Unfall auf privatem Parkplatz gehabt – wer hat Schuld?

Die Frage wird sich wohl oft gestellt, wer hat Schuld, gilt rechts vor links? Was hat das Schild „Hier gilt die STVZO“ für einen Einfluss auf den Versicherungsschutz?

Naja, vor ein paar Wochen war es soweit, ich hatte meinen 2. Autounfall – leider nicht mit meinem Wagen, denn der wäre Vollkasko versichert, nein – ich habe den Wagen meinen Liebsten auf einem Parkplatz von einem Supermarkt – naja nennen wir es mal – verunstaltet.

Bei einer typischen rechts vor links Situation kam ich leider von links, habe den Unfallgegner nicht gesehen, da in dem Winkel parkende Fahrzeuge (in dem Fall ein T4 Bus) die Sicht versperrten und das Kind auf dem Beifahrersitz nun auch nicht gerade leise war. Aber ich will meine Schuld an dem Unfall gar nicht in Frage stellen, das Kind hätte hinten sitzen müssen, ich hätte noch vorsichter vorfahren müssen, aber da ich halt auch keine Scheinwerfer gesehen hatte (es hatte schon gedämmert) bin ich halt vorgefahren und zack – seitlich in den Polo rein:

unfall

Rechtlich gesehen muss jeder auf einem privaten Parkplatz so langsam fahren, dass er jederzeit bremsbereit sein muss… rein rechtlich gesehen müssten in so einem Fall jeder seinen Schaden selber bezahlen – solche Streitfälle landen oft vor Gericht. Aber moralisch gesehen fühlte ich mich schon schuldig, die Beifahrerin von dem Polofahrer war schon kurz vor einem Nervenzusammenbruch – und ganz ehrlich – dafür gibt es Versicherungen, warum soll ich denn nun die junge Familie auf dem Schaden sitzen lassen? Der Wagen von meiner Freundin sah dagegen noch aus, als wäre nix passiert – soviel Menschlichkeit sollte man schon besitzen, da jetzt nicht auf das Recht zu pochen, oder?

Klar, man steigt in den %, sicherlich, man zahlt etwas mehr – aber wir wollten die Versicherung sowieo wechseln, aber dazu später mehr… Der Junior (der die ganze Aktion unbeschadet überstanden hatte) fragte noch: „Jens, was haste gemacht?“ Ich: „Mmmh, ich bin dem reingefahren!“ Er: „Warum machste denn das?“ – auf die Frage hatte ich dann auch keine Antwort mehr…

Zuhause angekommen: Die Service Hotline der  AXA Kfz Versicherung angerufen, denn da ist der Wagen versichert, der Service am Telefon war wirklich erstklassig – kurz den Schaden aufgenommen – noch freundlich gefragt ob es mir denn auch gut gehen würde, also richtig freundlich – ich kam mir richtig gut behandelt vor und das schönste – ich habe mit dem Schaden nun nichts mehr zu tun, die AXA regelt für mich den Rest, die Kommunikation mit dem Unfallgegner usw.

affen-in-der-service-hotlineSchön mal eine Servicehotline am Telefon zuhaben wo man nicht das Gefühl hat das irgendwelche Primaten am anderen Ende der Leitung sitzen die von tuten & blasen keine Ahnung haben… ich hab gezielt gefragt und bekam direkt, geziehlt Antworten – den Unfallbogen den ich nun erwartet hatte – brauchte ich auch nicht ausfüllen, sämtliche Angaben wurden fernmündlich aufgenommen … soviel Service hatte ich gar nicht erwartet, war deswegen euch sehr erfreut darüber – und wie Ihr sehen könnt, schreibe ich auch über Sachen die mich erfreuen und nicht nur über Hotlinemitarbeiter die mich nerven.

Also ich war schlichtweg begeistert von der Abwicklung und versprach meiner Freundin die Mehrkosten der Versicherung für die nächsten 2 Jahre zu tragen und natürlich für die Beseitigung der Kratzer an Ihrer Stoßstange zu Sorgen.

Begeistert war meine Freundin natürlich nicht, dass nun schon die Rechnung gekommen ist für das nächste Jahr, knapp 160 Euro mehr sollte Sie nun bezahlen pro Monat – da ich Ihr versprochen hatte, die Mehrkosten für meine Dummheit zu entrichten, war es also reiner Selbstnutz und purer Egoismus, dass ich zunächst die Versicherungen verglichen habe, hierzu habe ich zunächst einen Kfz Versicherungsvergleich Rechner aus dem Internet benutzt .

Später habe ich aber noch mit dem örtlichen Versicherungsmakler von der AXA gesprochen und was soll ich sagen, jetzt zahlen wir anstatt 160 nur noch knapp 45 Euro mehr pro Jahr, damit kann ich leben – denn der Polo hatte ja definitiv einen höheren Schaden als 90 Euro, oder? Beim Wagen von meiner Liebsten ist die Stoßstange kaputt, die wird nun zwischen Weihnachten und Neujahr repariert, neu lackiert – fertig.

Von dem Geld was ich ja nun quasi gespart haben , können wir mal so richtig schön Essen gehen, das ist doch auch schon mal was – man bezahlt nun quasi „mehr“ und hat trotzdem das Gefühl gespart zu haben – und ja Miss Bielefeld, dass war eine Einladung!

5 Kommentare zu „Unfall auf privatem Parkplatz gehabt – wer hat Schuld?“

  1. In-Grid sagt:

    die einladung nehme ich auch gerne an! denn irgendwie hab ich nach dieser milchmädchenrechnung immer noch das gefühl das ich dabei nicht so gut wegkomme sonder nur der jens….hmmmmmmmm…….naja, er hat es für mich geregelt das ich günstig versicher bin, also will ich auch mal nicht so sein und lasse die fünf mal gerade…..
    aber wenigstens schön zu hören, das MEINE versicherung ganz gut zu sein scheint! ist halt doch nicht alles bockmist, was ich so abschließe….

  2. Martin sagt:

    Von dem Geld was ihr gespart habt könnt ihr Essengehen? Na, das ist aber ne Milchmädchenrechnung. „Papa, kauf Dir unbedingt ein neues Auto der Marke XY, von den 1000 EUR die man Dir dann schenkt bekomme ich dann $SuperTeuresWeihnachtsgeschenk
    Pffft…

  3. Jens sagt:

    @Martin: Genau darauf wollte ich anspielen!

  4. Rudi sagt:

    knapp 160 Euro mehr sollte Sie nun bezahlen pro Monat

    jetzt zahlen wir anstatt 160 nur noch knapp 45 Euro mehr pro Jahr

    Ists jetzt pro Monat oder pro Jahr? Pro Monat wärs ja schon recht stattlich o_O *grins

    Liebe Grüße und Respekt dafür, dass du die Familie nicht hast auf dem Schaden hast sitzen lassen. Zeigt Menschlichkeit und Zivilcourage 😉

  5. Jens sagt:

    Pro Jahr , da waren die Finger wohl mal wieder schneller als der Kopf 😉