Was ich am meisten im Leben bereue?

Ich war kein gutes Kind, war nicht gut in der Schule, war nicht immer fair zu meinen Eltern. Das bereue ich, nicht weil ich nun selbst Vater bin und es mir anders wünsche, nein, weil ich meine Mutter nicht um Verzeihung bitte kann. Sie verstarb, da war ich 16 Jahre alt, gerade in der Ausbildung. Sie hat die positive Entwicklung meiner selbst nicht miterlebt. Am meisten bereue ich also in meinem Leben, dass ich kein guter Sohn war, auch wenn das meine Mutter vermutlich komplett anders gesehen hätte. Ich hätte mich gerne noch entschuldigt, gerne noch die schönen Momente mit ihr geteilt. Leider unmöglich. Vor ein paar Tagen hätte sie Geburtstag gehabt. 59 wäre sie geworden. Gestorben vor 21 Jahren an Krebs, nach elf Jahren Krankheit. Zum Schluss konnte ich es nicht mehr ertragen, nicht mehr sehen, ich habe mich rar gemacht. Auch das bereue ich inzwischen. Kann es nicht mehr ändern, nicht mehr gut machen. Aber gedenken, das kann ich – und Montags das kochen was mir von ihr in Erinnerung geblieben ist. Spaghetti Bolognese. Aus der Tüte. Schmeckt heute noch wie damals und mit jeder Gabel die ich aufdrehe, muss ich unweigerlich an meine Mutter denken.

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1 Kommentar zu „Was ich am meisten im Leben bereue?“

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