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Abmahnwelle – Blogger und das Urheberrecht reloaded?

Freitag, 5. Oktober 2012

Ich will ja eigentlich gar nicht jammern, obwohl? Doch! Ich will! Ist ja schließlich mein Blog hier, kann ja hier tun und lassen was ich will. Obwohl? Kann ich das wirklich? Okay, ich darf – im gesetzlichen Rahmen – meine freie Meinung äußern. Darf eigene Fotos zeigen und natürlich auch eigenes Videomaterial publizieren. Doch, wartet mal. Ne! Darf ich eigentlich nicht! Denn wenn in dem Videomaterial, zufällig ein Musikstück läuft, dann bekomme ich es mit der GEmirMAlweg zu tun. Zeige ich euch ein Foto was gar nicht von mir erstellt wurde, dann hab ich auch ein Problem, denn dann kommen die Abmahnungen schneller als einem Lieb sein kann. Im Moment gibt es ja richtige Abmahnwellen die über das Land schwappen. Ich selber wurde schon im Jahre 2004 mal abgemahnt, hab damals gezuckt und bezahlt, doch die Summe war auch um ein vielfaches geringer. Jaja, Urheberrechtsverletzungen und Abmahnungen gab es schon immer, doch dieses mal haben die eine ganz besondere Güte:

Neben wir mal an ihr hättet einen Blog. Auf einer Webseite von einem Künstler seht ihr ein Foto welches ihr gerne pushen wollt. Ihr klaut nicht einfach das Foto, macht nicht einfach einen Screenshot – nein ihr stellt eine Anfrage zur Nutzung des Fotos auf eurem Blog, verlinkt das Foto sogar noch auf die Webseite vom Künstler und bietet somit sogar einen Mehrwert.

Man könnte denken man wäre auf der sicheren Seite, oder? Schließlich hat man ja das Einverständnis vom Künstler selber, sprich vom Urheber! Dem ist aber nicht so! Denn der Urheber kann sein Werk ja auch noch verkaufen, z.B. an eine Agentur. Diese Agentur ist dann rechtlich gesehen der neue Inhaber der Rechte und wird es sich auch nicht nehmen lassen, diese durchzusetzen.

Ein Schelm wer nun was böses denkt, schließlich könnte man ja auch schon vorher mal nachschauen welche Bilder sich lohnen würde zu kaufen, oder? Ich sehe schon, Geld verdienen im Internet ist richtig leicht, event. hätte ich doch Jura studieren sollen. Dann wäre ich nun entweder Abmahnanwalt oder Strafverteidiger, denn ich kann durchaus verstehen, dass einige Abgemahnte an die Decke gehen. Von Summen über 8000 Euro pro Foto ist aktuell die Rede, es wird wirklich mal Zeit, dass es für solche Geschichten eine gesetzliche Regelung gibt, auch wenn ich sonst nicht für Einschränkungen bin.

Ja, ich bin ein Verfechter des Urheberrechts, ja ich finde das Urheberrecht wichtig trotzdem bin ich auch der Meinung, dass man diejenigen, die sich einer Urheberrechtsverletzung strafbar gemacht haben sollen (egal ob direkt, indirekt oder ungewollt) nicht mit einer einzelnen Abmahnung und den dadurch verursachten Kosten in den finanziellen Ruin treiben sollte. Deswegen bin ich für eine pauschalisierte Forderung in Höhe von z.B. 250 € zzgl. Anwaltsgebühren (für ein Schreiben, Porto etc.) die dann allerdings gemeinnützigen Zwecken gespendet werden muss. Somit hätte wenigstens die Allgemeinheit etwas davon und der Anwalt muss auch nicht umsonst arbeiten. Die 250 € tun auch weh und sind mehr als nur ein kleiner Denkzettel.

Aktuell wird das Thema in der Blogosphäre ja wieder hochgekocht, ob sich was ändert? Ich würde es mir wünschen! Bis dahin kann ich euch nur den Tipp geben (und das geht eigentlich schon fast gar nicht mehr): Nehmt eigene Bilder / Fotos / Texte und lasst die Finger von Fremdmaterial. Übrigens kann euch das auch zu Gute kommen, wer z.B. keine Pressefotos mehr veröffentlicht, der muss ja irgendwann mal das Produkt selber sehen / testen dürfen .

Ihr wollt weiterklicken? Gerne? WLT´s aktueller Abmahnstand! Dort in dem Beitrag findet ihr weitere Links und unten in den Kommentaren noch viel mehr!