Mein Arbeitstag: Was mache ich eigentlich so den ganzen Tag ?

Was mache ich eigentlich so den ganzen Tag ?

“Was machst du eigentlich den ganzen Tag?” Eine Frage die ich häufiger höre und ich gerne mal beantworte. Ich bin ein Webworker, brauche zum arbeiten also nur Internet und mein Laptop. Mein Geld verdiene ich über zwei Dinge: Versandhandel & Internetdienstleistungen – ich trenne die beiden Sachen nicht wirklich, es läuft ja irgendwie alles zusammen, aber ich möchte auch nicht auf eine “Säule” meiner Selbstständigkeit verzichten.

Morgens nach dem Aufstehen, checke ich als allererstes die Mails, diese sortiere ich grob vor und ganz wichtige werden auch schon mal noch vor dem Frühstück vom iPhone oder iPad (was gerade als erstes in der Hand war) beantwortet. Ich versuche jeden Tag um 9 Uhr am PC zu sitzen, wenn mir das mal nicht gelingt ist mir allerdings auch keiner Böse – ich selber habe mich zumindestens noch nicht abgemahnt deswegen ;) . Dann beantworte ich die Mails von meinen Kunden, welche auch live mit mir über ein Online-Chat Programm kommunzieren können. In letzter Zeit sehe ich da einen höheren Bedarf und vor allem glücklichere Kunden, denn die haben eine Frage – bekommen direkt eine Antwort und ich bekomme in der Regel direkt eine Bestellung. Wenn ich unterwegs bin, arbeite ich gerne “in der Cloud”, dafür nutze ich ein CRM System - dort schreibe ich dann Kundenspezifische Wünsche / Bestellungen von unterwegs rein – so vergesse ich auch nichts. Gerade für die 2. Säule (den Internetdienstleistungen) ist das eigentlich schon recht wichtig, denn hier telefoniert man oft kurz und muss später ja noch Angebote erstellen usw.

Ich verwende in der Regel keine Standarttexte bei meinen e-Mails, erstens finde ich das persönlicher und zweitens kann ich so individueller auf die Frage eingehen. Bilder usw. habe ich allerdings auch in “der Cloud”, die kann ich dann mailen – egal wo ich bin. Auf meinem eigenen Server liegen diese auch noch mal, so sichere ich mich doppelt ab.

Die Zeit bis Mittags vergeht so wie im Fluge, bis dahin habe ich in der Regel noch kein Geld verdient, von 9 – 13 Uhr werden also die Vorbereitungen getroffen, die Vorarbeit geleistet, die Angebote geschrieben. In der Mittagspause gehe ich bei schlechtem Wetter ungern mit dem Hund raus, bei schönem Wetter radel ich auch mal eine Runde mit dem Mountainbike oder fahre einfach auch nur ungesund zu einem Fast Food Tempel, je nach Lust und Laune. Um 14 Uhr checke ich die Konten, schaue welche Kunden überwiesen haben und ordne die Zahlung zu. Die Kunden die per PayPal bezahlt haben bekommen direkt nach der Zahlung ihre Zuordnung – die Rechnungen erstelle ich dann ebenfalls nachmittags, packe die Ware ein die ich vor Ort habe (Kleinteile wie z.B. die iPhone Halter) und lasse die anderen Waren direkt am Lager versenden. Auch die Post DHL-Nummern wandern in das CRM System, denn so kann ich – wiederrum egal wo ich bin – die Kundenfragen beantworten, online den Verbleib der Ware überprüfen und so stets Rede und Antwort stehen.

Um 15 Uhr fahre ich also zur Post, übergebe dort die Pakete und Briefe und fahre zurück ins Büro wo ich dann den restlichen Arbeitstag nutze um mich um meine Kunden zu kümmern. Sei es eine Änderung in einem Online-Shop, das Einpflegen von neuen Bildern, teilweise sogar das Erstellen von Bildmaterial oder auch einfach nur das Anlegen von neuen Produkten. Hin und wieder bastel ich mal eine eBay Verkaufsvorlage (wobei ich selber da nur noch 2 Artikel verkaufe), mal erstelle ich Content für Webseiten, je nach Kundenwunsch.

Zwischendurch, schreibe ich Blogbeiträge, weil es mir Spaß macht, weil ich Dampf ablassen kann, weil ich Freude am bloggen habe und natürlich weil ich mich mitteilen möchte.

