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Deutsche Sprichwörter / Redewendungen mal aufgeschlüsselt / erklärt…

Samstag, 18. Juni 2011

Sprichwörter bilden einen doch sehr großen Bestandteil unserer Sprache, jeder kennt sicherlich das ein oder andere Sprichwort und verwendet dieses unbeabsichtig, oft weiß man zwar was es „ungefähr“ bedeutet, weiß aber vermutlich nicht woher das Sprichwort überhaupt kommt. Ich hab mir mal die Mühe gemacht und die Sprichwörter die ich stets auf der Zunge habe mal zu erforschen, woher kommt das Sprichwort und was wollte man damals damit ausdrücken…

Warum schaut man einem geschenktem Gaul nicht ins Maul? Na ist doch klar – wenn etwas geschenkt wird, ist man damit zufrieden. Wenn man ein Pferd kaufen möchte, kann man anhand des Gebisses das Alter schätzen, aus dem Grund schaute man sich früher beim Pferdehandel stets das Gebiss an, es sei denn wenn es ein Geschenk war, denn einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Warum ist man auf dem Holzweg? Nunja, wenn man sich in einer Sache verennt ist man oft auf dem Holzweg, kommt nicht weiter, findet kein Ende und kein Ziel. Die Redewendung kommt daher, dass Holzwege oft nirgendwo hinführen sondern im Wald enden.

Warum geht man vor die Hunde? Wer vor die Hunde geht vergleicht sich selber mit krankem Wild, welches leicht ein Opfer von Jagdhunden werden kann. Jäger machten daraus bereits vor 300 Jahren eine Redewendung.

Warum lässt man eine Katze aus dem Sack? Weil es Tierquälerei wäre die im Sack zu lassen? Nein, Scherz… Wenn man vorher ein Geheimnis absichtlich verschwiegen hat und es dann erzählt lässt man sprichwörtlich die Katze aus dem Sack, wenn die Katze erstmal aus dem Sack ist kann man diese z.B. nicht mehr als Tiger verkauft werden.

Warum ist man mit Kind und Kegel unterwegs? Nunja, ein Sprichwort für die Patchwork-Familien von euch, ein Ausdruck für die komplette Familie, mit dem eigenen Kind und mit dem Kegel = das uneheliche Kind.

Warum macht Liebe blind? Das stammt aus dem Werk „Die Gesetzte“ von Platon, er sagte: …denn der Liebende wird blind in Bezug auf den Gegenstand seiner Liebe! Und damit hatte er ja auch irgendwie recht, oder? Nur Liebende verzeihen Dinge die nicht liebende längst hätten aufgeregt.

Mein Lieblingssprichwort habe ich bei TKKG gerlernt, da sagte Tim (der damals noch Tarzan heißen durfte) zu Karl, Klösschen und Gaby: „Lasst und die Platte putzen, Amigos!“ – als Kind habe ich nie verstanden was die meinten und habe mir vorgestellt, die würden nun zuhause Schallplatten putzen. Nun weiß ich, dass es umgangssprachlich dafür steht das man sich davon macht, aus dem Staub macht, sich verpisst. Die Platte putzte man früher in der Gaunersprache. Da war also nicht alles schlecht ;).

Was ist bis in die Puppen? Wie lange ist bis in die Puppen? Wer kennt es nicht, wenn man mal wieder bis in die Puppen schläft? Bis in die Puppen heißt also nichts anderes ausser sehr lange und hat seinen Ursprung in Berlin, besser gesagt vom Berliner Tiergarten, der war damals nämlich noch ziemlich weit weg von der Stadt (vor 200 Jahren) und bis die Berliner die aufgestellten Statuen (Puppen) erreicht haben, war es halt ganz schon lang / weit.

Habt ihr alles gewusst? Habt ihr auch Erklärungen für Sprichwörter / Redewendungen die ihr häufiger verwendet?