SB-Scannerkassen – zerstört Ikea deutsche Arbeitsplätze ?

Na gut, ganz so Ernst ist es noch nicht, aber dennoch, ich war letztens mal wieder im Schwedischen Wunderland um mir etwas zu kaufen… soweit so gut, an der Kasse angekommen, waren nun 5 ( fünf ) Selbstzahl-Schalter a 4 Stationen ( = 20 Kassen) , an diesen Countern muss man quasi seine Ware selber scannen und dann mit der EC-Karte bezahlen, das wollte ich natürlich auch ausprobieren. Pro Selbstzahl-Schalter steht ein(e) Mitarbeiter(in) für Fragen zur Verfügung (und wahrscheinlich soll diese Person auch ein Auge auf die Kunden haben ob die auch wirklich alles scannen).

Früher = 20 Kassen, 20 Mitarbeiter pro Schicht, heute 4 Kassen + 5 Stationen = 9 Mitarbeiter pro Schicht, was ist aus den anderen Mitarbeitern geworden???

Im Servicebereich – wo man sich früher Ersatzteile kaufen konnte – steht nun zusätzlich ein Automat, in diesem Automat kann man sich für 1 Euro – Ersatzteile ziehen, quasi ein Ersatzteilautomat und als Belohnung dafür bekommt man auch noch ein Getränk umsonst – bzw. ein Gutschein für das Restaurant.

Ich meine ich bin ja für den technischen Fortschritt , aber dennoch, warum Selbstscankassen? Wenn ich schon die „Arbeit“ der Kassiererinnen übernehme, warum bekomme ich dann für diese „Arbeit“ keinen Nachlass? Ich meine, wo ist der Vorteil für mich als Kunde?

Der Vorteil für Ikea hingegen liegt klar auf der Hand, sobald sich die Anschaffungskosten für diese Scanner Kassen amortisiert haben und sich die Quote der (ich nenn es mal) nichtbezahlten Artikel sich im Rahmen hält spart man Personal – ich meine, ich weiß nicht in wiefern diese nun anders eingesetzt werden (können), aber dennoch. Ich meine Ikea könnte ja noch mehr Geld sparen, die Kunden könnten doch auch noch die LKWs leer räumen, jeder nimmt ein paar Artikel mit in den Laden oder am besten kauft man diese direkt vom LKW, Kunden könnten doch auch die Dekoration übernehmen, dann wird Ikea quasi zum Kunden-Einrichtungshaus. Ich meine Gewinnmaximierung finde ich persönlich ja auch richtig und lobenswert – aber für welchen Preis? Immerhin stieg im letzten Jahr der Umsatz bei Ikea um 7% – irgendwas um die 21 Millarden Euro haben die Schweden umgesetzt – werden die nun gierig oder wo steckt der Gedanke?

Also „mehr“ Verkäufer habe ich ihm Laden deswegen nicht spürbar gemerkt, denn ich hatte eine Frage und musste erst noch 15 Minuten warten… (die 15 Minuten hätte ich dann auch an der Kasse warten können)

Zukünftig werde ich auf jeden Fall diese Scanner Kassen meiden und mich lieber in die Warteschlange stehen, event. bringt es nichts, event. gibt es zukünftig nur noch Scanner Kassen, aber ich beruhige mein Gewissen in dem ich persönlich diese Dinger nicht unterstützt habe, ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für die Menschlichkeit!

Was haltet ihr von den Dingern?

17 Kommentare zu „SB-Scannerkassen – zerstört Ikea deutsche Arbeitsplätze ?“

  1. Anne sagt:

    Ich kenn die Kassen von einem neuen Saturn in Bochum, da gibt’s die auch. Was ich allerdings noch ein bisschen seltsamer finde, sind Supermarktkassen, an denen „normale“ Kassiererinnen sitzen, die aber deine Geldscheine in einen Automaten schieben und der Atuomat dir das Wechselgeld rausgibt. Es geht wohl darum, dass die Kassen einfach zu häufig nicht stimmen. Ob absichtlich oder nicht, sei jetzt mal dahingestellt.

  2. HiPPiE sagt:

    IKEA rocks!

