Wenn Blogger übers bloggen reden sollen…

…dann kann das schon mal etwas länger dauern, denn es gibt ja wahrlich so viele Themen die angesprochen werden müssen. Für das 1. journalist Blogger-Camp hatte ich einen Vortrag vorbereitet, der jedoch – auf Grund der Tatsache, dass viele Dinge bereits von den anderen hochkarätigen Referenten angesprochen wurden – anders vorgetragen wurde. Da ich aber der Meinung bin, dass nachfolgende Ratschläge auch anderen Bloggern bzw. denjenigen die nun anfangen wollen zu bloggen, helfen können gibt es hier nun meine Blogger-Tipps am Wochenende die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben.

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Was war noch mal das Thema? Achja, Fachblog! Mein Name ist Jens Stratmann, bei Twitter findet man mich seit über fünf Jahren unter Jens1979 und somit weiß man nun auch, dass ich älter aussehe als ich eigentlich bin. Ich sehe mich als digital native, Karsten Lohmeyer wird es erfreuen, dass ich meinen Kloutscore kenne, ich bespiele Facebook, Twitter, Instagram und checke bei Foursquare ein. Es gibt ein paar Momente in meinem Leben, da genieße ich allerdings auch die offline-Zeit und es gibt für mich ein paar Sachen die Tabu sind, z.B. Fotos von meinen Kindern im Netz. Noch kurz was persönliches: 35 werde ich, zwei Kinder habe ich, dazu eine tolle Frau und einen Hund. Fehlt nur noch der Porsche vor der Tür, wobei – der stand da auch schon ein paar mal und hat mich nicht wirklich glücklicher gemacht. So, genug der Vorrede – wir haben doch schließlich alle keine Zeit.

Ernst Ferstl ist ein österreichischer Schriftsteller. Ernst Ferstl hat mal einen Satz gesagt, der eigentlich ein Leitsatz sein könnte für die komplette Blogosphäre: „Die modernste Form menschlicher Armut ist das Keine-Zeit-Haben“ – wir alle leben doch inzwischen im Dauer-Stress. Scannen e-Mails, lesen Texte quer und holen uns nur noch schnell die Informationen die wir gerade haben wollen und sind wieder weg. Genau diese Zielgruppe bedient auch mein, wenn man es so nennen möchte, Fachblog.

Ich schreibe über Autos. Pah, was für ein langweiliges Thema. Blech. Männer und Blechdosen. Wie spannend kann das denn schon sein und das Rad neu erfinden kann ja auch keiner mehr. Das z.B. stimmt nicht denn das Rad wird neu erfunden – nur Rund wird es bleiben, da bin ich mir ziemlich sicher.

Damit ein Fachblog auch rund läuft, muss man sich an einige Spielregeln halten. Ich habe heute und gestern einige Vorträge belauscht und kann unterschreiben, dass sämtliche Sachen auch auf ein Fachblogger zutreffen. Macht man den Blog allein, dann wird man zur Eierlegenden Wollmilchsau, denn es gibt so einige Aufgaben die auf einen zukommen: Recherche, Content-Erstellung, Informationsbeschaffung, Teststellungen, Abwicklung – Beschaffung – Rückgaben und als Autoblogger hat man dann noch das Vergnügen auf Fahrveranstaltungen eingeladen zu werden.

Fahrveranstaltung. Hört sich toll an, oder? Wenn ich euch aber nun sage, dass ich teilweise um 3 Uhr Nachts aufstehe um dann nach einer 14 Stündigen Anreise genau 2 Stunden Zeit mit einem neuen Fahrzeug habe. Dann tot ins Bett falle um am nächsten Tag wieder zurückzufliegen. Dann klingt das immer noch toll, denn ich bin ja vermutlich Business geflogen und durfte 4 Stunden in einem wunderschönen Hotel verbringen. Ich will mich gar nicht beschweren, hätte ja auch über Lego-Autos bloggen können, da wäre der Gegenwert der Fahrzeuge die ich in Gefahr bringe auch nicht so hoch.

Die Zeit ist allerdings auch mein schlimmster Feind. Erstelle ich kein Content, dann „arbeite“ ich nicht an meinem Blog. So ein Blog lebt aber – und da werden mir alle, selbst die besten SEOs recht geben, von Content. Frischer Content, in meinem Fall sogar eigener Content. Ich nutze fast ausschließlich eigenes Fotomaterial und selbst die Videos drehe ich zusammen mit meinen Kollegen Sarah Sauer und Jan Gleitsmann von Ausfahrt.TV bzw. Fast Lane Daily selbst. Inkl. Footage.

