Nach 33 Jahren bin ich endlich auf die Welt gekommen!

Wurde aber auch Zeit, oder? Heute ist Montag, da blicke ich immer in den Spiegel, 33 Jahre bin ich alt und ich muss sagen – das Leben wird nicht mehr bunter, eher grauer… aber nun gut. Nach 33 Jahren habe ich es aber endlich geschafft! Im Jahr 1979 presste mich meine Mutter vermutlich mit Schmerzen aus ihrem Unterleib, doch auf die Welt gekommen bin ich erst letzte Woche. Besser gesagt in die Welt:

Erst schrieb Stefan Anker, dass keiner Auto-Blogger lesen will, nun sind wir geschwätzig. Nun, ich bin der einzige Blogger den er kennen gelernt hat und er findet das ich nett bin. Nett? Nett ist doch der kleine Bruder von… ach lassen wir das! Mmmh, keine Kommentare heißt für Stefan Anker, dass keiner die Blogs liest. Interessante These! Nun, unter seiner Kolumne sind ja nun wahrlich auch nicht viele Kommentare erschienen / freigegeben worden – aber wisst ihr was? Mich freut der Beitrag sogar! Früh hat man mir schon beigebracht, dass man nur „ernst genommen wird“ wenn über einen geredet / geschrieben wird. Das ist ja nun passiert… auch wenn es wahrlich keine nicht viele Leser hier, drüben bei rad-ab.com oder auf dem neuen Projekt freude-am-erfahren.de angespült hat.

Scheinbar interessiert diese kleine Fehde zwischen den alten Medien (die ja nun auch Online angekommen sind) und den neuen Medien (die schon immer online waren) kein Leser und im Grunde genommen ist Stefan Anker nun auch ein Blogger. Er hat die These von Robert Basic aufgegriffen und in einem eigenen Beitrag seine Meinung dazu mitgeteilt. Herzlich Willkommen in der Blogosphäre Stefan!

Wie auch schon drüben bei Robert kommentiert, ich sehe keine „Wachablösung“, ich glaube an die gesunde Koexistenz der Medien und im großen Abenteuerspielplatz Internet ist für jeden genug Platz. Jeder wird seine Leser finden, da bin ich mir sicher. Abzusehen ist, dass viele weitere Seiten entstehen werden. Große Portale werden wachsen und uns mit News überschwemmen, aus dem Grund mag ich Blogs, ich mag das persönliche und im Grunde genommen mag ich auch die Kolumnen von Stefan Anker, der ist eigentlich nämlich auch ein netter Zeitgenosse und vor allem hat er technischen Sachverstand, was viele die Automobilbeiträge schreiben wahrlich nicht mehr haben. Dennoch hätte er sich diesen Beitrag „sparen“ können, ich hätte mir eine Kolumne über den Stau, die Baustellen oder die neuen Blitzer auf der Autobahn auch lieber durchgelesen 😉 – kann aber verstehen, dass er sich und „seine Zunft“ verteidigen möchte.

Meine Rückfrage wie viele Leserbriefe Stefan Anker auf seine gedruckte Kolumne bekommt wurde übrigens nicht beantwortet ;). Warum ich den Beitrag hier schreibe und nicht drüben bei rad-ab.com? Ich finde das Thema hat eher was mit Presse vs. Blogger zu tun und ganz ehrlich? So wirklich interessant für meine Zielgruppe da drüben finde ich es wahrlich nicht! Wie seht ihr die Sache? Sind Blogger geschwätzig, klauen Blogger eure Zeit? Wie ist eure Meinung zu der These?

26 Kommentare zu „Nach 33 Jahren bin ich endlich auf die Welt gekommen!“

  1. Bjoern Habegger sagt:

    Meine Meinung zum „Anker’schen Beißreflex“ habe ich verbloggt, ich hoffe ich war nicht zu geschwätzig…
    http://mein-auto-blog.de/die-exotik-des-publizierens/

  2. Sebastian sagt:

    Viel erstaunlicher – jetzt, wo es ja tatsächlich den ein oder anderen Kommentar auf seine Kolumne gibt – finde ich das Niveau der dort vertretenen Leser und Kommentatoren. Also da schreibe ich lieber für die Leute, die meine Artikel wegen ihrer Geschwätzigkeit schätzen und sich Kommentare auf typischem untere-Schublade Foren-Niveau sparen. 😉

  3. Jens sagt:

    Ich sehe ja anhand der Suchbegriffe was die Leser suchen, wenn Sie eine Antwort gefunden haben ist das gut – wenn nicht werden sie wohl in den Kommentaren nachfragen!