    Nun ja, diese Diskussionen betreffend Arbeitsplatzvernichtung ist nicht neu. IKEA ist zwar eine Stiftung, trotzdem müssen’se natürlich och gucken mit dem Fortschritt zu gehen. Diese SB-Kassen sind in den skandinavischen Ländern schon längst Standard, aber dort sind die Leute auch einfach anders, ehrlicher, wirklich wahr. Die Deutschen sind in Sachen Anstand ein sch#iß Volk (siehe MediaMark-Neueröffnungen etc.).

    Wie dem auch sei, ich wunderte mich dann über ein Jahr später, dass’e das nun doch auch bei uns probieren und hey, warum nicht. Im Supermarkt wird auch gescannt, wo sich damals alle aufregten, egal in welcher Industrie läuft die Herstellung heutzutage meist computergesteuert., von wegen Hand- bzw. Wertarbeit. Von daher halte ich das für ziemlich albern, Rationalisierung einerseits anzuprangern, andererseits sich nicht darüber zu beschweren, dass das T-Shirt in China, der Rechner von einer Maschine, die Teile für den Wagen in Osteuropa gefertigt wurden …

  3. Ralf sagt:

    Die Zukunft wird wohl so aussehen das du nicht einmal mehr scannen musst. Jeder Artikel bekommt ein Etikett mit RFID-Chip (Funkchip). Dann gehst du nur noch durch eine Schranke und alle Artikel werden automatisch gebucht. Um das System noch schneller zu machen, hast du dann auch noch die passende EC-Karte mit RFID-Chip, so dass der Betrag auch gleich automatisch abgebucht wird.

    Ich weis nicht ob die wirklich so viel Personal einsparen, schließlich sind auch bei Ikea nicht immer alle Kassen besetzt. Vor allem wenn wenige Kunden im Laden sind, sind definitiv nicht alle Kassen besetzt. Wenn im Schnitt mal 10 von 20 Kassen besetzt sind, dann würde man gerade mal 1 Arbeitsplatz einsparen.
    vielleicht soll es ein psychologischer Trick sein mit dem man dem Kunden vorgaukelt so würde das kassieren schneller gehen. Geht es aber mit Sicherheit nicht. Denn eine geübte/r Kassier/in weiß wo die Etiketten sind und kann die Waren viel schneller scannen. Zudem kann man an einer mit Personal besetzten Kasse mit Bargeld zahlen, was in den meisten Fällen auch schneller geht als mit EC-Karte.

    Der große Vorteil an den Selbstscannerkassen ist der bargeldlose Zahlungsverkehr. Ikea muss weder das Geld zählen noch es zur Bank bringen bzw. abholen lassen. Es sinkt das Risiko Falschgeld einzunehmen und die Fehlerrate beim Zählen bzw. Wechselgeld sinkt ebenso. Unterm Strich enorme Einsparungen. Man darf halt nicht vergessen das dass Geld erst von einem Sicherheitsunternehmen abgeholt, dann gezählt und erst dann bei der Bank eingezahlt wird. Das kostet einiges.

    7% Plus beim Umsatz bedeuten übrigens nicht automatisch 7% Gewinn. Unser Unternehmen hat z.B. beim Umsatz zwar zugelegt, jedoch durch gestiegene Energiekosten und andere Kosten (z.B. höhere Maut) Verlust gemacht. Ikea dürfte es nicht anders gehen, die werden auch mit erheblichen Steigerungen bei den Transportkosten zu kämpfen haben. Und so ein Möbelhaus will im winter beheizt und im Sommer gekühlt werden. Und wer will schon im unbeleuchteten Möbelhaus einkaufen gehen?

  4. Clatsch sagt:

    Mir ging es ähnlich wie die als ich neulich mal wieder beim Schweden war. Hoffe nur dass es nicht noch soweit kommt wie von meinen Vorredner prognostiziert.

  5. Stefan sagt:

    Ich wüsste gar nicht, was ich bei IKEA soll. Meine Wohnung ist eher zu voll als zu leer.

    Aber ich hoffe, du konntest einige Teile am Scanner vorbeischmuggeln.

