So PayPal das war es dann mit uns beiden…

Unfassbar! Einfach unfassbar! PayPal habe ich damals genutzt, da es irgendwann ja mal von eBay zur Pflicht wurde. Aufgeregt habe ich mich immer über die PayPal Gebühren doch es lief immer alles glatt und es war ja auch „gefühlt“ schneller als per Banküberweisung. Gefühlt bedeutet – ich hatte mein Geld natürlich auch nicht schneller, aber immerhin die Sicherheit das jemand bezahlt hat.

So, hier mal ein (natürlich rein fiktiver) Fall (der genau so mir passiert sein könnte):

Ich habe PayPal mal nicht als Verkäufer sondern als Käufer genutzt. Also jemanden eine Summe per PayPal geschickt, sagen wir mal – rein fiktiv – 45 Euro. Leider konnte der Verkäufer nicht liefern, hatte sich das Geld aber schon per PayPal auszahlen lassen, bot mir aber an mir das Geld zu senden (via PayPal). Das hatte auch alles geklappt. Ich hab mir den Betrag auszahlen lassen, alles gut.

Dachte ich! Doch falsch gedacht! Ein paar Wochen später bekam ich eine Mail, dass mein PayPal Konto im Minus sei. Ei ei ei, was ist denn da passiert dachte ich noch und meldete mich an. Der Verkäufer hatte die Zahlung zurückgezogen, besser gesagt das Kreditkarteninstitut. Nun gut, ich bin ja Mensch, mit mir kann man reden. Also bat ich den Verkäufer mir den Betrag zu überweisen, damit ich diesen dann bei PayPal einzahlen kann. Gleichzeitig stellte ich – um alle Fristen zu wahren – den Käuferschutzantrag bei PayPal, da war ich noch guter Dinge:

Ihr Käufer hat eine Rückbuchung bei seinem Kreditkartenanbieter beantragt und möchte die oben genannte Zahlung rückgängig machen. Obwohl Ihr Käufer diese Zahlung rückgängig gemacht hat, wollen wir mit dem Kreditkartenanbieter Ihres Käufers zusammenarbeiten, damit Sie zu Ihrem Geld kommen. Wir werden mit den von Ihnen bereitgestellten Informationen die Rücklastschrift anfechten.

Wir weisen darauf hin, dass der Käufer die Zahlung bereits rückgängig gemacht hat, weswegen der Betrag von Ihrem PayPal-Guthaben abgezogen wurde. Die Gebühr, die der Kreditkartenanbieter für die Rücklastschrift in Rechnung gestellt hat, wurde ebenfalls von Ihrem Konto abgebucht. Wenn der Kreditkartenanbieter zu Ihren Gunsten entscheidet, wird dieser Betrag Ihrem PayPal-Konto gutgeschrieben.

Dadurch, dass der „eigentliche Verkäufer“ nämlich eine neue Zahlung eingeleitet hatte, war er nun der Käufer und ich der Verkäufer meines eigenen Betrages – na? Kommt ihr noch mit? Das war Ende April… die Mühlen mahlen langsam bei PayPal, doch irgendwann bekam ich dann eine Antwort (und in der Zwischenzeit leider auch kein Geld vom eigentlichen Verkäufer, denn dann wäre die Sache ja schon längst aus der Welt).

Ende Mai bekam ich dann eine Nachricht von PayPal:

Unsere Untersuchungen sind abgeschlossen. Nach Prüfung der Einzelheiten dieses Falls, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Kreditkartenrückbuchung aller Voraussicht nach nicht erfolgreich zu beanstanden ist. Die Sachlage ist geklärt und Ihr Konto wurde bezüglich dieser Kreditkartenrückbuchung nicht belastet.

Jetzt ging es dann auf einmal ganz schnell, am 01.06 ging ein Schreiben des beauftragten Inkasso Unternehmens an mich raus und zwei Tage später noch eine Mail:

Wir hatten Ihnen bereits in unserem letzten Schreiben mitgeteilt, dass unsere Auftraggeberin, die PayPal (Europe) SARL & Cie S.C.A., eine Forderung gegen Sie geltend macht.

Die Forderung resultiert aus einem Negativsaldo Ihres PayPal-Mitgliedkontos.

Wir möchten Sie nochmals daran erinnern, die Forderung zu begleichen oder sich mit uns unter nachstehender Rufnummer in Verbindung zu setzen, um weitergehende Maßnahmen zu verhindern.

Bitte überweisen Sie den Gesamtbetrag in Höhe von EUR 109,50 unter Angabe des Aktenzeichens auf das folgende Konto…

…usw! Aus 45 Euro wurden also dank der Rücklastschrift 49,50 – dazu kommt nun die Inkasso-Gebühr in Höhe von 60,00 €!  Na? Merkt ihr was? Richtig! Ich habe keine Gegenleistung bekommen, soll nun aber 109,50 € bezahlen. Werde ich natürlich nicht! Ich habe soeben dem eigentlichen Verkäufer klar gemacht, dass ich heute noch einen Überweisungsbeleg von ihm über die 109,50 € sehen möchte, denn Zeit genug hatte er nun. Kleiner Tipp übrigens an das Inkasso Unternehmen: Wenn eure Mails noch schlimmere Titel tragen als die Spam- und Fishing-Mails, nicht wundern wenn die keiner liest!

