Wie bloggt man richtig? Wie bloggt man falsch?

Ich gebe zu, auch ich habe es schon mal gemacht, auch ich habe mir schon mal so Gedanken gemacht, was man tun sollte und was nicht. Aktuell vermehren sich „Blogger Tipps“ in meinem Feedreader so wie damals die Urzeitkrebse aus dem Yps-Heft, daher möchte ich darauf mal ganz gerne kurz eingehen:

Sebastian Baumer schrieb auf seinem Blog den Beitrag 15 Tipps für Blogger mit normal großem Ego, Marc Höttemann holte noch mal aus und haute noch eine Schüppe drauf, in einem Beitrag mit dem gleichen Titel. Trotzdem hat Marc etwas „besser“ gemacht, er hat nämlich eine sprechende Perma-Linkstruktur. Ja, sowas ist wichtig – sagen die SEOs, weitere Informationen kann man z.B. hier nachlesen: Permalinkstruktur in WordPress optimieren.

Tipp 1 ist der einzige richtige, an den sich jeder halten sollte: „Schreibe, was immer Du willst.“ – der Rest ist Bullshit, ehrlich.Wer sich z.B. nie die Statistiken anschaut, der wird nie erfahren welche Themen relevant sind und welche nicht, wer sich nie die Statistik anschaut, der wird auch nie wissen, welche Blogbeiträge gut gelesen wurden und welche nicht – denn meiner Meinung nach, kann man sich nur so zusammen mit seinem Blog weiterentwickeln.

Was ist denn ein Blog? Ein Blog ist entweder sowas wie ein Tagebuch, d.h. man schreibt seine Erfahrungen / Erlebnisse / Gedanken nieder oder ein „Blogsystem“ wird als Webseite bzw. Content-Managment System benutzt um Informationen zu teilen bzw. um die Webseite zu monetarisieren. Das auch beides funktioniert dürfte auch bekannt sein, bzw. gerade bekannt geworden sein. Es gibt ein paar Spielregeln an die sich jeder halten sollte, klar – aber wenn man es nicht tut passiert auch nichts. Wenn aus deinem Feedreader / Twitter-Account schon 10 Blogger über ein Thema geschrieben haben, solltest du diese ggf. auch mal verlinken, tut nämlich gar nicht weh (siehe oben 3 Links, 3 Blogger), wenn man es mal vergisst – passiert aber auch nichts, ausser das man ggf. sich mal einen Spruch einfängt. (ist mir auch schon passiert, man überlebt auch sowas).

Man muss übrigens nicht jedem gefallen, schminkt euch das ab, das wird eh nicht funktionieren. Wenn ihr für die „breite Masse“ bloggen wollt, dann müsst ihr natürlich auf den Putz hauen, jeder Blogger wird schon mal die Keywörter „nackt“ ausprobiert haben um zu testen, wie gut diese bei Google funktionieren und ich kann euch sagen, die funktionieren sogar sehr gut. Verbindet ein Namen von einem Star mit dem Keyword nackt und die Leute kommen in Massen – und hauen genauso schnell wieder ab, denn ihr habt ja gar keine Nacktbilder von den Stars auf eurem Blog, die meisten Besucher via Suchmaschine kommen eh nie wieder. Also solltet ihr solche Keywörter auch nur verwenden, wenn ihr sowas auch anbieten könnt oder es euch total egal ist, ob diejenigen wieder kommen.

Ihr könnt auch „Fragen“ stellen, z.B. sind sehr beliebte Suchbegriffe bei Google: „Bild von Atze Schröder ohne Perücke“ , „Wer ist der Sprecher von TV Total“ „Wer hat beim Superbowl 2011 gewonnen?“  „Wie sieht die Freundin von Stefan Raab aus?“ „Hat Stefan Raab Kinder?“, „Wie heißt Atze Schröder mit richtigem Namen?“ – einige Fragen darf man übrigens nicht beantworten, auch das hat der Ostwestf4le hier so schön erklärt, da ich es nicht besser könnte verlinke ich ihn hier einfach mal kurz.

Wie man „perfekt“ mit Quellen umgeht kann man sich übrigens beim Pascal anschauen, der hat hier nämlich ein Suchmaschinen-Optimierungs Plugin getestet und hat auch dort weiter verlinkt – denn nur so funktioniert bloggen: linken und verlinken ohne gelinkt zu werden!

Also? Kurztipps zum „richtigen“ Bloggen?

