Artikel-Schlagworte: „wohnbus forum“

Blogvorstellung: Martin der Busblogger & o307.de

Montag, 11. Oktober 2010

Es wird wieder mal Zeit euch einen Blog / ein Forum vorzustellen, heute geht es mal um das Thema Wohnmobil ! Wie versichert man ein Wohnmobil ? Wie sieht es mit Sonderfahrzeugen aus … der Martin ist ja nicht nur ein Bekannter, nein, wie der Zufall es so will hat er auch ein ungewöhnliches Wohnmobil, also stand er mir in einem Blogger-Interview Rede und Antwort:

Hallo Martin,

vielen Dank für die Möglichkeit mit dir als Busblogger und Besitzer eines ja doch eher ungewöhnlichem Wohnmobil ein kurzes Interview für meinen Blog zu führen, fangen wir doch auch direkt an:

Dein Wohnbus unterscheidet sich ja doch etwas von den „normalen“ Wohnmobilen die man so auf der Straße sieht, auf www.o307.de zeigst du ja den Umbau – wenn ich schon schreibe „Umbau“ dürfte nun auch jeder merken, es handelt sich bei dem Wohnmobil um einen Selbstausbau – Projekt. Erzähl doch mal kurz, was du da genau umbaust…

Ein Fahrzeug, wie ich es umbaue, gibt es so „von der Stange“ nicht. Es handelt sich hier um einen ehemaligen Bücherbus, der wenig km gelaufen hat und sehr gut gewartet wurde. Die Basis ist deutlich stabiler aber auch schwerer als ein normales Wohnmobil, mit dem PKW-Führerschein ist hier nichts mehr zu machen.

In unserem Fall ist es so, dass wir in den Wohnbus für ein paar Jahre einziehen wollen. Der Umbau eines großen Busses zum Wohnbus berücksichtig die Möglichkeit, sich auch für längere Zeit darin aufzuhalten und dementsprechend sieht die Planung vor, eine individuelle Aufteilung mit möglichst viel Raumgefühl, also Platz zum leben zu bieten.

Vor allem ist bei Thema Bad oder Nasszelle ein deutlicher Unterschied zu merken. Während im normalen Wohnmobil hier sehr mit Platz gespart wird, weil die meisten Wohnmobilisten sowieso eine Campingplatz-Dusche bevorzugen, kann ich in den Bus ein vollwertiges Badezimmer einbauen. Und wenn ich möchte, könnte ich es sogar fliesen, im Gesamtgewicht würde das hinterher kaum auffallen. Im Wohnmobil „von der Stange“ ist so etwas nicht möglich.

Also ist es eigentlich gar kein Wohnmobil? Dann kommt für dich ja auch eine normale Wohnmobilversicherung wohl nicht in Frage, oder? Wie versichert man denn so ein Gefährt?

In diesem Fall hatten wir das große Glück, dass der Bus in einem wirklich gutem Zustand ist, beim Kauf auf den Tag genau 30 Jahre alt war und somit auch problemlos eine historische Zulassung erlangen konnte, das so genannte „H-Kennzeichen“. Dadurch ist die Versicherung ausgesprochen günstig und beläuft sich für die reine Haftpflicht auf ca. 150 EUR pro Jahr. Allerdings ist es sehr schwer, einen Versicherer zu finden, der einem ein historisches Nutzfahrzeug oder historisches Wohnmobil versichert, die meisten nehmen nur PKW.

Hätte ich die historische Zulassung nicht, würde der Bus ganz normal versichert werden, nach ganz normalen Wohnmobil-Tarifen.

Gab es da denn Schwierigkeiten? Wie verträgt sich denn ein historisches Kennzeichen mit den Wohnbus-Umbau Ideen die man verwirklichen möchte?

Das ist leider sehr vom Prüfer abhängig. Der eine hält sich sehr an die Vorschriften und läßt per Definition nur historische, umgebaute Wohnmobile zu, wenn der Umbau mindestens 20 Jahre alt ist. Den andern Prüfer interessiert das garnicht, wenn ein Auto mit 30 Jahren noch wirklich gut aussieht, gibt es das begehrte H ohne Probleme.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Begriff „Kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“, und als solches kann man auch einen umgebauten Bus immer noch gelten lassen, solange er nicht total verunstaltet wurde.

Ich habe dich ja letztens auf dem SAT Treffen in der Nähe von Soltau getroffen, dort standen ja auch viele „normale Wohnmobile“ von der Stange, weißt du worauf solche Besitzer achten sollten bei der Wahl des Wohnmobiles / bei der Wahl der passenden Campingversicherung?