  4. Lisa theCarAddict sagt:

    Ob Zeit „klauen“ oder nicht, das eine tötet Bäume, das andere kann man einfach wegklicken, wenn es einem nicht passt.

  5. Jens sagt:

    @Lisa: Na, hör doch auf, die Welt ist doch nun auch schon online ;).

  6. Andre / Trendportal sagt:

    Nur weil man keine/kaum Kommentare hat, heißt es ja nicht, dass man nicht gelesen wird. Bei uns gibt es auch fast keine Kommentare (was natürlich schade ist).

    Finde die Meinung von Stefan ein wenig übertrieben.

    LG,
    Andre

  7. Moody sagt:

    ach Gott, dass ist ja schon wieder fast zu müßig. Seit wann bemisst sich denn die Leserzahl anhand der Kommentaranzahl? Wenn ich von mir ausgehe, dann lese ich Blogs mit einem bestimmten Ziel: lesen. Ich lese keine Beiträge, weil ich unbedingt darunter meine Meinung kundtun will, sondern weil ich konsumieren will. Ich gehöre eher zu denen, die wenig/gar nicht kommentieren – weil ich schlichtweg für mich festlege, dass ich eine eigene Meinung haben darf, aber sie nicht jedem auf die Nase binden muss. Vielleicht kennt der Stefan aber auch einfach nur kein Google Analytics bzw. Feedburner und was es da nicht noch alles gibt. Zum Thema Zeit klauen: ich setze einfach mal voraus, dass der Großteil derjenigen, die Blogs lesen, dass freiwillig tun. Daraus allein ergibt sich doch schon: wer sich die Zeit stehlen lässt, macht es freiwillig und wird es vermutlich noch nicht ein mal so empfinden. Kann doch jeder selbst entscheiden, ob und wie lange er welchen Beitrag liest – und wer das Geschwätz nicht erträgt, der kommt auch nicht wieder.

  8. Jens sagt:

    @Moody: Word! „Wir“ zwingen ja keinen zum lesen 😉

  9. Björn Frank sagt:

    Eine interessante Geschichte. Besonders das Thema mit der Profession. Ein Journalist ist Profi im Schreiben. Also darf er über alles schreiben? Warum darf er nicht nur über das Schreiben schreiben? Schrauber, Techniker, Ingenieure – all jene sind weit professioneller im Thema Auto, als jeder Journalist. Wenn Sie also anfangen zu schreiben ist das schlechte Qualität? Interessant.

    Und wer online liest, der liest meist nicht nur einen Artikel zum Thema, sondern diverse. Meist sogar auch dasselbe Thema in klassischen Medien. Und das ist gut so. Denn genau diese Diversifikation macht doch den Reiz aus, oder? Wenn sich die Welt Online natürlich für so brillant hält, dass sie sich als Einzige zu-lesende Quelle sieht, dann ziehe ich meinen Hut – und lache. Denn „professionell“ ist das keinesfalls…

  10. Jan sagt:

    Ich finde diese ganze „Journalisten vs. Blogger“-Diskussion ja sowas von 2005. Haben wir denn alle in den letzten Jahren so gar nichts dazu gelernt?

  11. Lucas sagt:

    Es gibt doch immer wieder amüsante Dinge zu lesen. So wird es nie langweilig 🙂

    Wie du selbst bei Welt-Online wunderbar geschrieben hast: „der Leser entscheidet ja wie viel Zeit man sich nehmen (lassen) möchte“.

