Artikel-Schlagworte: „alleinreisende Kinder“

Air France schützt alleinreisende Kinder – doch gegen was?!

Sonntag, 8. April 2012

Wer kennt das nicht, man besteigt ein Flugzeug, wartet ab bis alle sitzen und sucht sich dann einen „schöneren Sitzplatz“ event. mit einem Platz in der Mitte frei…

Wer sich im Flugzeug einfach so „umsetzt“ kann dann auch schon mal versetzt werden. Nicht mir, aber einem guten Freund, passiert. Namentlich möchte ich ihn nun mal nicht nennen, aber es lag ausdrücklich nicht an ihm ;). Wir waren mit der Air France unterwegs. Im Flieger war es recht voll, doch ein Junge saß ganz alleine in einer Bank. Also saß sich mein Freund auf den rechten Sitz, der Junge saß ganz links in der Mitte war ein Platz frei. Nach ungefähr der Hälfte der Flugstrecke wurde mein Freund dann versetzt. Nicht etwa von der Stewardess, auch nicht von seiner Freundin, nein. Von einem Steward, dem Chef der Kabine. Er nannte keine Gründe, nur dass es ausdrücklich nicht an „ihm“ liegen würde. Es wäre Gesetz und er müsste ihm nun Folge leisten. Vermutlich hätte die Besatzung ihn sonst noch über dem offenen Meer abgeworfen, also hat er sich weiter nach vorne gesetzt, wo ebenfalls noch etwas Platz war.

Wir haben gegrübelt. Hatte der Junge etwas ansteckendes? Nein! Air France möchte so die alleinreisenden Kinder unter 12 Jahren gegen sexuellem Missbrauch schützen. Die Kinder werden nicht mehr neben Erwachsene gesetzt. Auf der einen Seite kann ich das durchaus nachvollziehen, denn schließlich „reden Kinder“ ja auch mal ganz gerne und könnten so Informationen mitteilen, die ein potenzieller Täter sicherlich ausnutzen könnte. Auf der anderen Seite: Was ist im Ernstfall? Was ist wenn die Sauerstoffmasken aus der Decke kommen? Was ist wenn das Kind Angst hat bei Turbolenzen? Was ist wenn ihm schlecht wird? Die Stewardessen habe ich bei dem kleinen Mitflieger auf jeden Fall nur 2 mal gesehen, einmal zum Getränk bringen und einmal als mein Freund versetzt wurde. War bestimmt kein schönes Gefühl für den kleinen Jungen auf einmal von allen beobachtet zu werden, als hätte er eine ansteckende Krankheit. Im Flugzeug selber wurde mein Freund auf jeden Fall nicht darüber aufgeklärt, warum er sich umsetzen durfte. Er hörte nur was von „das ist Gesetz“ – „es liegt nicht an ihnen“ – „gehen sie nun bitte“ … in dem Fall wäre eine offene Kommunikation sicherlich besser gewesen!

Nun, immerhin wissen wir nun, dass es nicht „an ihm“ lag …