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Jens der Restauranttester: Restauranttest Eiserner Anton Bielefeld – Kritik wäre untertrieben …

Sonntag, 27. März 2011

Jeder der mich kennt, der weiß, dass ich lieber Essen gehe, als mir selber etwas in der Küche zu brutzeln. Ich bin nun kein Feinschmecker, für mich reicht auch ein leckeres Schnitzel und darauf hatten wir heute alle Hunger. Beim Mountainbiken fahren wir oft am Eisernen Anton in Bielefeld vorbei, dieses Restaurant wurde vor ein paar Monaten renoviert und wir haben quasi die Renovierungsarbeiten live mitbekommen. Ich war sogar schon mal im Eisernen Anton (und habe mir dort meine Trinkflasche auffüllen lassen) und daher kam ich heute auf die glorreiche Schnaps Idee mal im Internet zu schauen, ob es da denn wohl Schnitzel gibt.

Die Speisekarte im Internet bietet einiges für die Fleischeslust, also nix wie hin zum Eisernen Anton (welches übrigens neben einem Restaurant auch noch ein Biergarten und ein Hotel hat). Einen Parkplatz gab es direkt vor der Tür, da gibt es für den lauffaulen Jens schon mal nichts zu meckern. Die Bedienung hat uns einen Platz zugeteilt und fragte uns auch recht schnell nach den Getränken: Apfelschorle, Spezi & ein Malzbier sollten es werden, sie hatte wohl zunächst Apfelschorle, Cola und Weizen hell verstanden, aber das konnten wir noch retten: „Apfelschorle, Spezi und Malzbier dunkel!“

Als wir auf die Getränke gewartet hatten war ich doch etwas über die Speisekarte verwundert, wo waren denn die Schnitzelgerichte die es im Internet gab? Die fehlten nämlich ganz… also warteten wir auf die Bedienung und ich ließ meinen Blick so durch den Gastraum schweifen. Als ich dort einen Elektroheizstrahler gesehen hatte war ich doch schon etwas verwundert, aber der passt meiner Meinung nach gut zum Rest des Besuches:

Als die Bedienung die Getränke brachte fragten wir nach den Speisen aus dem Internet, eine 2. Dame kam dazu mit den Worten: „Schnitzel? Können wir machen!“ und ich war schon beruhigt, immerhin wurde hier ja unser Wunsch erfüllt. Um mir die Wartezeit zu verkürzen spielte ich etwas mit der Digicam, erspähte den fast leeren Salzstreuer und spätestens da hätte ich mir doch Gedanken machen sollen:

…und nein, den Inhalt habe ich nicht extra für das Foto vorher in die Handtasche meiner Begleitung gekippt. Ich schaute nach draussen aus dem Fenster und war schon etwas irritiert von den vielen schwarzen Punkten auf der Scheibe, als dann eine Fliege hinzukam wusste ich auch wer für dieses Kunstwerk verantwortlich war, die Scheibe wurde also ein paar Tage nicht mehr geputzt – kann im Stress ja schon mal passieren, solange das Essen gut ist (wovon ich ja immer noch ausgegangen bin) kann man mit sowas ja leben. Die Tischdecke war vor unserem Besuch auch schon verschmutzt, aber auch hier hatten wir in der Vorfreude auf die Schnitzel beide Augen zugedrückt.

Das tot fritierte Stück Fleisch kam bei mir so auf den Teller:

…nunja, was soll ich sagen? Es war kein Meisterwerk der Kochkunst, bei dem Schnitzel meiner Freundin mit Champigon Rahmsauce war die Sauce leider nicht einmal mehr lauwarm (von den Pilzen mal ganz zu schweigen), die Zigeunersauce war zwar okay, dafür muss ich wirklich gestehen – das Schnitzel (und da kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen) – lag einfach zu lange in der Pfanne (wobei ich hier eher auf Friteuse tippen würde). Das Fleisch war auch von innen nicht weiß sondern eher gräulich und leider wirklich nicht schmackhaft, ich kippte mir also noch Salz (etwas war ja noch vorhanden) und Pfeffer darüber.Die Panade hat sich vom Schnitzel gelöst und war teilweise dicker als das Schnitzel selbst, ihr merkt schon – das totgeklopfte und danach noch panierte Tier war definitiv kein Orgasmus für die Gaumen.

Die Bratkartoffeln waren tadellos doch als ich das Schnitzel beiseite gehoben hatte (wie soll man es denn sonst schneiden) entdeckte ich die Extrabeilage:

Restaurantkritik Eiserner Anton Bielefeld

Ist auf diesem Bild etwas schwer zu erkennen, da ich das Gimmick auch nicht mehr auf den Teller haben wollte habe ich es hier mal „entfernt“ und auf einem extra Teller platziert:

Restaurantkritik Eiserner Anton Bielefeld

Die Fliege war übrigens nicht mehr unter uns, zappelte also nicht mehr und kann so (meiner Meinung nach) auch nicht gerade erst auf den Teller geflogen sein und wenn – dann hätte sie sich vorher noch wie Mac Gyver unter das Schnitzel und die Zigeunersauce werfen müssen. Für mich war das Schnitzel danach „gegessen“, ich schob lustlos und frustvoll meine Reste zusammen, wischte mir den Mund ab und wartete.