Bloggt was ihr wollt, wie ihr wollt und wann ihr wollt – wenn euch viele Besucherzahlen wichtig sind, dann bleibt auch ständig am Ball, denn da bringt euch nur Content weiter, je mehr guter Unique Content, desto mehr Besucher. Eine richtige Blognische wird es wohl nicht mehr geben und ob sich z.B. für selbstgehäkelte Kopfstützenüberzieher fürs Auto nun die breite Masse interessiert wage ich zu bezweifeln.

Ich teile gerne meine Erfahrungen, die Webseite hier gibt es bereits seit 2003 und hat schon einiges an schlechtem Content verdaut, ganz am Anfang hatte ich eine total peinlich statische Webseite, mit animierten Gifs, Baustellenzeichen und blinkenden e-Mail Symbolen – 2007 installierte ich dann eine Version von WordPress und seit dem Januar 2008 werden hier halt auch Beiträge veröffentlicht.

Fehler gemacht habe ich viele, aber aus denen lernt man – oft schneller als durch irgendwelche Ratgeber / Anleitungen / Tipps die man bekommt, gute Tipps gibt neben dem Peer demnächst wohl auch der Uwe wenn man dem Interview auf Bohncore glauben schenken mag.

Beim Peer sieht man hin und wieder auch „Blogeinnahmen“ – das war vor kurzem ja mal ein ganz ganz böses Thema und auch dort möchte ich euch einen Tipp geben: Es ist euer Blog! Macht was ihr damit wollt, denn ihr könnt NICHT jeden zufrieden stellen und schon gar nicht jedem Gefallen.

Auf den beiden „Blogger Tipps“ Seiten die ich ganz am Anfang verlinkt habe, steht z.B. geschrieben:

Schalte keine oder nur sehr dezente Werbung. Werbung sieht auf Deinem Blog scheiße aus, das weißt Du doch selbst, und auf die hundertvierundfünfzig Kröten im Monat kannst Du verzichten. Wenn Du generell nur bloggst, um (irgendwann) Geld damit zu verdienen, dann gestehe Dir ein, dass das Ganze eine ziemlich dumme Idee war. Eine Imbissbude zu eröffnen ist in 99 von 100 Fällen deutlich lukrativer.

Bullshit! 1. warum entscheidet ein anderer, dass Werbung auf meinem / eurem Blog „scheisse“ aussieht? Wieso glaubt ein anderer, dass man auf die 154 € im Monat verzichten kann (wie kommt er eigentlich auf die Summe?), meine Webseiten kosten mich aktuell ca. 100 € im Monat, wenn ich das durch Werbung wieder reinholen kann, ist das doch ein Super-Deal, oder? Es soll Leute geben, die haben „nur“ Aff.-Blogs, die leben davon – ganz ehrlich, es gibt Vollzeit Blogger die können davon leben. Ein gutes Zubrot bringt die Werbung in Blogs auf jeden Fall, sei es nun der ein oder andere verkaufte Link (Vorsicht: das mag Google gar nicht!), der ein oder andere verkaufte Beitrag (z.B. via Trigami oder hallismash) oder aber auch die Umsätze via Amazon oder anderen Partnerprogrammen. Der Mix macht es… …oder halt nicht, wer keine Werbung mag / will lässt es einfach, denn es ist euer Blog! Macht darauf was ihr wollt, wie ihr es wollt und lasst euch nicht von ein paar Kommentatoren beunruhigen.

Mit Marco z.B. habe ich ja das Projekt laester.TV an den Start gebracht, wir lästern hin und wieder dort über die televisuelle Fernsehlandschaft und auch dort bekommen wir teilweise den Unmut der „1-mal-Leser“ ab, warum wir nicht „hart ablästern“, wir wären „viel zu weich“. Tja, wir befinden uns nun mal in Deutschland, da muss das ganze auch irgendwie rechtlich vertretbar sein und da ja die Blogbeitreiber haften – bestimmen auch die Blogbetreiber wofür diese haften wollen, ist doch klar, oder?

So, was fällt uns an diesem Blogbeitrag hier auf? Es sind viel zu viele Links drin, mir ist das egal – denn es ist ja „Mein Blog!“ 🙂

Schlagworte: , , , , , , , ,

30 Kommentare zu „Wie bloggt man richtig? Wie bloggt man falsch?“

  1. Raoul sagt:

    Sehr schöner Beitrag! Und das wichtigste aus meiner Sicht hast du auch erwähnt – Gut ist, was den Lesern gefällt und im Zweifelsfall ist es dein Blog.