Der größte Vorteil der Selbstständigkeit: Ich kann machen was ich will und vor allem wann ich will, dank den Hilfsmitteln die uns heute zur Verfügung stehen, muss ich dabei nicht am Schreibtisch im Büro sitzen, meine Kunden wird es sicherlich nicht stören wenn ich gerade im Auto, im Cafe, im Restaurant oder beim Frisör sitze. So kann es schon mal sein, dass mich ein Kunde am Telefon erreicht und ich gerade unterwegs bin, finde ich persönlich nicht schlimm – dank moderner Technik bin ich mit der Cloud und seinen Daten quasi verbunden, weiß genau, wann er was bestellt hat – kann auf die e-Mails zu greifen und kann ihm so auch kompetent von unterwegs weiterhelfen.

Mein Arbeitstag endet Abends recht unterschiedlich, mal sitze ich um 0:00 Uhr noch am PC, mal gehe ich schon um 19 Uhr ins Bett – ganz nach Lust und Laune, aber geschenkt bekommt man heute nichts – wer Geld verdienen möchte – muss Leistung erbringen, mehr Leistung = mehr Geld klappt auch nicht immer, aber ich liebe die Freiheit – die ich eigentlich ja nur wegen den ganzen neumodischen Spielzeugen ausleben kann.

Wie sieht denn euer Tagesablauf aus? Was macht ihr auf der Arbeit? Erzählt doch mal …

Schlagworte: , , , , , ,

20 Kommentare zu „Mein Arbeitstag: Was mache ich eigentlich so den ganzen Tag ?“

  1. bluhnah sagt:

    das hört sich nicht übel an :-)
    wäre aber nix für mich angsthäsin.
    daher geh ich früh ins büro. ertrage ständig publikumsverkehr und telefonanrufe und bin froh, wenn feierabend ist. aber die kohle ist pünktlich am 1. auf dem konto – auch im urlaub…
    allerdings fällt twittern und bloggen tagesüber flach :-(

  2. stang2k sagt:

    Netter Arbeitsalltag der dir so einiges erleichtert. Bei mir sieht es in der Redel so aus, dass ich zwischen halb 6 und 6 Uhr aufstehen muss, kurz was esse und dann zur Arbeit fahre. Oftmals bin ich dann gegen 17 Uhr erst wieder zu Hause. Setze mich dann wieder am PC und schreibe dort noch ein wenig, unterhalte mich mit Freunden oder oder oder… Je nachdem wie es zeitlich passt, fahre ich dann zur Freundin oder sie zu mir. Wirklich spannend ist es somit nicht, genau aus diesem Grund, schätze ich auch deinen Alltag und hätte es ebenfalls gerne so…

  3. Jens sagt:

    Das ist genau das Hauptproblem: Man hat keine Planungssicherheit, Urlaub muss man sich erarbeiten und teilweise muss man auch drauf verzichten, aber da ich ja über 2 UMTS Verträge verfüge, kann ich durchaus auch vom Baggersee aus arbeiten ;) – ist dann fast wie Urlaub!

  4. Jens sagt:

    Im Grunde machen wir doch das gleiche, also täglich arbeiten und danach die Freizeit genießen, nur dass du pünktlich dein Lohn bekommst und ich halt “etwas mehr” selbst entscheiden darf… …und wegen der privaten Krankenversicherung schneller beim Arzt dran komme!

  5. oggy sagt:

    Klingt wirklich nett – so in die Richtung will ich irgendwann auch arbeiten.

    Aber: Was hast du gelernt? Webworker habe ich als Ausbildungsberuf/Studium noch nirgends gesehen. ;)
    Würde mich mal interessieren.

  6. Lutz Balschuweit sagt:

    Ich schreibe das hier nicht – nein ich weigere mich – ihr werdet mich sonst aus dem Internet werfen und nie wieder rein lassen

  7. Falco sagt:

    Ein sehr schöner Blog, interessante Beiträge, wandert direkt in meine Blogroll. Weiter so….

