sein, jede Autofahrt die letzte , jeder Flug der letzte, jeder Gang auf die Toilette der letzte.

Ich wünsche allen die mir nah stehen und allen Lesern dieses Beitrages, dass Sie nie in Kontakt mit Krebs geraten und jeden Tag so leben können als wäre er der letzte – lebt bewusster, nehmt auch die Kleinigkeiten wieder an und freut euch auch über die kleinen Sachen des Lebens.

Uff, mal wieder so ein persönlicher Beitrag in diesem Blog – sind die eigentlich gefragt ? Oder sollte ich lieber darauf verzichten?

10 Kommentare zu „Krebs, Krebs, Krebs … ich kann es nicht mehr hören / lesen!“

  1. Kalliey sagt:

    Krebs ist tatsächlich die Volkskrankheit Nummer 1.

    Meine Schwester, mein Schwiegervater, mehrere Verwandte meiner Ex sind in den letzten Jahren an Krebs gestorben…

    Krebs ist eine unaufhaltsame Lawine…leider!

  2. Steffy sagt:

    Mir gefallen persönliche Artikel besser (auch wenn das hier ein trauriges Thema ist) als das ewige Newsposten, was man eh auf den meisten Blogs findet und sich immer und immer wiederholt.
    Ich wünsche auch keinem dass er jemals mit dem Thema Krebs in Berührung kommt, meine Tante ist auch vor 2 Jahren an Krebs gestorben und ich hab das immer noch nicht wirklich „verdaut“.

    Und egal ob man bereits Kontakt mit Krebs hatte oder mit anderen Kranken die zum Tod führen: Bewusst leben sollte man immer.

    Liebe Grüße,
    Steffy

  3. Lutz Balschuweit sagt:

    Ich glaube in der heutigen Zeit hat kein Mensch mehr „nichts“ mit Krebs zu tun. Die Schwester meines Vaters, meine Schwiegermutter (Ghss.)

    Bei mir und Anja wurden auch sogenannte dysplastische Muttermale ( http://de.wikipedia.org/wiki/Dysplastischer_N%C3%A4vus ) entfernt und es sind reichlich. So jedes Jahr werden ca. 6-10 Stück entnommen und ab und zu findet sich eines dieser Dinger obwohl ich kein Sonnenanbeter bin. Es sind Vorstufen und Vorsorgemacht um so mehr Sinn ❗

    Rauchen haben wir vor sehr vielen Jahren auch beide aufgehört. Es sind weit mehr als 10 Jahre. Und dann das Übergewicht, auch hier haben Anja und ich erfolgreich gegen gesteuert.

    Stress wurde abgebaut. Arbeitszeit verkürzt. Bewegung/Sport vermehrt. Ernährung umgestellt.

    Das Leben verändert und ….

    Es wurde praller und besser und abwechslungsreicher 🙂

  4. tito sagt:

    Es tut mir leid keine passenden Worte zu deiner Mutter und deinem Verwandten zu finden. Mein herzlichstes Beileid hast du auf jeden Fall, und ich verstehe Deine jetzigen Sorgen zu diesem Thema. Eines möchte ich ganz besonders hervorheben:
    „…. – lebt bewusster, nehmt auch die Kleinigkeit wieder an und freut euch auch über die kleinen Sachen des Lebens“
    Meiner Meinung nach ganz entscheidende Faktoren. Ich bin nach jahrelangem Kontakt mit Ärzten und Heilpraktikern (keine Hockus-Pockus-Globuli Heilpraktiker) fest davon überzeugt das Krebs das Endstadium einer jahrelangen bzw. jahrzenhntelangen ungesunden Lebensweise ist. Da spielt Rauchen oder Sonne alleine keine große Rolle. Immer das Gesamtpaket. Krebs ist ist eine Mutation von anfänglich intakten Zellen. Im Körper entstehen täglich so viel ich weiß mehrere tausend Krebszellen (TÄGLICH !!!), jedoch kann ein intaktes Immunsystem diese Zellen sofort eliminieren. Wir müssen also darauf achten das unser Immunsystem weiterhin intakt bleibt, ABER AUCH das eine Mutation der Zellen nicht die Eliminierungskapazitäten unseres Immunsystems überschreitet, bedeutet das unsere Zellen gesund und intakt bleiben müssen.
    Ich bin grad selbst noch am Einlesen wie ich meine Zellen nicht nur lange am Leben halte, sondern wie ich sie dazu bringe gut zu arbeiten. Aber Grundlegend kann man sagen das eine gesunde stressfreie Lebensweise, eine gesunde Ernährung und Sport nicht nur in Sachen Krebs eine absolut wichtige Altervorsorge ist. Solltest du Jens, oder jemand anderes daran interessiert sein an der Theorie, dann helfe ich gerne weiter. Ich verkaufe nichts und habe hinter allem auch keinen Geschäftsinn. Ich bin angehender Ingenieur und betreue täglich meine schwerkranke Mutter. Sie ist der Grund wieso ich mich in Sachen Medizin und Gesundheit seit jahren weiterbilde neben meinem Studium. Natürlich kann man erstmal warten bis man ernsthaft krank ist, um dann der nicht ganz glaubwürdigen Schulmedizin zu vertrauen, man kann aber schon Jahre und Jahrzehnte davor allem entgegenwirken.

    Trotzdem wünsche ich Dir und Deinem Verwandten Kraft das alles zu überstehen.