Warum? Mehrwert! Ich weiß, ein abgedroschenes Wort. Doch wir sind uns sicher, dass wir mit den Videos – gerade bei unserem Fachthema – ein Mehrwert generieren und lustigerweise findet auf YouTube das statt, was viele auf den eigenen Blogs vermissen. Eine Diskussionskultur. Likes, Kommentare – im Blog zugegeben fast gen null tendierend – so geht es bei Youtube derzeitig richtig ab. Mit unserem Videoformat – und da dreht es sich nur um Autos – erreichen wir derzeitig fast 600.000 Aufrufe – pro Monat. 600.000 Aufrufe, tja was ist das schon? In Sendeminuten ausgedrückt sind wir innerhalb von einem Monat fast 1.84 Millionen Minuten – das entspricht mehr als 3 1/2 Jahren – angesehen worden. Einige Videos haben inzwischen mehr Abrufe also die Hersteller jemals von dem Modell absetzen werden.

Rezept zum Erfolg? Wir bieten einen Mehrwert! Denn wir zeigen nicht einfach das Fahrzeug im Drift, geben nicht einfach nur Vollgas und filmen uns dabei wie wir sämtliche Gesetze brechen. Wir versuchen den Lesern und Zuschauern das Fahrzeug so gut es geht vorzustellen und bekommen teilweise dafür einen Rüffel, dass wir in einem 560 PS Sportwagen über das Platzangebot im Fond und über die Becherhalter sprechen, doch wir behandeln jedes Fahrzeug gleich und schaffen somit eine Art Vergleichbarkeit. Wir schenken den richtigen Kaufinteressenten Zeit, das wurde uns nun schon mehrfach bestätigt.

Fachblogs kann man miteinander nicht vergleichen, viele werden aus dem Hobby heraus betrieben, einige nur aus SEO-gründen für eine Firma, ein Unternehmen das dahinter steckt und einige Blogger leben von ihrem Fachblog, bzw. stellt das eine Säule der Selbstständigkeit da.

Ich schreibe natürlich auch für andere. Für Unternehmen. Für Firmen. Allerdings versuche ich auf reine SEO-Texte zu verzichten, werde ich in die Seo-Schublade reingepresst, dann steht mein Name nicht mehr daneben. Teilweise gehe ich dann auch, selbst wenn das Geld gestimmt hat. Teilweise gehe ich auch weil das Geld nicht mehr stimmt. Wusstet ihr eigentlich, dass man inzwischen 600-800 Wörter-Texte für 7 Euro kaufen kann? Die sind dann fachlich gesehen nicht einmal schlecht, lesen sich wie eine Brockhaus äh sorry Wikipedia Auszug.

Doch wie finanziere ich meinen eigenen Blog? Mein „Fachblog“ möchte unterhalten, informieren, zum diskutieren anregen und vor allem die Zielgruppe erreichen. Mein Ziel ist es natürlich auch, eine Art Refinanzierung über das Blog bzw. die Videoseiten zu erzielen, denn a) – und nun kommen wir zurück zum Zeitproblem – hat mein Tag nur 48 Stunden und b) kann ich am Samstag beim Bäcker nicht mit Likes bezahlen und Testsamples will er mir auch nicht geben. Also schreibe ich natürlich für die Leser und somit auch für Google. Keywörter sind mir also nicht fremd, auch wenn ich versuche es nicht zu übertreiben.

Selbstständige Blogger, sind das eigentlich Journalisten? Für mich ist jeder, der etwas ins Netz stellt um damit anderen Leuten Wissen zu vermitteln ein Journalist. Wir können uns ggf. noch darüber streiten ob nun Publizist oder Journalist, aber man ist ja bekanntlich was man ist, bzw. was man sein möchte. Bei mir gibt es viel eigene Meinung, ich mache mein Gesicht zur Marke und das ist auch gut so, es birgt aber auch Risiken.

Man macht sich mit einem Blog nicht immer nur Freunde. Wenn ich euch nun sage, dass mir schon mal Schläge angedroht wurden? Mir gesagt wurde, dass man wüsste wo ich wohne? Zugegeben, das ist wahrlich nicht schwer rauszufinden, schließlich steht die Adresse im Impressum. Wer mit seiner Meinung rausgeht – der macht sich Feinde und unter uns gesagt – wir sind doch hier unter uns – auch in der sogenannten Blogosphäre wird nicht immer gekuschelt. Da werden Unwahrheiten verbreitet, in meinem Fall direkt bei Kunden bzw. bei den Automobilherstellern, über gekaufte Likes und Klicks, über gefälsche Google Analytics Zahlen und und und… da wird teilweise mit harten Bandagen gekämpft, denn in ist wer drin ist – auf der Einladungsliste der Automobilindustrie.