PayPal werde ich nun nicht mehr nutzen, denn der immer so schön beworbene Käufer- und Verkäuferschutz ist meiner Meinung nach auch nur eine Marketingblase die zerplatzt sobald es mal an das Eingemachte geht. Da sollte man ggf. noch mal die „Untersuchungsmethoden“ überprüfen, bei mir dürfte das nicht so schwierig sein, denn es gab in den letzten Monaten nur 2 Zahlungen, einmal einen Ausgang und dann wieder einen Eingang und beides mal war der gleiche „Geschäftspartner“ involviert. Der Grund für die Rückbuchung des Verkäufers war übrigens eine „Nicht autorisierte Zahlung“ und der Rückbuchungsgrund war die Nummer 83! Sagt euch nichts? Okay, mir auch nicht! Die Überprüfung ging am 29.05. übrigens ganz schnell:

29. Mai 2012 PayPal Fall wird geprüft

29. Mai 2012 PayPal E-Mail an Verkäufer gesendet

29. Mai 2012 PayPal Anfechtung im Namen des Verkäufers nicht möglich

29. Mai 2012 PayPal Keine Überweisung von Konto des Verkäufers

29. Mai 2012 PayPal Fall geschlossen

Natürlich ist diese Geschichte leider nicht ganz so fiktiv sondern mit tatsächlich so passiert, noch werde ich allerdings keine Namen nennen, ihr wisst schon… im Falle eines Rechtstreits käme das nicht so gut, aber dazu wird ja ja gewiss nicht kommen, denn der Verkäufer hat mir gerade zugesichert, noch heute agieren zu wollen. Mal sehen, wann sich dieser Vorgang komplett schließt.

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7 Kommentare zu „So PayPal das war es dann mit uns beiden…“

  1. Sensei sagt:

    Schade muss ich sagen und gleich eine Frage hinterher, hast du schon eine Alternative zu Paypal weil aktuell kenne ich keine auf dem Niveau.

    Ich selber habe nur gute Erfahrungen gemacht mit den Paypal Disputes, sowohl als Käufer und Verkäufer und bin immer an mein Geld gekommen. Hoffentlich klärt sich das für dich noch, mit der Überweisung.

  2. Jens sagt:

    Eine Alternative zu PayPal? Ganz altmodische Banküberweisungen… fertig… gehen inzwischen auch fast innerhalb von einem Tag!

  3. Will Sagen sagt:

    Uiuiui, das klingt echt nicht gut. Kann gut verstehen, dass du sauer bist!
    Ein Micropayment-System eines namhaften Geldinstitut müsste doch eigentlich Erfolg haben. Sparkässchen oder so. 😉

  4. Marco sagt:

    Paypal fand ich früher bei Auslandskäufen ganz praktisch.
    Im innerdeutschen Zahlungsverkehr aber eher unbrauchbar.

  5. Lutz sagt:

    Paspel und so Zeug find ich eh Quatsch.

    Überweisung reicht ja in der Zukunft auch.

  6. DanielB sagt:

    Das ist richtig. Kaum ein Kunde zahlt bei mir via PayPal. Die nutzen alle brav das bekannte System der Überweisung. Onlinebanking ist fast schon Standard und auch so fallen keine bis kaum Gebühren an. Da ist PayPal etwas zickiger. Zudem kannst du auch gerne Bezahlmethoden via Sofortüberweisung oder Lastschrift nutzen.

  7. bierskoda sagt:

    Ich verkaufe Sammler-Objekte bei eBay, und so habe ich auch mal Kunden aus Russland, den USA, Schweiz und weiteren Ländern, bei denen es etwas kompliziert ist, Euro auf ein normales Bankkonto zu überweisen (und sau-teuer noch dazu). Denen biete ich nachträglich PayPal an. In diese Länder verschicke ich aber bei PayPal-Bezahlung nur mit Einschreiben, um einen Versandnachweis zu haben. Im Falle eines Falles, also eines Verlustes, habe ich dann durch den Versandbeleg die besseren Karten. Und kein Problem mit PayPal.

    Aber grundsätzlich wird immer wieder über PayPal gemeckert. Ob das bei der Masse der erfolgreichen Buchungen eine Ausnahme darstellt, kann ich nicht sagen, vermute es aber. Ärgerlich sind die geforderten hohen Gebühren. Erfreulich die Möglichkeit, schnell Geld aus Nicht-Euro-Ländern zu bekommen.

    Und hier noch ein Tipp, wie man Einschreibe-Briefe ins Ausland erfolgreich (also so, dass die Briefe auch in Schickistan oder sonstwo ankommen) verschickt. Die Deutsche Post (ich bekomme für die Werbung keine Vergütung!) bietet die Möglichkeit an, für 3,45 Porto und 2,05 Einschreiben, also zusammen 5,50 Euro einen „Brief“ in der Größe von L + B + H = 900 mm zu verschicken. Gewicht bis 500 g. Schwerer kostet natürlich mehr. Der Brief sieht aus wie ein Paket, enthält irgend welche Ansichtskarten, Bierdeckel, Ü-Ei-Spielzeug oder BPZ oder sonst etwas. Und diesen „Großbrief“ steckt auch in Schickistan so schnell keiner unter seinen Mantel. Sehr erfoilgreich! Ich praktiziere das schon seit über einem Jahr, und ab der Zeit ist noch kein „Großbrief“ abhanden gekommen. Vllt etwas zum Nachmachen.