    Und schön sind auch die Ratschläge, nicht die von dir aufgeführten, die scheinbar noch nie den durchaus steinigen Weg eines eigenen Blogs gegangen sind, aber der Welt erklären, wie alles funktioniert.

  2. Jens sagt:

    Danke Raoul !

  3. Petra H. sagt:

    Schöner Beitrag!
    Vorallem weil die Themen „Geldverdienen“ und „Bloggen“ gerade so hoch im Blogger-Kurs stehen. Klar, hat jeder seine Meinung zu und will die auch kund tun.
    Aber schön, mal etwas erfrischendes wie „es sollte euch doch egal sein“ zu hören.
    Danke hierfür 🙂

    P.S.: Meine Urzeitkrebse leben seit geschlagenen 20 Jahren in der Einmilliardsten-Generation in ein und dem selben Wasserglas – Jawohl! 🙂

  4. Jens sagt:

    ^ schaut mal, ein Kommentar von der Petra mit einem Link zu ihrer shop-optimieren.com Homepage – warum bleibt der Kommentar stehen? Weil er zum Thema passt! Ein einfaches „Great“ wäre nun in den Spam-Ordner geflogen !

  5. Kalliey® sagt:

    Wieso werd ich hier nicht verlinkt Marc ähh Jens? Was ist das denn für ein scheiss Blog?

  6. Jens sagt:

    ^ der Beweis, dass man nicht jeden Kommentator „Ernst“ nehmen sollte 😉

  7. Kalliey® sagt:

    Was wie wo? Zeisch her den Typ!

  8. Bone sagt:

    Schöner Beitrag. Vorallem die Passage mit „es ist dein Blog“. Jeder sollte seinen Blog so führen wir er/sie will. Ich verlinke zum Beispiel jeden Blog den ich lese bzw. jeden Twitteruser mit eigenem Blog.Dafür hab ich eine extra Seite und in der Sidebar werden davon immer 5 Stück im Randomplay angezeigt. Macht keine Arbeit und gegenseitiges verlinken tut nicht weh.

  9. Jens sagt:

    Bedankt!

  10. Sven sagt:

    Hach, ich verdiene ja nicht wirklich was mit meinem Blog, aber Werbung sieht nicht immer „scheiße“ aus. Außerdem wird ja niemand gezwungen, auf die Werbung zu klicken oder sie zu beachten. Amazon zum Beispiel finde ich ganz interessant, weil ich da ab und zu Bücher entdecke, die ich vorher noch gar nicht kannte. Und warum sollte ich den, der darüber geschrieben hat, nicht ein wenig was gutes tun, indem ich es über seinen Link kaufe.
    Um aber auf den Punkt zu kommen, es kommt doch auf die Werbeform an, welche man einbindet, ob sie nervt oder nicht.

  11. Jens sagt:

    Ich klicke auch mal hier mal dort, wenn es mich interessiert, es tut ja keinem Weh und oft erwische ich mich dann sogar bei einem Spontankauf…

  12. Raoul sagt:

    Hier noch ein Gedanke von mir zum Thema Werbung. Es gibt ja tatsächlich Seiten auf denen man vor lauter Bannern den Content nicht mehr wahrnimmt. Wenn Werbung in Maßen dargeboten wird, dann ist das für mich mehr als in Ordnung. Mehr noch, ich begrüße das sogar, denn schliesslich muss so ein Blog auch finanziert werden. Und dabei geht es nicht um Reichtümer , sondern den Betreib der Seite aufrecht zu erhalten. Leider hat sich eine – „Ich lade mir dann mal den Add-Blocker aus dem Netz runter, weil Werbung ist Mist“ – Mentalität breit gemacht. Die Blogs werden gern gelesen, der Aufwand aber nicht honoriert. Dieses Mißverhältnis musste ich jetzt einfach nochmal ansprechen.

  13. Sascha sagt:

    Die Urzeitkrebse haben sich bei dir wirklich vermehrt? Bei mir sind die meisten trotz optimalen Bedingungen und unzähligen Versuchen (gab es ja oft genug in YPS-Heften und von Zeit zu Zeit auch in Micky Maus^^) noch nicht mal aus den verdammten Eiern geschlüpft. Und der klägliche Rest, der es geschafft hat, hatte dann scheinbar nie Bock auf Vermehrung. Blöde Viecher, kein Wunder, dass die die Weltherrschaft nie an sich reißen konnten.