Es gibt in Deutschland ca. 40-50 gut vernetzte Automobil-Blogger. Vor ca. 2 Jahren haben sich einige zusammengeschlossen und gemeinsame Aktionen veranstaltet, da gab es z.B den Auto-Blogger Award, gemeinsame Verkehrssicherheits-Beiträge und natürlich haben wir auch unsere Beiträge von Fahrzeugen untereinander verlinkt. Sowas würde die Automobil-Presse natürlich nicht machen, die Autobild würde ja nicht schreiben: „Ihr wollt mehr über das Fahrwerk wissen? Dann kaufen Sie sich die AMS, die kennen sich da besser aus!“ Blogger machen das.

Moment mal? Lassen wir uns da etwa kaufen? Mitnichten, aber wie wollt ihr über ein Produkt schreiben, das ihr nicht kennt? Ihr müsst es also sehen, ausprobieren, erleben und diese Erlebnisse dann schildern. Alles andere wäre nur eine Pressemitteilungsverwertungsgesellschaft. Das funktioniert auch. Dutzende, ach was sage ich, tausende von SEO-Blogs halten sich mit umgeschriebenen Pressemitteilungen über Wasser. Teilweise von Leuten umgeschrieben die von der Materie keine Ahnung haben, was in dem Fall nicht einmal auffällt, da die Fakten ja stimmen und nur die Wörter vertauscht bzw. ausgetauscht werden.

Ich will diese Blogs gar nicht schlecht reden, doch steckt dahinter meiner Meinung nach keine Seele. Wenn man ein Fachblog betreibt, sollte man das mit Herz und Seele machen. Ich kann mir gar kein anderes Thema für mich vorstellen als Automobil. Aufgewachsen neben einem Abschleppunternehmen habe ich frühzeitig herumgeschraubt, später die Ausbildung zum Mechaniker gemacht, anschließend 11 Jahre im Vertrieb von – natürlich Autoteilen – gearbeitet und habe dann den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Fachwissen war vorhanden, technisch gesehen, gramatisch hingegen bin ich eine Pfeife. Aber das interessiert die Leser in der Regel nicht und bei den WebTV Videos die wir erstellen liest man meine Texte ja auch nicht. Kommen wir zurück zum Wasser.

Man war das kalt. Man habe ich Lehrgeld bezahlt! Jeder Blogger mit etwas Reichweite wird schon mal ungebetene Post bekommen haben. Abmahnung ist das Zauberwort. Im Automobilbereich zahlt man schnell mal 10.000 Euro wenn man vergessen hat die richtigen Umwelt-Belehrungen hinzuschreiben. Das gilt nicht für ein freies, journalistitsches Blog, aber wenn der Blog zur Bewerbung eines Autohauses geführt wird, dann geht bei der Umwelthilfe ein Licht auf und die Abmahndrüse juckt. Einmal versehentlich vergessen die Verbrauchswerte – die übrigens laut der gleichen Umwelthilfe falsch sind – anzugeben und schwupps, hat man die Abmahnung im Haus. Ein Vorteil hat das ganze natürlich, die Jungs und Mädels von der Umwelthilfe hat man schon mal als Stammleser wenn man über Autos schreibt.

Nächste Abmahnfalle: Bildmaterial! Wenn ich euch nun erzähle, dass vor kurzem noch Abmahnungen verschickt wurden für Bildmaterial was aus dem Presseverteiler von einem Hersteller entnommen werden konnte, dann fragt ihr euch doch auch wo führt das hin. Da der beste Tipp: Eigenes Material nutzen oder halt Bildmaterial kaufen.

