Mein Arzt-Tag als Privatpatient / meine Bänderdehnung ist keine!
Aber ich fang mal von vorne an, ich hatte ja gestern schon von meinem Unglücksfall gebloggt, ich hatte also Fußschmerzen, leider wurden diese gestern Abend wieder schlimmer und die Nacht war gelinde gesagt furchtbar.
Also bin ich heute morgen direkt zum Arzt! Kleiner Tip übrigens für Privatpatienten mit Hausarzt-Klausel: Vorher zum Hausarzt und sich eine Überweisung zu einem Arzt holen, sonst zahlt die Krankenkasse nicht komplett. So, ich war dann also beim Arzt, kurze Vorstellung an der Rezeption, die Frage nach der Krankenkarte mit einem freundlichen “Hab ich nicht – privat!” beantwortet war ich auch schon drin in der Zweiklassen-Gesellschaft, die ich sonst nur von der Bahn und aus dem Flugzeug kenne – nur diesmal war ich auf der Sonnenseite. Ich musste mich nämlich nicht ins Wartezimmer setzen, nein ich wurde direkt durchgewunken ins Sprechzimmer.
Ein paar Minuten später kam der 1. Halbgott in weiß und erkundigte sich nach meinen Problemen. Also, der Sportarzt hat kurz getastet und meine Meinung geteilt, dass da etwas nicht stimmen kann, also durfte ich recht schnell Dr. Röntgen kennen lernen:
Tja, auf dem Röntgenbild kann man nichts “schlimmes” erkennen, aber diese Röntgentechnik, tja, die ist ja auch schon längst überholt, gell?
So, nun waren wir zwar schön mit Röntgenstrahlen bestrahlt, aber immer noch keine Erkenntnis weiter, also nächste Idee: MRT! Die Sprechstundenhilfe, Arzthelferin, Halbgöttin in weiß hat sich auch direkt bereit erklärt für mich ein Termin bei einem Radiologen zu machen. Sie faselte was von “Nächste Woche Freitag?” hat dann im Telefonat das Wort “Privat!” erwähnt und ich hatte heute einen Termin für das MRT, ich sollte das Wort häufiger nutzen …
Beim Radiologen wurde ich ebenfalls sehr zuvorkommend behandelt, nach der Kontrastmittelspritze ging es auch direkt in die Röhre, das MRT macht Geräusche wie ein defekter Love Parade Truck im Jahre 1998 – an schlafen war also nicht zu denken. 15 Minuten später war die CD mit den Bildern fertig, schon toll so ein privates Fotoshooting, hier mal ein Schnappschuss:
Ja, und da unten – wo es so hell weiß ist, sind Muskeln! Nun habe ich es also schwarz auf weiß: Ich habe Muskeln! Das blöde an der Geschichte, da ist ein Anriss und der sorgt halt aktuell für die Schmerzen – was ich nun zu tun oder zu lassen habe erfahre ich erst morgen vom Sportarzt, ggf. auch erst am Montag – bis dahin Fuß hoch, kühlen und nicht belasten.
Belastet hat mich allerdings diese 2-Klassengesellschaft, denn während ich heute morgen zuvorkommend behandelt wurde, kaum Wartezeiten hatte wurden andere Patienten auf nächste Woche vertröstet – und das ganze nur, weil die Halbgötter in weiß etwas mehr an mir verdienen, eigentlich traurig, aber wahr. Nun gut, jeder kann sich privat versichern, jeder kann sich eine private Zusatzversicherung holen und ggf. sollte ich einfach die Klappe halten und die Vorteile genießen – aber ich bin nicht der typische Arztgänger. Wie sieht das ganze bei euch aus?
Schlagworte: Fuss, MRT, Privat Patient Vorteile, Röntgen






27. Januar 2011 um 21:45 Uhr
Gesetzlich… Naja Krankenkasse ist ja sowieso immer ein Thema für sich
lg
27. Januar 2011 um 21:53 Uhr
Schwer zu sagen finde ich. Ich bin nicht privatversichert, bisher hat das immer gereicht. Aber ich finde es quasi unfair, wenn man wirklich Schmerzen hat und trotzdem dann auf “in ein paar Tagen” vertröstet wird. Für Kontrolluntersuchungen kann man damit leben, aber bei akuten Beschwerden könnte ich mich über so eine zwei Klassen-Gesellschaft echt aufregen. Aber wie du schon sagst, man kann etwas dagegen tun, nämlich sich zusatzversichern. Kostet aber halt alles Geld… tja.
27. Januar 2011 um 21:55 Uhr
Naja, mich nehmen keine auf Gesundheitszustand bezogenen Versicherungen mehr. Aber als Gesundheitswesen-Insider bin ich lieber Kassenpatient. Dann werden wenigstens keine blödsinnigen, unnötigen Untersuchungen gemacht, die nur dem Arzt etwas bringen, nämlich Geld.