  • Die Wahl des Wohnmobiles hängt stark von den eigenen Urlaubsgewohnheiten ab. Bevorzugt man Urlaub auf dem Campingplatz, etwa wegen der Kinder, reicht in der Regel ein einfaches Mobil. Will man Monatelang durch Europa touren, braucht man defonitiv mehr Raum und eine gute technische Ausrüstung, um nicht zum Beispiel irgendwann einmal ohne Strom da zu stehen.
  • Bei der Wahl der Versicherung ist wie immer die Deckungssumme wichtig, beim Wohnmobil sollte man auf jeden Fall eine Teilkasko Versicherung zusätzlich abschliesen. Diese schützt einen gegen Diebstahl und gegen Brand. Es ist besonders Auffällig, dass jedes Jahr viele Wohnmobile verbrennen, sowohl wegen technischer Defekte als auch wegen menschlichem Versagen. Auch Sturmschäden und Einbruch sind abgedeckt. Hier ist jedoch mit dem Versicherer unbedingt zu klären, ob im Wohnmobil lose liegendes Inventar mit abgedeckt ist oder eine zusätzliche Inhaltsversicherung erforderlich ist! Sonst werden im Falle eines Aufbruches zwar ein entwendetes Autoradio und auch beschädigte Schlösser bezahlt, nicht aber entwendete Wertgegenstände wie Laptop oder Navigationssysteme.

Du hälst deine Blogleser ja nicht nur auf www.o307.de über den Wohnbus-Umbau auf dem laufenden, sondern bloggst auch auf www.busblogger.de über den Alltag als Busfahrer, wie kam es denn dazu, dass ein EDV-Dienstleister sich auch noch für das Busfahren begeistern kann?

Der Traum vom LKW-Fahren kam schon in meiner Kindheit, in der Firma meines Vaters gab es immer mehrere mittelschwere LKW, da wächst man dann automatisch rein und kann sich dafür begeistern. Zum Bus bin ich dann eher durch Zufall über mein erstes selbst ausgebautes kleines Wohnmobil vor 8 Jahren gekommen. Hier bin ich bei Wohnmobil-Treffen wie eben dem erwähnten SAT zum ersten Mal auf Wohnbusse getroffen und war schwer beeindruckt, welche Möglichkeiten sich hier bieten. Als ich vor ein paar Jahren dann endlich einmal eine Gelegenheit ergriffen und den Führerschein gemacht habe, ist das Thema Wohnbus auf einmal auch sehr schnell für mich konkret geworden. Und um den wirklich sehr teuren Führerschein zu refinanzieren kam mir die Idee, durch Busfahren ein wenig Geld nebenher zu verdienen um so auch mal vom Schreibtisch weg zu kommen.

Auf www.busblogger.de kann man den Werdegang dieser Idee von der ersten Fahrstunden an nachlesen.

Und du möchtest demnächst also 365 Tage im Jahr in dem Bus leben? Eine für viele Leser sicherlich ungewöhnliche Entscheidung, magst du noch kurz erzählen wie es zu dem Wunsch kam?

Es ist der Wunsch, sich zu minimalisieren, näher am Wetter und der Natur zu sein, und einfach die Zeit zu nutzen, in der man Ungebunden ist, um durch das Land zu touren. Es hat weniger mit einem leider oft zitierten „Zigeunerleben“ zu tun sondern einfach mit dem Wunsch nach Individualismus und Freiheit. Wohnbusfahrer sind in der Regel keine „armen“ Menschen und stehen voll im Berufsleben. Im Bus zu wohnen können aber weitaus weniger, denn hierzu muss man flexibel sein. Durch meine Arbeit, die ich ausschliesslich über das Internet ausführen kann, habe ich diese Flexibilität erreicht und möchte sich schnellstmöglich nutzen.

Darüber hinaus findet hier noch das Hobby „Autoschrauben“ seine Bedeutung, Nutzfahrzeuge und Busse als Oldtimer sind hier jedoch oft noch Exoten. Ein zum Wohnmobil umgebauter Oldtimer wird oft als belächelt oder mit Kopfschütteln betrachtet, ich sehe es aber so dass auch so ein Fahrzeug zum Kulturgut zählt, wenn es sich denn in einem guten und vor allem erhaltenswerten Zustand befindet.

Vielen Dank für das Interview und die somit verbundene Blogvorstellung, ich stelle ja immer mal wieder in meinem Blog andere Blogger vor – im ewigen Kampf gegen den Linkgeiz ;-).

Vielen Dank ebenso!

Ich freue mich immer, wenn ich dieses Thema anderen interessierten näher bringen kann.

So, wer nun noch weitere Fragen hat bezüglich einer Wohnmobil-Versicherung, der sollte sich mal hier informieren der Versicherungmakler hat sich speziell auf die Versicherung von Wohnmobilen spezialisert, dort kann man recht einfach und schnell die Preise vergleichen lassen und wir wissen ja, demnächst kann man die Versicherung wieder wechseln und event. ein paar Euro´s für die nächste Wohnmobil Tour sparen und wer weitere Fragen an Martin hat, der ist auf den Blogs von Martin richtig aufgehoben, denn dort steht Martin Rede und Antwort! Wohnbus Fahrer wie der Martin fühlen sich auch sicherlich im Wohnbus-Forum wohl: wohnbusse.eu