Wer ist die Zielgruppe? Wen spreche ich eigentlich an? Es gibt für alles eine Nische, da bin ich mir ziemlich sicher. Ich schreibe und das sollte man nun ja auch schon mitbekommen haben – über Autos. Ich teste Autos. Also ist meine Zielgruppe relativ klar eingegrenzt: Leute die sich a) für Autos interessieren, sich b) ein neues Auto kaufen wollen oder c) einfach irgendeinen Scheiss bei Google suchen und dann bei mir landen – Stammleser bekomme ich nicht, dafür haben wir inzwischen über 13.000 Abonnenten bei Youtube. Meinen Blog-Traffic erzeuge ich via Google. Mit fast 95 % ist die Abhängigkeit da schon besonders groß, aber was soll ich machen? Ich zitiere noch mal Ernst Ferstl: „Die modernste Form menschlicher Armut ist das Keine-Zeit-Haben“ und ich google inzwischen alles.
Ich google sogar mich selber, so selbstverliebt bin ich. Kleiner Scherz, aber man muss das tun, denn man sollte unbedingt wissen, was über einem in diesem Internet steht. Denn über so ein Fachblog kann man Kunden generieren. Ich habe einen kleinen, aber feinen, Kundenstamm die ich mit Content, Bildmaterial, ja sogar Videos beliefere und das ist meine zweite – und zugegebenermaßen größere Säule in meiner Selbstständigkeit.

Wer nun den Traum hatte, von einem einzigen Blog, auf dem man täglich mal einen Beitrag veröffentlich leben zu können, dem muss ich mitteilen: Ätsch! Das wird nichts, es sei denn du findest eine Nische die alle anderen bis dato übersehen haben.
Aber, wenn du den Erfolg nicht anhand der Finanzierbarkeit misst, dann wirst du Erfolg haben. Wenn du täglich über deinen Fachbereich schreibst, wirst du Leser finden – es sei denn dein Fachbereich ist so langweilig, dass außer du den keiner spannend findest. Dann ist das aber auch egal, denn ich habe selbst schon mal via Google meine eigenen Beiträge und somit die Antworten auf meine eigenen Fragen gefunden.

Ernst Festl sagte übrigen auch „An Zeit fehlt es uns vor allem dort, wo es uns am Wollen fehlt.“ – ich will ja. Sah mein Arbeitstag früher so aus, dass ich zwischen 8 und 9 ins Büro und zwischen 16 und 18 Uhr wieder nach Hause gefahren bin – arbeite ich nun fast 120-140 Stunden in einer Woche.

Ich kann inzwischen von meinen Online-Aktivitäten leben, verdiene etwas mehr als im Angestelltenverhältnis habe aber, wie vorhin schon gesagt den dreifachen Einsatz. Die dritte Säule sind dann übrigens Kooperationen oder halt Vorträge die ich halten darf, wobei dieser hier der erste in der Form ist, denn bis dato habe ich nur in kleinen Kreisen vor Kunden gesprochen über Fehler die man im Social Media Bereich besser vermeiden sollte.

Kleines Beispiel gefällig? Kennt ihr diese heftig Überschriften? „Unfassbar? Welch trauriges Leid diese Fachblogger erleben mussten. Ich habe die Story von Jens S. gehört, war erschüttert und musste weinen.“ solche Sachen z.B. sollte man nicht adaptieren, es sei denn man mag seine Leser / Kunden nicht.

Ihr seht schon, ich rühre in mehreren Töpfen, das nicht weil ich meine Suppe versalzen möchte, sondern weil ich selten in meinem Leben alles auf eine Karte gesetzt habe und damit immer gut gefahren bin.

Warum sage ich euch das? Weil ich euch keine Luftschlösser malen möchte. Mit einem Fachblog begebt ihr euch auf eine tolle Reise, ihr werdet viele Erfahrungen sammeln, denn fast in jeder Branche gibt es inzwischen Blogger-Relationships. Schreibt ihr z.B über Technik, wie z.B. Kameras, dann werdet ihr in schöne Städte eingeladen, macht tolle Testveranstaltungen mit und unternehmt was mit tollen Fotografen und Leuten. Macht ihr einen Reiseblog, dann kommt ihr zu den schönen Zielen und erlebt dort richtig was. Doch eines sei euch gesagt: Ihr schafft euch a) damit Neider und b) füllt ihr in der Regel auch nicht euren Geldbeutel damit auf, es sei denn ihr arbeitet an irgendwelchen Deals.

Ich gehöre übrigens nicht zu der Neid-Gesellschaft. Wenn einer – durch harte Arbeit – es schafft sich etwas zu leisten, dann gönne ich ihm das von ganzem Herzen. Wenn derjenige sich dann einen Ferrari vor die Tür stellen muss, dann applaudiere ich und freue mich für ihn, den italienischen Fiat-Konzern und für den örtlichen Tankwart. Manche Menschen sind allerdings so sehr damit beschäftigt auf andere neidisch zu sein, dass sie selbst nie mehr Erfolgreich sein können, denn dafür fehlt ihnen ja die Zeit.