    Das ist letztlich genau der Satz, der doch zutrifft. Wenn ich einen langen Autopost sehe und keine Lust habe diesen zu lesen, dann lasse ich es. Wenn ich Zeit und Lust habe, dann lese ich es sehr gerne. Mir persönlich gefällt das „persönliche etwas“ von Blogs definitiv besser als das „aufgesetzte Geschreibe“ offizieller Magazine. Hier bekomme ich doch noch etwas geliefert und vor allem eine persönliche Meinung. Was nützt das ständige professionelle „Geblubber“, wenn letztlich nichts für mich bei rum kommt. Schön, wenn ein Auto z.B. laut Magazin „500 PS“ hat. Schöner aber, wenn der Blogger schreibt: „Die 500 PS haben mich bei der Beschleunigung in den Sitz gepresst und das Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen“ oder so ähnlich.

    Zeit klauen mir Blogger also definitiv nicht. Sie bieten mir eher Mehrwert. Wobei man das sicherlich auch nicht verallgemeinern kann und sollte.

    Mal abgesehen davon ist es doch echt hart, das Interesse an einem Beitrag an den Kommentaren festzumachen!? Das passt doch irgendwie so gar nicht. Wenn man sich ein bisschen mit der Thematik befasst, dann weiß man schnell, dass Austausch immer häufiger über Soziale Netzwerke geschiet und Kommentare sicherlich seltener geschrieben werden.

    Ich bleibe dabei: Ich lese auch weiterhin gerne Blogs und freue mich über den Mehrwert, den sie mir bieten. Und wenn ich mal wenig Zeit habe, dann lese ich halt nichts, dann aber sicher auch nicht die Welt 🙂

  12. bycan sagt:

    Ich sehe sowohl an den Kommentaren in den Blogs als auch bei den Onlinewelten der klassischen Medien eines ganz deutlich: Beide Seiten haben ihre eigen Leser. Die das gut finden, was sie dort vorfinden. Damit glücklich sind. Alles andere aber irgendwie doof finden.

    Es wundert mich nicht, dass die welt Online von Leuten gelesen wird, die Blogs doof finden und Zeitungen gut. Und es wundert mich nicht, dass Blogs von Leuten gelesen werden, die die Subjektivität und den „freundschaftlichen Ton“ schätzen.

    Was ich damit sagen will: Für jeden Topf ein passender Deckel. Und was das konkret bedeuten soll? Ganz einfach: Es gibt beides, beides ist gut und hat seine Daseinsberechtigung. Kein Grund zur Diskussion. Der User entscheidet was er will.

  13. Journalisten vs. Blogger = Langweilig! › powerbook_blog sagt:

    […] gelesen wurde.” oder “Auto-Blogger tun genau das, sie sind gemeine Zeit-Diebe.” Jens Stratmann […]

  14. Sascha Pallenberg sagt:

    Ich meine er hat sich ja noch ordentlich zurueckgehalten und durch die Blume ausgedrueckt, dass die Windeln des Aufmerksamkeitsdefizits bereits randvoll sind.
    Jens, lass dich bitte dadurch nicht beeindrucken und gib weiter Gas. Ihr Autoblogger baut da einen sensationellen Content-Kanal auf und muesst euch vor niemanden verstecken.

    Was Welt aka Springer angeht kann ich euch nur einen Tipp geben: Finger weg! Ich habe bereits bei der Blogger-Ausgabe der Welt mit dem Kopf geschuettelt, denn dafuer koennte ich mich niemals hergeben. Vorne wird gelaechelt, hinten gibt es den Arschtritt.

    Derartige Kolumnen zeigen ganz einfach, dass ihr auf dem richtigen Weg seid. Es wird zwar noch nicht ansatzweise eng fuer derartige Kommentare in den traditionellen Medien, es zeigt aber auch dass ihnen langsam aber sicher die Duese geht.

  15. Pascal Wepner sagt:

    Gleichermaßen lächerlich und peinlich. Typisches Verhalten von angezickten Journalien die sich noch immer für das wichtigste auf der Welt haben. Man sollte ihm eine Uhr schenken mit Datumsanzeige…

  16. David sagt:

    Die klassischen Medien bereiten uns alltägliche Informationen in mundgerechte Häppchen auf, die Konsumenten konsumieren und fühlen sich gesättigt und vielleicht ein wenig gelangweilt.

    Der Blogger schreibt, was ihn/sie interessiert, in seiner Sprache, mit seiner Meinung. Warum? Weil er es kann! Und weil er es will!