27. Januar 2011 um 22:28 Uhr
Jepp, ich kann deiner Schilderung nur zustimmen … ähnliches hab ich schon einige Male durchgemacht,
kaum kommt das Zauberwort “privat” öffnen sich ungeahnte Türen und das Krankheitsbild wird sofort komplizierter, so das detaillierte Untersuchungen erforderlich sind.
Aber nach wie vor finde ich bis heute die Frage nach der Krankenkassenkarte am peinlichsten,
worauf ich nur mit einem leisen Nuscheln “hab keine … bin privat” antworte um daraufhin in einen gesonderten Wartebereich geführt zu werden.
27. Januar 2011 um 22:39 Uhr
Ich bin eigentlich “heute” dankbar, denn erst durch das MRT habe ich nun die Gewissheit in Punkto Muskelriss, also heute war es mal keine unnötige Ausgabe, beim letzten mal (letztes Jahr) hat mir eine Ärztin aber bei einer Grippe das volle Programm geboten inkl. Blutbild und Lungenfunktionstest …
28. Januar 2011 um 00:04 Uhr
Es geht auch mit Kasse, wenn man Ärzte kennt
Meinen letzten MRT-Termin hat mir mein Arzt innerhalb von 3 Tagen besorgt; als ich zu ihm ging war der Termin schon gemacht, außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten der Radiologie…
Aber ansonsten ist das teilweise schon echt krass.
Andererseits seh’ ich bei Vattern den Vorteil, wenn er nicht geht, bekommt er Prozente von seinem Beitrag ma Jahresende geht…ist man also nicht Hypochonder sondern geht nur, wenn man wirklich was hat, lohnt sich Privat vielleicht sogar mehr…Auch wenn man halt dafür manchmal noch Selbstbeteiligungen und so hat.
28. Januar 2011 um 00:04 Uhr
Also ich bin gesetzlich versichert aber hatte noch nie, ich betone, noch nie Wartezeiten zu verkraften. Wenn ich meine Ärzte anrufe, dann hab ich sogleich einen Termin. Liegt also nicht immer am Kassenstatus sondern auch gern mal am Doktor. Wenn der nämlich nicht will, dann will er nicht
Zahnärzte und Co, also nicht unbedingt die allgemeinen, haben mich sogar 1 Tag vor Heiligabend noch mit reingenommen und gleichwertig behandelt, wie den Privaten vom Nebenzimmer.
Aber wie gesagt, ich denke mal, ich bin einfach nur bei den richtigen Ärzten untergebracht
28. Januar 2011 um 00:27 Uhr
Oh ja, ich denke sogar es geht noch weiter. Es ist meines Erachtens bereits eine 3-Klassenmedizin:
1. die Privatpatienten, hast Du übrigens schön geschildert,
2. die Kassenpatienten MIT Termin, so zwei Stunden und dann
3. die Kassenpatienten OHNE Termin, da kann man warten bis der Arzt kommt. =)
LG Kay
28. Januar 2011 um 02:23 Uhr
Meine Frau, ich, Hund und Katze sind alle in Luxustarifen privat versichert. Wir Menschen sind mit dieser Wahl seit über 20 Jahren sehr zufrieden.
Bei Hund und Katze ist das glaube ich egal
28. Januar 2011 um 16:36 Uhr
Ich war heute arbeitsbedingt in der Notaufnahme eines Krankenhauses, “unser” Arzt hatte vorhin noch einen anderen Patienten. Er fragte ihn (das Gespräch fand auf dem Flur statt), ob er denn gesetzlich oder privat versichert sei, der Patient war gesetzlich versichert. Vom Arzt hörte ich dann nur ein “Ah, okay.” und dann war der Patient nicht mehr ganz so interessant bzw. hatte dann keinen Vorrang mehr… schon krass.
28. Januar 2011 um 19:47 Uhr
Kasse mit privater Zusatzversicherung, die halt “etwas mehr” möglich macht… Und als Mitarbeiter des ortsansässigen Klinikums geniesst man dann auch noch den einen oder anderen Vorteil, wenn man mal einen externen Halbgott benötigt. So ist das halt, zwar nicht unbedingt schön, für die, die “nur” normal Kasse versichert sind, aber Geld regiert wohl immer noch die Welt, leider auch bei der Gesundheit…
30. Januar 2011 um 11:18 Uhr
Also ich arbeite schon seit 18 jahren in eienr kieferorthopädie.
Meine Chefs möchten keine Sonderbehandlungen für privatpatienten. Also gibt es auch keine extra wartezimmer und termine. Klar ist das in fast allen parxen so üblich . Alle Patienen werden bei uns gleich behandelt und bei uns beträgt die Wartezeit für alle Patienten eine halbe stunde.
Es sei denn wir haben einen Notfall .
Wo ich so schwer krank war hab ich mit holfe von meinem Arzt Termine bei super ärzten bekommen weil er weiß das ich auch in einer Praxis arbeite ansonsten hätte ich auch lange wartezeiten. ich finde es nicht fair was gemacht wird aber ich kann auch die Ärzte verstehen.