    Gruß, tito

  5. Rocknrebell sagt:

    Vielen Dank für Deinen Beitrag. Gerade wurde mir wiedermal Bewusst das ich nicht alleine bin. Und Ja, solche Threads/Blogs/Einträge sind sehr erwünscht, denn sie lassen mitfühlen und einen wissen das man nicht alleine ist im Djungel der Krankheiten. Meine Oma ist an Gebärmutterhalskrebs verstorben. Mein Vater an Gaumenkrebs nachdem er eine verdammt scheiß Therapie hinter sich und zahlreiche Ops über sich ergehen ließ bis nur noch ein Knopf zum Atmen aus seiner Luftröhre guckte und bei jedem Atemzug Klick Klack machte. Er gab nicht auf, dachte er hätte Ihn besiegt nach seinen zahlreichen Eigenhautimplataten und Rehas. Doch der Krebs hat Ihn eingeholt.Er hat es verschwiegen und die letzten Tage gelebt wie er wollte. Er hat gemacht wozu er lust hatte,sich erfreut an den Kleinen Dingen und tatsächlich jede Sek ausgekostet. Das ist jetzt zwei Jahre her und natürlich steigt die Angst wenn in der Familie so viele dahingerafft wurden,das es einen selbst auch treffen könnte. Doch dann würde uns ein großes Stück Lebensqualität genommen und die Freude an allem genommen werden. Du bist was Du denkst… und wenn Du dich den ganzen Tag damit fertig machst das es Dich auch treffen könnte dann wird es das auch.
    Ich wünsche Dir und auch allen anderen viel Kraft und Mut im Leben weiter zu machen mit dem was uns am meisten mit Liebe und Freude erfüllt.

  6. Stephan sagt:

    Hallo Jens, ich bin beeindruckt von Deinem persönlichen Blogbeitrag und gleichzeitig auch sehr bewegt. Und ja Krebs hat auch bereits in meiner Familie zugeschlagen. Und ich kann die Wut gegen diese Krankheit sehr gut verstehen und ebenfalls nachvollziehen. Im übrigen bin ich genauso empört, dass man auch für andere Krankheiten bis Heute keine wirksamen Medikamente entwickelt hat, dazu gehören auch AIDS und Diabetes.

    Im übrigen: Natürlich freuen wir uns über persönliche Blogbeiträge, so handhabe ich das auch mit einer bunten Mischung auf meinem Blog und auch hier habe ich damit gute Erfahrungen gemacht.

    Einen lieben Gruß aus Kornwestheim und sei weiter so engagiert und wütend.

    Stephan

    Ein Hinweis: Auch gegen Aids kann man sich nicht immer schützen, aber der prinzipielle Schutz ist immerhin möglich.

  7. Kessi sagt:

    Danke für Deinen sehr ergreifenden Beitrag, den ich erst mal wirken lassen muss. Danke für Deine Offenheit und Deine Betroffenheit – Du hast damit etwas aufgegriffen, was wohl jeden Menschen auf irgendeine Weise berührt. Ich wünsche Dir und allen, dass wir stark bleiben im Kampf gegen diese Krankheiten und dass wir es vor allem schaffen gesund zu bleiben und wirklich wieder auf die Kleinigkeiten im Leben achten – den diese machen die Summe unseres Lebens aus. Alles Liebe für Dich und der Beitrag war sehr in Ordnung! Deine Blogfreundin Kessi

  8. bierskoda sagt:

    Genau das, was „tito“ geschrieben hat, wollte ich nach Lesen des blocks schreiben, dass nämlich täglich durch Mutation unendlich viele Krebszellen entstehen, aber wieder „entsorgt“ werden. Jede Sommersprosse ist ein Krebs, jeder Fleck auf der Haut. Sie sind allerdings in der Regel harmlos, es sei denn, es sind Melanome. Wer damit Probleme hat, sollte wirklich dauernd seinen Körper beobachten, sich über die Lage und die Größe von verdächtigen Flecken Notizen machen, sonst ist er verloren.

    Ich selber habe mir vor vielen Jahren 13 Flecken wegoperieren lassen; glücklicherweise waren sie alle harmlos (die entfernten Teile werden weggeschickt und untersucht). Und vor einem Monat wurden erneut 5 Stellen beseitigt, und auch hier alle ohne Befund. Vor allem darf man keine Angst vor der Untersuchung und der Behandlung haben, denn jedes Verzögern verschlimmert die Erkrankung und Verlängert die Heilung.

    Ich erinnere mich noch mit Schrecken beim privaten Besuch bei einem Zytologen. Der arbeitete zu Hause und untersuchte mit einem Mikroskop die Abstriche von Frauen. Er nahm die nächste Glasplatte, schaute sich das an und sagte: Die ist totgeweiht. Hat zu lange gewartet.

    Also, bei Verdacht zum Arzt. Je eher, desto besser.

  9. GMU sagt:

    Ich glaube in der heutigen Zeit hat kein Mensch mehr “nichts” mit Krebs zu tun.

    Deshalb erspare ich mir weitere Worte dazu.

    Ich weiß nur, dass ich früher oder später meine Rauchpause beenden werde und ich freue mich jeden Tag darauf. Natürlich ist das so ’ne Gradwanderung, was mutet man sich und seinem System zu, was fällt unter Genuss und Vernunft, was macht das Leben aus. Letztendlich hüpfen wir ohnehin lediglich für eine äußerst begrenzte Zeit auf diesem Planeten herum.

  10. Jens sagt:

    Genau und deswegen: Genieße ich nun die begrenzte Zeit die ich hier noch rumhüpfen darf.