    So hat der Konsument erstmals die Wahl, von wo er seine Informationen holt. Möchte ich klassische Medien nutzen, um Informationen zu erhalten? Klar, jeden Tag aufs Neue.
    Möchte ich vielleicht aber auch tiefere Einblicke, Meinungen, andere Sichtweisen oder einfach nur mehr Infos? OK, mal gucken was die Blogger so schreiben.

    Ich sehe nicht, dass Blogs die klassischen Medien ablösen. Ich sehe Blogs aber sehr wohl als ideale Ergänzung dazu. Das werden auch die Medien irgendwann erkennen, und dann hat das überhebliche Gehabe der Medien und die Trotzigkeit der Blogger hoffentlich ein Ende. Jens hat mit „Koexistenz“ schon das richtige Stichwort gegeben, diese muss allerdings auf Augenhöhe stattfinden.

  17. Jens sagt:

    „Jens hat mit “Koexistenz” schon das richtige Stichwort gegeben, diese muss allerdings auf Augenhöhe stattfinden.“ <- WORD!

  18. Jens sagt:

    Meiner Meinung nach müsste man nun erstmal mit den Verallgemeinerungen aufhören, es gibt keine „die Blogger“ genauso wenig wie es „die Presse“ gibt. Es gibt gute und schlechte Schreiberlinge, egal ob nun On- oder Offline. Wer gut oder wer schlecht ist, entscheiden die Leser.

  19. Journalisten und Blogger – Zwei Welten treffen aufeinander? › www.lucas-scheel.de sagt:

    […] Die Welt schreibt: Die meisten Auto-Blogger sind furchtbar geschwätzig Jens Stratmann fragt: Wie seht ihr die Sache? Sind Blogger geschwätzig, klauen Blogger eure Zeit? … […]

  20. Lutz Balschuweit sagt:

    So ein Schwachsinn, dieses Dafür und Dagegen ist genau der Grund warum ich mich mit dem Quatsch nicht beschäftige. Mir ist es scheißegal wer was und wie schreibt.

    Mal ist das gut und mal das – Egal und Hauptsache es macht Spaß.

    Lieben Gruß Ihr Flaschen 😛

    Lutz

  21. Jens sagt:

    Und es bleibt wie es ist, Content ist King – ob „konventionelles“ Medium oder unsere „Zunft“

  22. Magnus Mattern sagt:

    Die Frage ist immer, was man von einem Artikel erwartet. Während viele Artikel in der „Fachpresse“ eben entsprechend zusammengestaucht werden um auf den Punkt zu kommen vermitteln Auto Blogs mir ein Gefühl des „mitfahrens“. Ich möchte nicht immer mit Fakten vollgepumpt werden sondern mit auf eine Reise genommen werden und das schaffen viele Blogger ganz hervorragend. Zudem erscheinen einem Blogger immer „näher“ als irgendwelche Journalisten auch wenn man beide noch nie getroffen hat – evtl. wegen dem Zeit klauen? 😉

    Ich lese beides (gerne!) und glaube nicht das der eine dem anderen was wegnimmt und erst recht glaube ich nicht das ein Blog ohne Kommentare nicht gelesen wird – ich bin schließlich selbst ein stiller Leser 🙂

  23. Kennst du einen, kennst du alle | Mein-Blog.info sagt:

    […] Nach 33 Jahren bin ich endlich auf die Welt gekommen! Wurde aber auch Zeit, oder? Heute ist Montag, da blicke ich immer in den Spiegel, 33 Jahre bin ich alt und ich muss sagen – das Leben wird nicht mehr bunter, eh […]

  24. Nils sagt:

    Blogs überleben doch nur noch durch ihre einzigartige Persönlichkeit der Autoren!

  25. Jasmin sagt:

    Sicherlich haben die sogenannten alten Medien leichte Befürchtungen wenn sie sehen das Blogs an Qualität in Deutschland rasant zunehmen und mehr Ernsthaftigkeit bekommen, da große Zeitungen schon viele Abo Leser verloren haben, bzw. Werbeeinnahmen verlagern. Für Leser einfach eine weitere Bereicherung und ein Vorteil das es im iNet Interaktion gibt…

  26. Jens sagt:

    So, nach 2 Tagen muss ich hier die Kommentare schließen – macht man drüben auch so 😉