Ich weiß was die Ärzte verdienen ( auch teilweise im im Quartal) . Eine normale beratung beim doch über die GKV beträgt ca. 7,64.
Schaff dein Auto in die Inspetktion bezahlst du dafür auch so Viel ? ich galube nicht.
Orthopäden in Sachsen bekommen im Quartal für einen GV Patienten ca. 32 Euro egal wie oft der im Quartal kommt. Dank der Bugetiertiung von der Regierung.
Was viele Patienten nicht wissen das alles was neu ist von der EU und der Regierung kommt . Wir müssen es nur ausführen leider. Wie oft mußtre ich mich schon beschimpfen lassen wegen der Praxisgebühr und das die GVK nicht alles bezahlen und zuzahlungen gemacht werden müssen.
Es macht eigentlich keinen Spaß mehr in einem medizinischen beruf zu arbeiten nicht in dem Land hier es wird nicht besser glaub mir.
Ich wünsch dir weiterhin gute Besserung und gute behandlungen
LG COnny
30. Januar 2011 um 11:29 Uhr
Danke für deinen Kommentar, die privaten spülen natürlich mehr Geld rein – daher kann ich einige schon verstehen… Danke für die Wünsche!
31. Januar 2011 um 11:48 Uhr
Auf meinem alten Blog, das ja nun nicht mehr online ist, habe ich auch mehrmals zu diesen ganzen Vor- und Nachteilen der Privatpatienten geschrieben. Ich bin selbst eine, seit ich denken kann.
Ich gebe zu: Wenn ich einen Vorfall habe, der schnelle Hilfe erfordert, habe ich es das ein oder andere Mal schon ausgenutzt, das Wort ‘privat’ gleich in den ersten drei Sätzen zu nennen. Denn leider ist es ja so: Termine gibt es schnell und unkompliziert.
Das nutze ich insofern aus, als dass ich weiß, dass der Arzt dann auch dementsprechend abrechnet: Denn was du relativ einfach mit “mehr Geld verdienen an Privatpatienten” bezeichnet hast, kann man ja durchaus mal in Worte packen: Ein Arzt darf in den meisten Fällen das 2,3fache des normalen Tarifs in Rechnung stellen, sobald der Patient privat versichert ist. Ich kenne Fälle, in denen der Behandlungsaufwand angeblich so schwer war, dass man 3,5fach abgerechnet hat. Das heißt aber lange nicht, dass die Krankenkasse oder Beihilfe das dann auch alles übernimmt. Und da ist dann der Privatpatient wirklich auch mal benachteiligt: Rechnungen müssen ja größtenteils vorgestreckt werden, bis man dann nach Ewigkeiten alle Kosten von Kasse und Beihilfe erstattet hat. Wenn man darauf warten würde, hätte man nämlich locker zweifache Mahn- und manchmal sogar Rechtsanwaltskosten, die dazu kommen und die niemand übernimmt.
Und: ein Schmerzmittel beispielsweise für eine solche Verletzung wie du sie jetzt hast kostet mich nach Rezept in der Apotheke 11,50 €. Das gleiche Mittel bekomme ich ohne Rezept für 4,80 € und mit dem gleichen Wirkstoff, aber von einer anderen Firma sogar noch günstiger. Warum also soll ich Porto und Aufwand in Kauf nehmen, um Wochen später eventuell das Geld zurückzubekommen, wenn ich für weniger als die Hälfte und deutlich unkomplizierter das gleiche bekomme?
5. Februar 2011 um 09:40 Uhr
Die Zweiklassenmedizin ist Alltag – auch dann wenn es oftmals bestritten wird, insbesondere von manchen Medizinern selbst. Ob das so alles “richtig” ist steht auf einem anderen Blatt. Eines ist aber auch sicher, gerade am beispiel von Jens. Wenn ich auf eine Diagnose als GKV-Mitglied ggf. 7-10 Tage warten muss (MRT o.ä.) besteht auch die Möglichkeit, dass sich die Krankheit verschlimmert und somit Mehrkosten aufwirft – auch für die GKV. Ich würde mal sagen, da schießt sich jemand selbst ins Knie.
Die von Janina beschriebenen Fakten in Sachen Rechnung kann ich bestätigen. Meine Mutter ist privat versichert und hatte erst kürzlich einen fast 5-monatigen Klinikaufenthalt hinter sich gebracht. Da kommen Rechnungen ohne Ende… ganz schnell muss man hier mal 5000 Euro und mehr vorstrecken. Ob das demjenigen möglich ist oder nicht interessiert dabei niemanden – Fälligkeit und Erstattung von der Kasse überschneiden sich teils massiv, ein Warten also nicht möglich. Und die Abrechnungsfirmen sind mit dem Anwalt ganz fix.
Ist schon teils ein “krankes” System
.
10. Mai 2011 um 10:34 Uhr
[...] zum Beispiel mein Leben mit dem Asthma, so etwas würde ich als Paradebeispiel nennen oder eben der Bänderanriss beim Jens. Solche Beispiele zeigen einfach, dass wir einmal über Probleme offen sprechen und uns selbst ein [...]