Als die Bedienung kam und fragte ob es geschmeckt hätte sagte meine Freundin: „Meine Sauce nicht so, war nicht so mein Fall“ und ich schilderte wahrheitsgemäß „Bis zur Fliege war es okay!“ und zeigte auf die Fliege. Die Dame nam sich den Teller mit der Fliege und schaute darauf als ob sie schnell noch nach einer Ausrede oder einer Belehrung suchen müsste aber es kam nichts, es kam ehrlich gesagt gar nichts. Ohne ein Wort zu sagen räumte sie den Tisch ab und ging. Ihre Kollegin kam dann später (nachdem meine Freundin schon den Speiseraum verlassen hatte) zum abkassieren.

Bargeldlos zahle ich gern, ich habe immer etwas Kleingeld in der Tasche (für Trinkgeld, für ein Eis, für eine Zeitung) aber größere Ausgaben zahle ich inzwischen gerne mit der EC-Karte, also legte ich die EC Karte hin, als mir die Dame ein 38,40 € auf einem handschriftlich geschrieben Zettel präsentierte, über die Antwort war ich nicht mehr wirklich verwundert: „Oh EC ist gerade schlecht!“ – auf mein „Wie?“ antwortete die Dame noch mal „EC Karte ist gerade schlecht!“

In meinen Gedanken musste ich schon fast lachen, hatte mir nämlich gerade überlegt, ob das EC Kartenlesegerät wohl auch schon dort gegessen hätte. Also zahlte ich bar, auf mein sonst sehr üppiges Trinkgeld (ich gebe immer zwischen 15 und 20%, weil ich weiß wie hart der Job in der Gastronomie und wie schlecht die Löhne sind) habe ich verzichtet, denn ich musste ja auch auf eine Quittung verzichten und selbst den handgeschriebenen Zettel brauchte die Bedienung noch für ihre Chefin. Ich weiß nicht ob es den beiden event. spanisch vorgekommen ist, dass ich Fotos von dem Essen gemacht habe und ggf. so mir kein weiteres Beweismittel in die Hand geben wollte oder ob es dem EC Kartenlesegerät und dem Belegdrucker / Quittungsdrucker wirklich schlecht gegangen ist, dass entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Es mag sein, dass es heute ein einmaliges negatives Erlebnis gewesen war, es mag auch sein, dass es sonst dort sehr gut schmeckt, es mag auch sein, dass der Service sonst viel besser ist, aber meiner Meinung ging dort heute von Anfang bis zum bitteren Ende alles schief was nur hätte schief gehen können.Ich würde nun auch gerne lobende Worte über die nette, zuvorkommende Bedienung, die ja in der Regel bemüht ist dem Gast den Aufenthalt so angenehm wie nur möglich zu machen, verlieren aber selbst das kann ich leider nicht. Spätestens nach der Fliege hätte ich zumindestens eine Entschuldigung verlangt, die beiden Damen die uns bedient hatten hätten meiner Meinung nach wissen müssen wie sie den Gast „beruhigen“ können, damit dieser so etwas nicht negativ weiter berichtet oder sich gar 20 Minuten hin setzt und diesen Blogbeitrag hier schreibt – aber eines ist Gewiss: Mich und meine Famile sieht das Restaurant Eiserner Anton in Bielefeld nie wieder!

Ich werde die Tage dann natürlich auch noch für die Webseite Restaurant-Kritik meine Meinung niederschreiben, in Kurzform versteht sich, was allerdings nichts an der Berurteilung ändert:

Besucht am: 27.03.2011 zum Mittagessen
Anzahl der Personen: 2 Erwachsene, 1 Kind
Was wurde gegessen? siehe oben
Wie war die Begrüßung? zweckmäßig
Wurde uns ein Tisch angeboten? ja, auf Wunsch sogar am Fenster
Gab es eine Empfehlung? nein
Wie war die Wartezeit auf das Essen? 20 Minuten
Wie war die Qualität des Essens? nicht zufriedenstellend
Waren die Zutaten frisch? entzieht sich meiner Kenntnis
War der Koch kreativ? nur in der Auswahl der Temperaturen der Speisen
Sah das Essen gut aus? nicht nach meinem Geschmack
Wie war das Ambiente? Der Gastraum entsprach nicht meinem Geschmack
Was sollte verbessert werden? am Service sollte gearbeitet werden, Fehler dürfen passieren, aber man muss diese auch im Dialog (er)klären
Sauberkeit des Restaurants? siehe oben
Sauberkeit der Toilette? wie erwartet