  8. Chikatze sagt:

    Tja. Also, im Prinzip bin ich auch frei. Freiberuflich.
    Aber nicht ganz so frei wie Du.
    Ich bin auch Musikerin geworden, weil ich NICHT auf Bürojob kann. Also gar nicht.
    6 Uhr aufstehen und um 8 irgendwo sitzen um Papierkram abarbeiten …. Gruselalarm!
    Als Musikerin bin ich 4x die Woche in Musikschulen unterwegs.
    Das heisst auch, daß ich morgens ausschlafen kann, aber abends meistens nach 20 Uhr zuhause bin und dann auch sehr k.o. … Unterrichten macht zwar Spaß, kostet aber auch jede Menge Energie.
    Manchmal sehne ich mich nach einem coolen “Zuhause-Job”. “Irgendwas mit Internet”… ein kleines Zubrot über das Job.
    Texte für jemand anders schreiben könnte ich mir vorstellen. Auch Texte korrigieren… macht mir Spaß.
    Aber ich habe keine Ahnung, wie man an solche Jobs kommt.
    Leider.
    1-2 Tage Abwechslung zum Musikschul-Alltag. Das wäre echt was feines…

  9. Jens sagt:

    Schau für sowas doch mal auf bloggerjobs.de , da bekommt man hin und wieder den ein oder andereren kleinen Schreibauftrag – und Kleinvieh macht ja auch Mist!

  10. Ostwestf4le sagt:

    Danke für diesen Einblick in Deinen Berufsalltag.

    Ich habe mir die Frage gestellt, ob das lukrativ ist? Oder ist diese Frage zu indiskret?

  11. Jens sagt:

    Nein, die Frage ist ja sogar berechtigt, ich sage mal so, ich verdiene nun monatlich etwas mehr als im Angestelltenverhältnis, man muss aber auch bedenken, dass ich das ganze nun erst seit knapp 1 1/2 Jahren betreibe und ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell schwarze Zahlen schreiben werde. Zu meiner Vita (danach wurde ja noch gefragt), ich habe KFZ-Mechaniker gelernt, diesen Beruf aber nie ausgeübt sondern bin direkt in den Vertrieb gewechselt, 11 Jahre war ich dann Angestellter und nun halt selbstständig. Ein Schritt den ich eher hätte machen sollen – die Mehrsäulenstrategie funktioniert recht gut.

    Es gibt natürlich auch Monate da läuft es nicht so rum, da kann man seine Ausgaben bezahlen aber es bleibt nichts über, dann wiederum gibt es Monate, da überschlägt sich förmlich alles, damit muss man auch erstmal klar kommen wenn man gewohnt ist immer am 1. sein Geld auf dem Konto zu haben, denn das ist nicht mehr der Fall – zumindestens nicht bei mir.

    Sonst noch Fragen?

  12. Jens sagt:

    Du bist doch hauptberuflich Läufer oder nicht?

  13. Lutz Balschuweit sagt:

    Da hat er meinen KURZKOMMENTAR doch wieder entdeckt in dem Gewusel hier :lol:

  14. Jens sagt:

    Geht doch nichts verloren…

  15. maik sagt:

    Ein herrlich unaufgeregtes Leben. Das meine ich ehrlich. Du hast es Dir erarbeitet und verdient.

  16. Chikatze sagt:

    Danke für den Link! Das sieht interessant aus.
    Habe mal die ersten ca. 100 Einträge durchgeklickt. Da war leider nichts dabei.
    Also, einen bezahlten Blogeintrag für 2 Euro muß ich echt nicht schreiben… und für lau schon gar nicht… ;)
    Aber ich werde das mal im Auge behalten…

  17. Chikatze sagt:

    “Mehrsäulen-Theorie”? Was genau meinst Du damit? Ich finde das alles sehr spannend, da ich auch suuuupergenre wenigstens mal einen Tag in der Woche einen kleinen Job von zuhause aus hätte. Oh, wäre das toll.

  18. Jens sagt:

    Ich stütze die Selbstständigkeit nicht nur auf eine Sache, d.h. nicht nur auf den Online-Shop, nicht nur auf die Erstellung von Webseiten / Content, nicht nur auf die Vermittlung usw. – Wenn eine Sache vom Umsatz her runter geht können die anderen Sachen dieses immer noch Auffangen.

    Wie gesagt, wir können da gerne mal drüber telefonieren, aber zu sehr ins Detail wollte ich damit nun auch nicht im Blog gehen ;)

  19. Jens sagt:

    Das ist es wirklich – also nicht aufregend – wobei, hin und wieder würde ich auch gerne mal was anderes machen, aber dafür gibt es ja die Messen auf denen ich mich dann austoben darf.

  20. “Mensch, war das wieder ein abwechslungsreiches Wochenende” » Deutschland, Veröffentlichungen » Aufträge, Berichterstattung, Die Neckarquelle, Fabisch, Freitag, FSV Schwenningen, Fussballspiele, Handballspiele, Hochzeiten, n-pictures, Nils, Presse sagt:

    [...] Jens hatte ich letztens gelesen wie er sein Leben bestreitet bzw. sein Tagesablauf aussieht, da dies bei [...]