Aufgepasst! Ich hatte vorhin gesagt, dass jeder der etwas ins Netz stellt um Wissen zu teilen bzw. einen Mehrwert für den Leser zu schaffen ein Journalist ist. Das sieht der Presseverband übrigens auch so, ich habe einen Presseausweis (den ich nur einmal auf einer Messe in Frankreich gebraucht habe). Mein journalistisches Grundverständnis sagt mir übrigens, dass ich Werbung und Content klar abgrenzen muss. Also keine Schleichwerbung, keine verkauften Links, keine bevorzugung etc. Advertorials werden als Anzeige bzw. Werbung gekennzeichnet und wenn ihr z.B. ganze Blogbeiträge als Blogreihe mit einem Banner brandet – dann ist das toll, aber kennzeichnet es ordentlich, denn dann bleibt ihr das was ihr seid und hoffentlich sein wollt: Authentisch!

Der Fachblogger lebt von seiner Authentizität! Redet bloß nicht der Industrie nach dem Mund, die wollen alle nur das eine: Ihre Produkte in euren Blogs. Also werdet ihr bombadiert. Erst bekommt ihr Mails, dann Reminder, dann Anrufe… ob ihr denn nun wirklich nicht über den vergoldeten Zündfunken schreiben wollt, das wäre doch ein Mehrwert… man hat auch schon eine tolle Infografik vorbereitet. Komisch, kaum stellt ihr dann die Frage nach dem Budget – ist oft Funkstille.

Verkauft euch nicht unter Wert, euer Blog ist eure Spielwiese. Ihr säht den Rasen, ihr mäht ihn, ihr pflegt ihn und haltet ihn auch von Unkraut frei. Also bestimmt ihr auch wer auf dem Rasen spielen darf und wer draußen bleibt. Schreibt also nicht – des Geldes wegen – über z.B. PPP. Pillen, Poker, Porno! Das sieht Google gar nicht gerne. Verkauft keine Links, auch wenn das schnelle Geld lockt. Woher ich das weiß? Das habe ich nicht etwa in irgendwelchen Büchern gelesen, ich habe das auch nicht studiert, ich habe es mitgemacht.
Man haben wir früher Links verkauft. Das waren goldene Zeiten. Für einen Link mal schnell 200-400-600 Euro, das war kein Problem. Bis Tante Google kam, dir deinen Pagerank und die Sichtbarkeit wegnimmt und du fällst… alles was du dir aufgebaut hast im Sinkflug.
Besucher weg, Einnahmen weg… zack! Deswegen, macht diese Fehler nicht und schon gar nicht in eurem Fachblog, denn das soll doch etwas ganz besonderes werden und mehr habe ich nicht vorbereitet.

Daher noch schnell das – worauf es in einem Fachblog ankommt: Content, eigener Content und ja – auch eine eigene Meinung und wenn dann noch Sach- und Fachverstand vorhanden ist, dann kann für das jeweilige Sach-und Fachgebiet eigentlich schon nichts mehr schief gehen. Viele andere Blogger aus der gleichen Richtung stehen eigentlich immer mit Rat und Tat zur Seite. Nun macht aber nicht einen Blog auf, schreibt einen Beitrag und geht hausieren. Schafft etwas – und schafft vertrauen – dann klappt auch der Rest. Ich wünsche euch viel Erfolg!

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3 Kommentare zu „Wenn Blogger übers bloggen reden sollen…“

  1. Kai Thrun sagt:

    Ziemlich auf den Punkt, lieber Jens. Ich denke, jeder der etwas länger schreibt, wird irgendwann von der Neid-Position abrücken. Wir haben alle unsere Arbeit damit, unseren Stil und unsere Vorstellung dessen, was wir erreichen oder vermitteln wollen.

    Ich möchte gar nicht lange schwafeln, und schließe mich deinem letzten Satz an: Dir ebenfalls weiterhin viel Erfolg :-)

    Liebe Grüße,
    Kai

  2. 1. journalist Blog-Camp: die Twitter-”Presseschau” #jobc14 | www.Sozialgeschnatter.de sagt:

    […] So funktioniert saubere Recherche (PDF) Michael Schmuck: Recht und Blog (PDF) Jens Stratmann: Wenn Blogger übers bloggen reden sollen… Matthias Pavel: Prenzlauer Berg […]

  3. Chriz sagt:

    Ich war anfangs vom vielen Text erschlagen, aber ging dann doch ganz schnell und hat sich sehr angenehm gelesen. Danke! Kann ich alles so unterschreiben.