  6. bierskoda sagt:

    Die „Neuheit“, von der Anne berichtet, ist uralt, und ich habe mich immer gefragt, warum es diese tollen automatischen Wechselgeldrückgabeautomaten nicht mehr gibt. Also, wie wir hören, es wird wieder automatisch gewechselt.
    Dazu eine Geschichte: Bei Einführung dieser Wechselgeldautomaten vor ewigen Zeiten hat KARSTADT als Wechselgeld total glänzende Münzen verwendet, die vorher in Sägespänen blank gerommelt wurden. Sah toll aus, diese blinkenden Münzen. Gleichzeitig erschienen zu dieser Zeit Zeitungs-Anzeigen mit Werbung für Münzwaschanstalten, und ich hatte anfangs tatsächlich geglaubt, hier werden Münzen glänzend gewaschen ! Und mir war völlig schleierhaft, wie man da dickes Geld verdienen konnte.

    Zur Scanner-Kasse: Beim neuen REAL in Mönchengladbach-Rheydt giptz vier Selbst-Scan-Kassen, und ich benutze sie gerne, denn es geht sehr flott. Anfangs gaps noch für jede dieser Kassen eine Hilfe, inzwischen ist nur noch eine Kassiererin dort tätig. Angenommen werden diese Kassen aber noch nicht so richtig.

    Ein Problem in diesen großen Läden sind nicht nur solche Kassen oder lange Schlangen vor den Analogkassen, sondern auch die fehlenden Verkäufer, die Hinweise auf Standorte von Artikeln geben könnten. In den Staaten schon gang und gäbe, aber hier noch nie gesehen sind Tastaturen, auf den man Stichworte( dazu mit Suchilfe wie „Meinten Sie…?“) eingeben kann, um dann den Standort mitgeteilt zu bekommen. Nun baut ja REWE in MG-Rheydt ein Riesen-Einkaufsparadis, und EDEKA will in Köln-Porz-Wahn nicht nachstehen und baut noch ein größeres, und da bin ich mal gespannt, wie die diese Sache handhaben werden.

    Eigentlich ist das beim Einzel-Handel ein stetiger Wandel, ein Wandel der Verkaufsformen. Wo früher noch die Möbel im Laden auseinandergenommen, in Deckeln verhüllt mit Lastwagen zum Kunden gebracht und dort aufgebaut wurden, giptz heute die Fertigpackung like IKEA. Oder beim früheren Lebensmittelladen, beispielsweise der Konsum mit seinen Rabattmärkchen, da wurde Salz, Zucker, Mehl, Rosinen mit der Schaufel in Tüten gepackt und abgewogen, jedes Teil über die Thecke gereicht und alles mit dem Bleistift auf kleinen (heute von den Sammlern so gesuchten) Blöckchen-Zettel von Rama oder Sanella oder wie all die Marken hießen, aufgeschrieben. Dann kam die erste Änderung in Form von Salzpaketchen, dann Mehl und Zucker, und heute ist es eben ganz anders, und eigentlich braucht man sich über Scanner-Kassen nicht mehr wundern. Die Zeit steht niemals still.

  7. suhu sagt:

    ich finde die kassen sehr praktisch. im real gibts die auch, da kann man in ruhe seine sachen scannen und einpacken, alles nach belieben und bekommt noch tüten umsonst dazu. 🙂 ich finds klasse.

  8. Marc sagt:

    Ich kenne diese DIY-Kassen auch von REAL, habe die aber noch nie benutzt.
    Vielleicht muss ich das auch mal die Tage probieren, vor allem ob man damit schneller ist?!

  9. Meike sagt:

    In den Niederlanden scannt man in einigen Supermärkten am Eingang seinen persönlichen Supermarkt-Chip und bekommt dann automatisch einen Handscanner freigegeben.
    Da scannt man dann schon während des Einkaufs fröhlich seine Artikel ein.
    DAS spart auf jeden Fall Zeit an der Kasse und klärt auch über Preise auf, wenns am Regal mal wieder unübersichtlich ausgezeichnet ist… Man kann natürlich auch Artikel stornieren etc.