    Aber wenn ich hier jetzt so lese, dass du da keine Probleme mit hattest und die sich bei Petra scheinbar in der x-ten Generation noch wohlfühlen sollen – grrrrr. Vielleicht sollte ich eine Urzeitkrebs-Neid-Debatte auf meinem Blog entfachen. Wenn das mal kein Tsunami im Urzeitkrebse-Glas werden würde 😀

  14. Petra H. sagt:

    🙂 Ich gebe mir Mühe ein Foto zu machen, dann beweise ich das mal.
    Aber es gibt sie wirklich.
    Alle wohl auf
    🙂

  15. Querscheck sagt:

    WORD!!! 1A Beitrag! Danke!

  16. maik sagt:

    >>>…ganz ehrlich, es gibt Vollzeit Blogger die können davon leben.

    Nenne mir mal einen?

  17. Jens sagt:

    Sascha_P bei Twitter 😉

  18. Kalliey® sagt:

    Kalliey_ bei Twitter

  19. maik sagt:

    War mir klar, dass der Name kommt 🙂

    Aber Spaß beiseite: Mir ist niemand bekannt. Diejenigen, die es behaupten, haben doch noch andere Einnahmequellen. Und Seiten wir z.B. turi2.de kann man wohl nicht mehr als Blog bezeichnen.

  20. Jens sagt:

    Peer von Selbständig im Netz wohl auch… 😉

  21. Uli sagt:

    Toller Beitrag! Ich blogge auch nur darüber worüber ich Bock hab, hätte aber natürlich nichts dagegen, wenn jetzt jemand sagen würde: „Hier kriegst xx€ und dafür schreibst nen Blogbeitrag mit Link!“ Ich bin Studentin, da ist die Kohle nunmal knapp!
    Zum Thema Verlinken zwischen anderen Bloggern gehört das Kommentieren anderer Blogbeiträge für mich dazu! Darüber hab ich vor Kurzem gebloggt: *Achtung Werbung* http://mauzepow.vanillechip.de/?p=720 #FürMehrKommentareInBlogs! *Werbung Ende*

    Grüße von der Insel
    Uli aka MauzePow

  22. Daniel Bäzol sagt:

    Zu den Permalinks kann man noch sagen: Ich optimiere sie sogar noch soweit das ich aus einem Krumelmonster ein Kruemelmonster mache 😉

    Werbung muss jeder selbst entscheiden. Auch bezahlte Beiträge (bekomme auch fast monatlich Angebote) muss jeder wissen wie er sowas einbaut und ob es zum Blog passt.

    Ich sollte auf Gastro-LE.de einen Beitrag über ein Geschenkeportal schreiben, passt ja auch so gut zu „Essen, Trinken und geniessen“ ;-(

    Ich habe auch dezent Werbung im Blog, beobachte aber was es effektiv bringt und schmeisse da auch schnell Sachen wieder raus.

    Gruss aus Leipzig

  23. Jens sagt:

    Na? Geschenke kann man doch geniessen 😉 – kannte deinen Essen und Trinken Blog noch gar nicht …

  24. Daniel Bäzol sagt:

    @Jens: Klar kann man Geschenke geniessen, aber der Blog ist ja eher dem gastronomischen Genuß gewidmet. 😉

    Da passen Bungeejumping, Stegway oder Panzerfahren eher nicht.

  25. Jens sagt:

    Aber hat der Anbieter nicht auch kulinarische Gutscheine im Sortiment? Ich glaube schon … Dinner in the Sky 😉

  26. Daniel Bäzol sagt:

    @Jens: Scheint so als hättest Du das Angebot auch bekommen 😉

  27. Jens sagt:

    Ich bekomme täglich solche Angebote ;)…

  28. sabo sagt:

    ich weiß nicht, wie oft ich mich inzwischen hier auf dem Artikel aufgehalten hab und mich immer wieder köstlich über „Atze“ amüsiere 🙂

  29. Kalliey® sagt:

    Es lebt! Mensch Kinners, es gibt so viele Menschen die von ihren Blogs leben und das nicht schlecht. Das ist aber typisch Deutschland, keiner glaubt es weil man es keinem gönnt. 😉

  30. Ein paar Gedankenstützen für alle die sich selber Blogger nennen ;) > geärgert > www.jens-stratmann.de sagt:

    […] Vergessenheit, denn ich hatte ja schon mehrfach über das verlinken gesprochen und auch über den Linkgeiz in Deutschland. Wisst ihr was? Ihr ganzen Blogger da draussen in der Blogosphäre? Eigentlich könnt ihr gar nicht […]