    An der Kasse scannt man seinen Chip und packt die Tüten ein. Der Betrag wird automatisch vom Konto abgebucht, welches dem Chip zugeordnet ist. Hinter den Kassen steht für alle Scanner-Kassen eine einzige Mitarbeiterin. Die Kassen geben nach dem Zufallsprinzip nach dem Auschecken ab und zu ein Signal, dann kommt die Dame und überprüft mit ihrem Handscanner, ob man auch alles gezahlt hat. Da das per Zufall entschieden wird, fühlt sich auch niemand angegriffen.

    Ich fand das ziemlich rund, vom Standpunkt des Supermarkts aus gesehen.
    Die Problematik der Arbeitsplätze bleibt natürlich … aber aufhalten können wir das wohl eh nicht.

    Meike

  10. Petra sagt:

    Diese Selbstscan-Kassen bei Ikea habe ich bisher noch nicht selbst ausprobiert, allerdings liegt das nur daran, dass ich nicht mehr im Ikea war seit mein Vertrag als Kassierer nicht verlängert wurde. Von dem Ikea in dem ich über 1,5 Jahre als Minijobber ( Student ) gearbeitet habe weiß ich, dass durch die neuen Kassen zum Selbstscannen etwa 8 Kassierer entlassen wurden. Ob die Kunden dadurch wirklich einen großen Vorteil haben weiß ich wie gesagt nicht, da ich seitdem keinen Ikea mehr besucht habe. Abgesehen davon glaube ich, dass in Zukunft sehr viel geklaut wird ( ob bewusst oder unbewusst ), da man auch als Kassierer in einer Ikea-Filiale häufig Artikel übersehen kann.

  11. Thomas sagt:

    Meine meinung zu den kassen ist da ganz klar-ich boykottiere diese dinger. Arbeitsplatzvernichtung pur. IKEA sieht mich auch nicht mehr. Bei wer-kennt-wen.de gibts ne gruppe zu dem Thema. Vielleicht schaut ihr da mal rein. Hier sind auch betroffene Verkäuferinnen drin. Die gruppe heisst: sb-kassen, nein danke.

    Und Ikea verdient sich dumm und dämlich. Ein armutsbild- 1 Bedienungskasse, 12 SB-Kassen.

  12. Lilo K. sagt:

    natürlich können wir das aufhalten. Wir sind „der Kunde“.
    Und uns bleibt es freigestellt, welche Kasse und welches Geschäft wir besuchen!

    Um nichts in der Welt, würde ich solche Arbeitsplatzvernichtungsmaschinen unterstützen. nicht mal wenn ich den ganzen Kram umsonst bekommen würde.

  13. GMU sagt:

    Ach nö, da darf man IKEA als „Arbeitsvernichtungsmaschine“ und als „dumm und dämlich“ bezeichnen, aber wenn dagegengefeuert wird, wird zensiert. Gut zu wissen.

  14. Jens sagt:

    @GMU – leben und leben lassen, hier soll keiner sterben 😉

  15. alles Unsinn…ich bin müde » Blog Archiv » Ikea spart Kassierer ein sagt:

    […] Kommentatorin Petra meint hier bei Jens […]

  16. TriJay sagt:

    Hallo Leute,
    ich finde die SB-Kassen toll. Keine schlecht gelaunten Kassiererin, die man immer zu stören scheint. Und bei IKEA sitzen doch fast nur Studenten an den Kassen.
    Von denen die hier laut jammern möchte ich gerne mal wissen, wo sie ihr Geld, Zigaretten, Fahrkarten holen. Ihr macht doch bestimmt auch Internetbanking und bucht im Internet euren Urlaub. Fragt ihr euch da auch jedes mal ob das Arbeitsplätze kostet?
    Wer von euch hat noch nie einen Automaten benutzt?

  17. Jens sagt:

    Hah, ich hole mein Geld am Automaten und zahle in bar, ich nutze Internetbanking nur wenn es nicht anders geht, buche im Reisebüro meines Vertrauens meinen Urlaub und kaufe Snacks und Zeitungen an der Tanke – ich bin ein „Gutmensch“ 😉